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Potsdam-Mittelmark Diese rührenden Erfahrungen macht Martin Kabbe im Hospiz
Lokales Potsdam-Mittelmark Diese rührenden Erfahrungen macht Martin Kabbe im Hospiz
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11:15 18.10.2018
Hospizhelfer und Koordinator Martin Kabbe auf dem Klostergelände in Lehnin. Quelle: Marion von Imhoff
Lehnin

Martin Kabbe ist ein Engel gewesen, für ein paar Stunden für eine sterbende Frau. Diese war Gast im Luise-Henrietten-Hospiz in Lehnin. Dort arbeitet Martin Kabbe als ehrenamtlicher Helfer. Gäste sind jene Menschen, die ihre letzten Lebenswochen und -tage im Hospiz verbringen bis zu ihrem Tod. Immer wieder besuchte der gelernte Elektriker die Seniorin, setzte sich an ihr Bett, unterhielt sich mit ihr. Als er sich eines Tages wieder von ihr verabschieden wollte, sagte sie: „Du kannst jetzt nicht gehen, du bis mein Engel“. Einen Tag später ist die Frau gestorben.

Zwei Jahre ist das her. Martin Kabbe kommen die Tränen, wenn er von dieser Abschiedsszene spricht. „Wenn ich jemanden begleite über eine längere Zeit, bin ich oft der einzige Kontakt zur Außenwelt. Und den wollen die Menschen nicht verlieren. Meine Hand ist dann die ganze Welt.“

Es fehlt an ehrenamtlichen Hospizhelfern

Martin Kabbe hat vier Jahre Menschen begleitet auf deren letztem Weg. Heute koordiniert er die ehrenamtlichen Helfer des Hospizes. Das Evangelische Diakonissenhaus Berlin-Teltow-Lehnin ist Träger der Einrichtung, die auf dem früheren Klostergelände liegt. Dort engagieren sich in ihrer freien Zeit derzeit drei Frauen und ein Mann als ehrenamtliche Helfer. Sie stehen den sterbenden und schwerstkranken Menschen bei. Doch es sind zu wenige. „Es wird knapp“, sagt Martin Kabbe. Daher sucht das Diakonissenhaus weitere vier Menschen für dieses ehrenvolle Amt. Für ihre Aufgabe werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter geschult. Alle vier Wochen erhalten sie zudem Supervision, also psychologischen Beistand, um mit dem Erlebten zurechtzukommen.

Angela Schmidt Gieraths vom Ambulanten Hospizdienst Potsdam-Mittelmark. Quelle: Marion von Imhoff

Im ganzen Landkreis Potsdam-Mittelmark engagieren sich 75 Frauen und fünf Männer als ehrenamtliche Mitarbeiter im ambulanten Hospizdienst. Sie besuchen sterbenskranke Menschen und deren Familien zuhause. Für 20 von ihnen in der Region zwischen Kloster Lehnin und Ziesar ist Angela Schmidt-Gieraths als Leiterin des Ambulanten Hospiz- und Palliativdienstes Potsdam-Mittelmark da. Die gelernte Palliativkrankenschwester arbeitet im Nebengebäude des Luise-Henrietten-Hospizes am Klosterkirchplatz. 2019 wird es diesen Hospizdienst seit 25 Jahren geben.

Hospiz Lehnin mit der Sternentafel am Eingang. Quelle: Marion von Imhoff

Seit der Gründung 1994 haben 700 Männer und Frauen in Potsdam-Mittelmark die halbjährige Ausbildung zum ehrenamtlichen Mitarbeiter des Hospizdienstes erhalten. 1473 sterbenden Menschen haben sie in diesen Jahren begleitet, ihnen die Zeit für Gespräche geschenkt. Angela Schmidt-Gieraths besucht selbst Familien sterbenskranker Männer und Frauen. Sie berichtet von einem Paar. Dem Mann blieb nur noch wenig Zeit zum Leben.

Wenn die Menschen von Palliativärzten mit Schmerzmitteln und von Pflegern gut umsorgt sind, können die ehrenamtlichen Mitarbeiter des ambulanten Hospizdienstes helfen. „Dann kann er sich auf die Begleitung konzentrieren, dann ist Entspannung da. Was Ehrenamtliche nicht leisten können, ist Beistand, wenn Schmerz und Angst überwiegen, dann prägt Unruhe das Lebensende“, sagt Angela Schmidt-Gieraths. Doch zugleich betont sie: „In der Regel ist das Sterben viel weniger dramatisch, als es sich die Menschen vorstellen. Es ist meist ruhig und entspannt.“ Beim Erstkontakt der ehrenamtlichen Mitarbeiter des ambulanten Hospizdienstes mit dem Todkranken „sind diese oft an dem Punkt, an dem sie das eigene Sterben für sich selbst akzeptiert haben.“ Anders als manchmal die Angehörigen.

Angela Schmidt-Gieraths berichtet von einem Krebspatienten, der sie erleichtert begrüßte mit den Worten: „Sind sie die Frau, mit der ich über mein Sterben reden kann?“

Das Diakonissenhaus sucht ehrenamtliche Helfer für das Luise-Henrietten-Hospiz. Ansprechpartner ist Martin Kabbe unter 03382/ 768800.

Von Marion von Imhoff

Konrad Müller aus Damsdorf ist ehrenamtlicher Wandersmann. Seit dem Jahr 2000 ist der Damsdorfer für die Wanderwege in Groß Kreutz (Havel) und Kloster Lehnin zuständig. Das sind 300 Kilometer Strecke.

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