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Potsdam-Mittelmark Lehniner Institut hat hauptamtlichen Chef
Lokales Potsdam-Mittelmark Lehniner Institut hat hauptamtlichen Chef
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17:37 28.09.2018
Der neue Geschäftsführer im Lehniner Institut, Marius Haberland. Quelle: Marion von Imhoff
Lehnin

Das Lehniner Institut für Kunst und Kultur hat einen hauptamtlichen Geschäftsführer. Marius Haberland ist zugleich Manager des Gästehauses am Klostersee. Die Position ist neu. Der 37-jährige Politologe hat im Juli die neu geschaffene Stelle angetreten. Von März an hat er das Institut bereits in einer „Kennlernphase“ beraten. Finanziert wird die Stelle seinen Angaben nach über den Gästebetrieb, also aus Eigenmitteln des Instituts.

Im vorigen Jahr hatte das Gästehaus 4300 Übernachtungen. Die Auslastung der 23 Zimmer betrug Haberland zufolge 50 Prozent. „Wir hoffen, dass wir dieses Jahr schwarze Zahlen schreiben und dass es nächstes Jahr besser vorangeht. Aber wir wissen auch, dass es im Bereich von Kunst und Kultur nicht ohne Förderung vorangeht. Wenn man solch einen Ort dauerhaft erhalten will, müssen sich Land, Gemeinde und der Landkreis engagieren; ohne das wird es in der Zukunft nicht gehen“, betont der Institutschef.

Die beiden Freiwilligen Clinton Massar und Vishakha Tak unterstützen das Institut für Kunst und Kultur tatkräftig bis zum Sommer 2019. Quelle: Marion von Imhoff

Zunächst sei seine 75-Prozent-Stelle bis Jahresende befristet und soll dann in eine unbefristete übergehen, sagt Haberland. „Die Entscheidung fällt der Vorstand. Das ist auch völlig in Ordnung.“ Träger des Lehniner Instituts ist ein Verein, den 1991 der Künstler Eckhart Haisch gegründet hat. Er hatte bereits im Mai vorigen Jahres klar gefordert: „Es ist definitiv so, dass die ehrenamtliche Tätigkeit, auf die der Verein vollkommen angewiesen ist, Entfaltung und Stabilität, die wir uns vorstellen, nicht ermöglichen.“ Ein hauptamtlicher Geschäftsführer sei der nötige nächste Entwicklungsschritt, so Haisch damals und forderte dafür eine institutionelle Förderung des Landkreises. Bei dieser Forderung bleibt die Einrichtung weiterhin.

Als eines seiner Ziele nannte der neue Geschäftsführer, „den Ort nach außen für die Welt zu öffnen und dass heißt auch, internationaler zu werden“. Um diesem neuen Akzent Ausdruck zu verleihen, hat das Institut an eine international vermittelnde Freiwilligenorganisation gewandt. Seit vier Wochen sind Vishakha Tak (23) und Clinton Massar (27) aus Indien nun als freiwillige Helfer im Lehniner Institut tätig.

Finanziert durch das Familienministerium

Vishakha Tak ist Journalistin, die später als Deutschlandkorrespondentin arbeiten möchte. Clinton Massar ist Sozialarbeiter und hat bereits für NGOs (Nichtregierungsorganisationen) gearbeitet. Finanziert werden die Freiwilligen vom Bundesfamilienministerium und einem Eigenanteil des Instituts. In den Kosten sind ein symbolisches Taschengeld, die Flug-, Versicherungs- und Weiterbildungskosten enthalten. Kost und Logis im Institut sind für die beiden jungen Inder frei. „Wir hoffen, dass wir jedes Jahr neue Freiwillige hier haben“, sagt Haberland.

In Brandenberg besuchen Clinton Massar und Vishakha Tak an der Volkshochschule einen Deutschsprachkurs. Als spannend bezeichnet Vishakha Tak die gesellschaftlichen Unterschiede zwischen Indien mit seinem über Jahrhunderte praktizierten Kastensystem und die gesellschaftliche Durchlässigkeit und Gleichberechtigung in Deutschland. „Die deutsche Gesellschaft und Geschichte kennenzulernen, ist mein Ziel des Aufenthalts hier“, sagt die Journalistin.

„Für ein Jahr unterstützen uns die beiden Freiwilligen in allen Bereichen, die wir haben“, sagt der Geschäftsführer. „Sie helfen im Bildungsbereich, in der Jugendkunstschule, in der Galerie und bei Kunstsymposien.“ Angedacht sind auch Englisch-Sprachkurse in Schulen und Kindergärten.

Politikwissenschaftler im Kulturbetrieb

Haberland ist gebürtiger Berliner mit brandenburgischen Wurzeln: „Meine Familie stammt aus Strausberg.“ Der Politikwissenschaftler hat mehrjährige Erfahrungen im Kunst- und Kulturbetrieb Berlins gesammelt. Er ist Mitbegründer des Uferwerks in Werder an der Havel, einer Genossenschaft für selbstbestimmtes, nachbarschaftliches, ökologisches und generationsübergreifendes Wohnen auf einem ehemaligen, knapp 20.000 Quadratmeter großem Fabrikgelände. Studiert hat Haberland in Marburg, Berlin, Mexiko und England.

„Wir wollen wieder einen Ort schaffen, an dem durch Künstler und Kreative Impulse in die Region gesetzt werden und darüber hinaus. Das braucht Offenheit“, führt Haberland seine Ziele aus. Menschen sollen durch das Institut „Inspiration bekommen, nicht nur im künstlerischen Bereich, sondern für das allgemeine Leben“.

Waldbrände und Klimawandel als Thema

Dabei will der neue Geschäftsführer auch ein hochaktuelles Thema anpacken: „Wir wollen uns auseinandersetzen mit den Waldbränden in diesem Sommer in Brandenburg und was das mit dem Klimawandel zu tun hat.“

Die Jugendkunstschule des Lehniner Instituts soll zudem bekanntlich mit Fördermitteln ausgebaut werden, „wir wollen mehr Menschen die Möglichkeit geben, sich in Kunst und Kultur weiterzubilden“, sagt Haberland.

Von Marion von Imhoff

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