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Potsdam-Mittelmark Klein-Japan in der Reiherheide
Lokales Potsdam-Mittelmark Klein-Japan in der Reiherheide
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13:51 12.07.2018
Züchter Detlef Leue füttert den Koi-Nachwuchs in einem Aquarium. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Lehnin

Insektensterben? Aber nicht in der Reiherheide. In dem 4000 Quadratmeter großen Gartenreich von Detlef Leue und Kerstin Schröder ist die Welt für Bienen, Käfer und Schmetterlinge noch in Ordnung. Statt Kiefern auf Sand, präsentiert sich ihre Scholle als Staudenparadies mitten in der trockenen Mark. Gold-Felberich, Astilben, Phlox und Echter Alant versprühen gerade ein Feuerwerk der Farben. Jede Pflanze will die schönste Blüte haben. Für Falter vieler Arten ein Schlaraffenland.

Koi hat viele Freunde

Die Betreiber des Lehniner Koigartens sind Südamerika-Fans, fliegen regelmäßig nach Brasilien, wo der idyllische Ort Alter do Chao fast zu einem zweiten Zuhause geworden ist. Was er beim Schnorcheln im Amazonasgebiet gefilmt hat, zeigt Detlef Leue gern beim Seerosenfest.

Hinter dem Koi verbirgt sich eine Zuchtform des Karpfens. Die in Europa weit verbreitete Koizucht hat auch in Deutschland viele Freunde gefunden. Als Statussymbole galten die Fische im 19. Jahrhundert in Japan, als sie von Adligen gehalten wurden.

Der Lehniner Koigarten befindet sich in einem Waldstück der Reiherheide abseits von der Lehniner Ortslage. Während sich die Gartenbau-Ingenieurin Kerstin Schröder vor allem um die Pflanzen kümmert, ist Detlef Leue Ansprechpartner rund um Zierfische, Teiche und Teichbau.

Was den Artenreichtum auch bei trockener Hitze befeuert, sind die über 20 auf dem Grundstück verteilten Teiche. Die Wasserstellen mit der aufsteigenden feuchten Luft sorgen für ein insektenfreundliches Mikroklima. Angelegt haben Detlef Leue und Kerstin Schröder die zum Teil in den Boden eingegrabenen Teiche allerdings für ein ganz anderes Hobby. Seit vielen Jahren betreibt das Paar den Lehniner Koigarten.

Kois kommen an die Wasserobeerfläche. Quelle: JACQUELINE STEINER

Kois sind gesellige Fische, deren Farbenpracht besonders zur Futterzeit zu bewundern ist. Dann verlassen die einstigen Statussymbole japanischer Adliger ihre Verstecke unter den in Weiß, Rot, Gelb und unzähligen Cremefarben blühenden Seerosen. Gierig schnappen sie nach den von Detlef Leue ins Wasser geworfenen Pellets. Mit dem Sonnenschein der letzten Wochen haben die Fische kein Problem. Die Wärme liebenden Kois sind in Hitzeperioden allerdings für Sauerstoffgaben dankbar. „Dann laufen hier zusätzliche Lüfter und Pumpen“, berichtet der Züchter.

Besucher gern gesehen

Der Lehniner Koigarten ist kein verschlossener Ort. Koi-Fans und Naturfreunde sind gern gesehene Gäste. Schulklassen und Kita-Gruppen können den Wassergarten als grünes Klassenzimmer nutzen. Detlef Leue erklärt gern die Aufzucht der Kois, die ab einer Länge von etwa zehn Zentimeter verkauft werden. Die größten Exemplare erreichen eine Länge von einem Meter. Kois können 60 bis 70 Jahre alt werden und ihren Besitzern ein Leben lang Freude schenken.

Kerstin Schröder teilt Seerosen für den Verkauf. Quelle: JACQUELINE STEINER

In der Branche ist Detlef Leue kein Unbekannter. Zu DDR-Zeiten versorgte er als Züchter von Aquarienfischen viele Zoo-Läden mit seinen Fadenfischen, Salmlern und Welsen. Doch das ist lange her. Neben Kois widmet sich der Lehniner der Zucht von verschiedenen Goldfischarten, Regenbogenelritzen und dem mexikanischen Schwanzlurch Axolotl. Alles zu sehen beim Seerosenfest, zu dem die Betreiber traditionell am ersten Augustwochenende einladen.

Wasserpflanzen gehören dazu

Ein Besuch lohnt sich deshalb, weil in den letzten Monaten zahlreiche Neugestaltungen auf dem Gelände stattgefunden haben. Noch mehr Becken und Aquarien haben ihren Platz gefunden –eingewachsen in schöne Stauden, um die sich vor allem Partnerin Kerstin Schröder kümmert. Ihr Pläsier ist auch die Zucht von Seerosen, die durch Teilung der Mutterpflanzen vermehrt werden. „Wie öde wäre ein Teich ohne Wasserpflanzen. Deshalb beraten wir gern, wenn es um das Anlegen einer künstlichen Wasserfläche geht“, sagt Kerstin Schröder.

Blick auf den Lehniner Koigarten. Quelle: JACQUELINE STEINER

Größter Feind eines Koizüchters ist der Fischreiher. Deshalb schützen Windspiele die Teichbewohner vor Angriffen aus der Luft. „Zum Glück hat sich der Fischotter hier noch nicht sehen lassen“, berichtet Detlef Leue, der neben der eigenen Aufzucht auch Kois aus Japan importiert. Die Artenvielfalt ist groß. Die Färbung der Fische ist ein Hauptkriterium für die Klassifizierung. Im Lehniner Koigarten fühlt sich unter anderem der Kohaku wohl, eine weit verbreitete Variante, die sich durch scharf voneinander abgetrennte rote und weiße Flecken auszeichnet. Wer es lieber dreifarbig bei seinen Fischen mag, sollte nach dem Koromo fragen,, der zusätzlich schwarze Flecken aufweist.

Von Frank Bürstenbinder

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