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Lehrer aus luftiger Höhe evakuiert

Feuerwehrübung an Grundschule in Brück Lehrer aus luftiger Höhe evakuiert

Bei einem Übungseinsatz an der Grundschule Brück haben Feuerwehr und Schulpersonal die Rettungssysteme getestet. Die Evakuierung lieft vorbildlich. Dennoch musste Einsatzleiter Carsten Wendt auch ein Problem kritisieren, dass lange bekannt, aber noch immer nicht gelöst ist.

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Die Feuerwehr rettet Dietmar Heinrich aus dem dritten Obergeschoss der Brücker Schule.

Quelle: Thomas Wachs

Brück. Mit johlendem Applaus feiern Brücker Grundschüler am Freitagnachmittag ihren Sportlehrer. Dietmar Heinrich gilt nach Auslösen eines Feueralarms im dritten Obergeschoss des Schulbaus als vermisst. Feuerwehrleute spüren ihn wenig später auf und retten ihn über eine Drehleiter. Angeseilt und unterstützt von einer Kameradin der Feuerwehr steigt der stellvertretende Schuleiter mutig aus gut 16 Metern Höhe Sprosse für Sprosse die Leiter hinab. „Herr Heinrich, Herr Heinrich, Herr Heinrich“, rufen ihm dabei Hunderte Mädchen und Jungen vom Schulhof aus entgegen. Für alle war die Feuerwehrübung dennoch ein Spektakel mit ernstem Hintergrund. Schließlich muss es auch im Ernstfall schnell gehen.

Kerstin Schindler (li)  kontrolliert die Vollzähligkeit der Schüler am Sammelplatz

Kerstin Schindler (li.) kontrolliert die Vollzähligkeit der Schüler am Sammelplatz.

Quelle: Thomas Wachs

Als der schrille Feueralarm durch die Schulräume kreischt, läuft das mindestens zweimal pro Jahr in Belehrungen vermittelte Programm zur Evakuierung der Schule ab. Flink schließen Lehrer alle Fenster, schnappen sich das Klassenbuch und geleiten ihre Schüler zum Sammelplatz auf dem Schulhof. Kerstin Schindler macht sofort die Runde. Die Schulleiterin gleicht bei den Klassenlehrern die Sollzahl mit den tatsächlich auf dem Sammelplatz stehenden Kindern und Lehrern ab. Niemand der rund 265 Schüler dieses Tages wird vermisst.

Carsten Wendt leitet die Übung der Brücker Feuerwehr an der Grundschule

Carsten Wendt leitet die Übung der Brücker Feuerwehr an der Grundschule.

Quelle: Thomas Wachs

Feuerwehrchef Carsten Wendt lobt die ordnungsgemäße Evakuierung. Freilich war sie in der Schule zuvor bekannt. Daher verabredet Wendt mit Schulleiterin Kerstin Schindler sogleich eine Wiederholung der Übung ohne Vorankündigung. Für die Männer und Frauen der Feuerwehr geht es an dem Nachmittag darum, Anfahrtswege und Stellplätze für die Fahrzeuge zu testen.

Feuerwehr mit vier Fahrzeugen angerückt

Alle zwei Jahre findet eine solche Übung in der Schule statt. In vier Fahrzeugen sind 13 Leute angerückt. Das Szenario: „Brand im dritten Obergeschoss und eine vermisste Person“, erklärt Carsten Wendt. Er wünscht sich für seine Wehr seit Jahren eine moderne Drehleiter als Ersatz für den betagten W 50 aus DDR-Zeiten. „Immerhin haben wir nicht nur die Schulen, sondern auch das Gewerbegebiet mit einigen großen Gebäuden“, sagt Carsten Wendt. Angesichts der Übung wird für ihn zudem ein seit langem bekanntes, aber dennoch ungelöstes Problem wieder deutlich. „Wir verfügen als Feuerwehr nicht über General- Schlüssel für die Hoftore zum Schulgelände“, sagt der Wehrleiter. „Würde es mal am Wochenende oder nach Feierabend brennen, wenn hier alles verschlossen ist, müssen wir erst auf den Bereitschaftsdienst der Amtsverwaltung warten“, erzählt Carsten Wendt.

Kleinere Schüler in Sorge

Einige kleinerer Schüler versetzt der Feueralarm auch in Aufregung. Lehrer beruhigen sie und erklären den Hintergrund des Übungseinsatzes. Sarah Thiel aus der Klasse 6c hat bereits Routine. „Seit der ersten Klasse finden solche Übungen ja statt“, erzählt die Zwölfjährige. „Am Tag zuvor haben wir ja gerade auch wieder einen Film geguckt zum richtigen Verhalten bei Feuer“, erzählt auch die elfjährige Carolina Kelm.

Lehrer Dietmar Heinrich ließ sich zur Übung von der Feuerwehr über die Drehleiter retten

Lehrer Dietmar Heinrich ließ sich zur Übung von der Feuerwehr über die Drehleiter retten.

Quelle: Thomas Wachs

INTERVIEW

Dietmar Heinrich ist stellvertretender Leiter der Grundschule Brück. Bei einer Feuerwehrübung ließ er sich über eine Drehleiter retten.


MAZ:
Herr Heinrich, haben sie Erfahrung als Brandopfer bei einer Übung?

Dietmar Heinrich: Bislang nicht, für mich war das eine Premiere.

Wie war das Gefühl, im dritten Stock aus dem Fenster zu steigen?

Heinrich: Vorher haben mir noch die Beine geschlackert bei dem Gedanken. Den Feuerwehrleuten gelang es jedoch sehr professionell, mich zu beruhigen. Weil ich angeseilt war und immer einen Zug am Seil gespürt habe, fühlte ich mich beim Abstieg dann sehr sicher.

Wie oft trainiert die Schule einen Brandalarm?

Heinrich: In der Größenordnung eher selten. Doch haben wir regelmäßig Belehrungen und Aktionstage auch zum Thema Brandschutz. Erst vorige Woche waren Akteure des Kreisfeuerwehrverbandes bei uns zu Gast zu einer Informationsveranstaltung.

 

Von Thomas Wachs

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