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Potsdam-Mittelmark Leihräder sollen Potsdamer Umland erobern
Lokales Potsdam-Mittelmark Leihräder sollen Potsdamer Umland erobern
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07:38 14.09.2016
Michendorf zieht mit – drei Leihstationen für Pedaleure sind in der Gemeinde geplant. Quelle: LHP
Michendorf

Sich ganz legal am Michendorfer Bahnhof ein Fahrrad schnappen, nach Potsdam radeln, um die Stadt anzuschauen oder ins Kino zu gehen, weil es danach aber schon dunkel ist, lässt man das Rad am Hauptbahnhof stehen und nimmt für den Rückweg den Zug – solche Möglichkeiten bieten sich bald den Michendorfern und ihren Ausflugsgästen. Und nicht nur ihnen: Das Zweirad als Leihrad soll jetzt auch das Potsdamer Umland erobern. In der Gemeinde Schwielowsee sind bereits im Juni drei Radstationen an den Start gegangen. Jetzt haben die Michendorfer Gemeindevertreter beschlossen, dass ihre Kommune dem Leihradsystem beitritt, das es seit 2010 in Potsdam gibt. Beelitz und Werder könnten folgen. In beiden Kommunen werden Angebote der Leipziger Firma Nextbike geprüft, die das Verleihsystem in Potsdam und Schwielowsee betreibt.

Kämen Spargel- und Blütenstadt hinzu, vervielfachen sich die Möglichkeiten weiter, in der Region mit geborgtem Rad unterwegs zu sein. In Michendorf sind drei Stationen geplant, an denen Räder des Anbieters Nextbike ausgeliehen oder abgestellt werden können: an den Bahnhöfen in Michendorf und Wilhelmshorst sowie am Parkplatz am Ortsausgang von Wildenbruch. „Wir erhoffen uns davon auch eine Förderung des Tourismus und eine bessere touristische Anbindung der kleinen Ortsteile“, sagte Michendorfs Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU). Und: „Touristen müssten nicht mehr mit dem Auto und Fahrrädern hinten drauf anreisen.“ Sie können mit dem Zug kommen und sich in der Region mit Leihrad und öffentlichen Verkehrsmitteln bewegen, so Mirbach, der hinzufügte: „Für uns als Gemeinde ist es auch wichtig, im touristischen Großgebiet Potsdam, Werder und Schwielowsee mit dabei zu sein.“

Michendorf, das 10 500 Euro für die Aufstellung der Radständer bereitstellt, beteiligt sich zunächst für zwei Jahre am Projekt. „Wir wollen danach gucken, wie es angenommen wird und dann entscheiden, ob wir dabei bleiben.“ In Michendorf beginnt die erste Leihradsaison im April 2017. In Beelitz ist der Vorschlag, sich zu beteiligen, im Hauptausschuss auf Wohlwollen gestoßen, eine Entscheidung steht aber noch aus, sagte Stadtsprecher Thomas Lähns. Denkbar seien vier Stationen, darunter an den Bahnhöfen in Beelitz und in Heilstätten.

„Wir sind in Verhandlungen mit Nextbike, haben ein Angebot angefordert und prüfen es derzeit noch“, sagte Christian Große, Werders 1. Beigeordneter. „Es ist ein interessantes Angebot, aber es ist noch nichts entschieden“, so Große. Sollten die Stadtverordneten zustimmen, plant die Blütenstadt eine einjährige Testphase.

In Potsdam erfreut sich das Fahrradverleihsystem zunehmender Beliebtheit, sagte Stadtsprecher Jan Brunzlow. Lagen die Ausleihzahlen im zweiten Jahr (2011) nach Einführung noch bei 6000, wurden 2014 bereits 14 900 Mal Räder geliehen. 2015 waren es rund 23 000 Ausleihen. Das System sei nicht nur für Touristen gedacht. „Unser Ziel ist es, dass die Potsdamer aufs Rad umsteigen“, sagte Brunzlow. Derzeit machen Abo-Kunden der Potsdamer Verkehrsbetriebe und Studierende den Großteil der Nutzer aus, die Leihräder in Kombination mit Bahn und Bus als Mobilitätsalternative zum eigenen Auto nutzen.

Potsdam hat 26 Stationen mit 250 Leihrädern

In Potsdam gibt es insgesamt 26 Stationen mit 250 Leihfahrrädern. Zwei weitere Stationen sollen dieses Jahr noch eröffnen, darunter eine am nächsten Mittwoch in der Gartenstadt Drewitz.

Außerhalb der Stadt befinden sich in der Gemeinde Schwielowsee Stationen des Verleihsystems „Potsdam-Rad“: am Rathaus Ferch, am Schloss Caputh und am Wimmerplatz in Geltow.

Das Nextbike-System ist rund um die Uhr und personalunabhängig nutzbar.

Das System soll autounabhängige, umweltfreundliche Mobilität fördern.

Bei der Analyse der Ausleihen in 2015 zeigte sich, dass die meisten Nutzer per App mieten. 60 Prozent der Ausleihen dienen Kurzstreckenfahrten, die nicht länger als 60 Minuten dauern. In Potsdam gibt’s für Abo-Kunden der Verkehrsbetriebe und Studierende 120 bis 180 Freiminuten, die täglich verfahren werden können. Stationen und aktuelle Verfügbarkeit der Räder: www.mobil-potsdam.de/fahrrad/potsdamrad

Von Jens Steglich

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