Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / 2 ° Schneeregen

Navigation:
Leise rieselt der Schmutz von der Decke

Stahnsdorfer Friedhofskapelle Leise rieselt der Schmutz von der Decke

Die Trauerkapelle auf dem Stahnsdorfer Friedhof muss dringend renoviert werden. Die Gemeinde hat jetzt 50 000 Euro dafür im Haushalt eingestellt. Der Friedhof ist zwar kirchlich, dient aber auch als kommunale Ruhestätte. In der Kapelle erleben die Besucher manchmal eine Überraschung – die von oben kommt.

Voriger Artikel
Kein Bus mehr nach Treuenbrietzen
Nächster Artikel
Sanierungspläne für Schule und Schulstraße

Die Trauerkapelle auf dem Stahnsdorfer Friedhof soll renoviert werden.

Quelle: Stephan Laude

Stahnsdorf. Die Evangelische Kirchengemeinde Stahnsdorf erhält einen Zuschuss von 50 000 Euro für die Renovierung und den Ausbau der Kapelle an der Sputendorfer Straße. Das hat am Donnerstagabend die Gemeindevertretung einstimmig beschlossen. 2016 und 2017 waren bereits jeweils 10 000 Euro bereitgestellt worden. Die Kirchengemeinde selbst wird sich mit 25 000 Euro an der Finanzierung der Arbeiten beteiligen.

„Wir fühlen uns gut unterstützt von der weltlichen Gemeinde“, sagt Friedhofsverwalterin und Küsterin Bettina von Schmiterlöw. Das sei schon bei der Sanierung der Dorfkirche so gewesen. Dass die Kommune sich an den Renovierungs- und Baukosten beteiligt, ist aber nicht nur ein Werk weltlicher Nächstenliebe, denn auf dem evangelischen Friedhof finden pro Jahr nur etwa 25 Prozent kirchliche Beisetzungen statt; die weitaus meisten sind also weltliche. In einem Vertrag vom April 2013 ist die finanzielle Beteiligung der Kommune bei der Bewirtschaftung des kirchlichen Friedhofs geregelt. Mit dem jüngsten Gemeindevertreter-Beschluss können nun Schäden an der auch Trauerhalle genannten Kapelle beseitigt werden. Außerdem soll das Haus durch einen Anbau erweitert werden.

Jürgen Heller pflegt die Grünanlagen auf dem Friedhof

Jürgen Heller pflegt die Grünanlagen auf dem Friedhof.

Quelle: Stephan Laude

Friedhofsarbeiter Jürgen Heller muss immer wieder zum Besen greifen, weil das Dachtragwerk und die hölzerne Deckenschalung von Hausbockkäferlarven befallen sind. Ständig rieselt Schmutz auf die Stühle. Außerdem zieht im Gemäuer die Feuchtigkeit hoch. An vielen Stellen im Sockelbereich ist schon der Putz abgeblättert. Die Kapelle ist in den 1950er Jahren in traditioneller Ziegelbauweise errichtet worden. Die Heizung scheint nicht ganz so alt zu sein, aber auch sie stammt noch aus DDR-Zeiten. Man könne sie nicht mehr normal ein- und ausschalten und Ersatzteile gebe es auch nicht mehr, sagt Jürgen Heller. Was bisher völlig fehlt in der Trauerhalle ist eine Toilette. Auch sie steht auf der Planungsliste.

Der Anbau ist nötig, weil die Kapelle zu klein ist. Insbesondere bei nichtkirchlichen Beisetzungen müssen Trauergäste mitunter im Freien stehen. Für den Anbau gibt es zwei Varianten, beide haben nach dem Entwurf der Architektin die gleiche Größe, nämlich 6,30 mal 4 Meter. Damit finden in dem Gebäude zusätzlich 25 oder 40 Trauergäste stehend Platz – abhängig davon, ob man sich entschließt, das WC und die Heizungsanlage mit im Anbau unterzubringen oder nicht. Die Kosten unterscheiden sich bei beiden Varianten nur wenig. Errechnet sind 51 700 beziehungsweise 53 000 Euro. Der Anbau soll an den Eingangsbereich der Kapelle angefügt werden. Die Konturen orientieren sich an dem bisherigen Gebäude, es soll auch wieder mit Ziegeln gebaut werden, so dass Alt und Neu eine harmonische Einheit bilden.

Von Stephan Laude

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark
MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg