Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Leon und seine Schwestern
Lokales Potsdam-Mittelmark Leon und seine Schwestern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
02:17 07.12.2015
Lara-Marie (r.), Joana und ihr Bruder Leon mit ihren Eltern Nicole Barkow und Ronny Zakrzewski. Quelle: Maloszyk
Anzeige
Brandenburg/H

Sie ist sprichwörtlich vom Regen in die Traufe geraten, Familie Barkow aus Brandenburg. Erst im November sind die Eltern und ihre drei Kinder in ihre neue Wohnung in der Karl-Liebknecht-Straße gezogen. Gesundheitsschädlicher Schimmel an den feuchten Wänden hatte sie aus ihrem bisherigen Zuhause vertrieben. Doch kaum war die neue Bleibe bezogen, deckte ein Sturm das Dach über der Wohnung ab. Zwei Zimmer sind seitdem nicht bewohnbar, Eimer stehen dort verteilt, um Regenwasser aufzufangen. Dabei hat es Familie Barkow ohnehin schon schwer genug. Das Unwetter macht die Lage nur noch dringlicher.

Es ist ein karges Zuhause, in dem die Kinder aufwachsen. Eine Familienhelferin des Jugendamtes steht ihnen und ihren Eltern zur Seite. Manchmal kann das Leben sehr schwierig sein. Für die Barkows ist das „manchmal“ oft und fast immer. Lebensmut und Hoffnung auf eine finanziell gesicherte und eigenständige Zukunft wollen die Eltern ihren Kindern vermitteln, doch wie, das ist die Frage im Moment, wenn es kein richtiges Dach über dem Kopf gibt.

Die fünfköpfige MAZ-Sterntaler-Familie besitzt nur drei Stühle, das Furnier des niedrigen Wohnzimmertisches, an dem die Familie auch isst, verdeckt das Bröselholz darunter kaum mehr. Den beiden Töchtern fehlen richtige Betten und nur der anderthalbjährige Leon hat mit seinem Gitterbettchen ein passendes Schlafquartier.

Nicole Barkow ist ungelernt und arbeitslos. Die 29-Jährige ist durch eine Krankheit arbeitsunfähig. Frühberentet. Ihr Lebensgefährte Ronny Zakrzewski kann zwar arbeiten, findet aber keinen Job. Und das seit langem schon. Der 36-Jährige brachte seine Tochter Lara-Marie mit in die Patchworkfamilie. Zu der gehören noch der gemeinsame Sohn Leon und Nicole Barkows Tochter Joana. Die Achtjährige besucht die Havelschule. Sie leidet an einer Entwicklungsverzögerung. Die Drittklässlerin ist nach Angaben ihrer Mutter zwei Jahre hinter dem für eine Achtjährige typischen Entwicklungsstand zurück. Ihre Worte sind schwer zu verstehen. Dennoch huscht immer wieder ein Lächeln über ihr Gesicht, auch wenn ihr Gegenüber noch einmal nachfragen muss, was denn ein schönes Weihnachtsfest bedeuten würde für die Achtjährige. Vom Rapunzelturm erzählt sie dann, das ist eine lila-rosa Legoburg.

In ihrer Dachgeschosswohnung wollen die fünf Barkows erst einmal bleiben. Sie vertrauen dem Vermieter, dass der schnell eine Dachdeckerfirma findet, um den Notstand zu beheben. Ein Baugerüst immerhin steht schon an dem Haus. So müssen die fünf derzeit irgendwie zurechtkommen zwischen halbausgepackten Kartons und Provisorien. Leon krabbelt auf einen Plastik-Gartenstuhl im Wohnzimmer, das zugleich das elterliche Schlafzimmer ist. Ein Feuerwehrauto aus Plastik steht auf dem Tisch. Auf dem Bett, das aus zwei übereinander gelegten Matratzen besteht, kichern Lara-Marie und Joana. Sie sind keine Schwestern, aber sie könnten es sein, es würde niemanden auffallen, so vertraut gehen die Mädchen miteinander um.

Ein richtiges Weihnachtsfest für die drei Kinder an einem Tisch, an dem für alle Familienmitglieder ein Stuhl bereit steht, liebevoll eingepackte Geschenke, ein geschmückter Weihnachtsbaum und wohl duftende Lebkuchenherzen, so könnte der 24. Dezember bei Joana, Lara-Marie und dem kleinen Leon aussehen. MAZ-Sterntaler möchte dabei helfen.

Von Marion von Imhoff

Brandenburg/Havel Betriebsrat, Belegschaft und Politik für Standort-Erhalt - 180 Bosch-Mitarbeiter kämpfen für ihr Werk

Die Belegschaft und der Betriebsrat des Solarmodulwerks Bosch Solar Cistech geben nicht auf. Trotz der vom Bosch-Konzern angekündigten Betriebsschließung sehen sie eine Zukunft in Hohenstücken. Erste Schützenhilfe kommt von der Politik. Es geht um 180 Arbeitsplätze und die Marke Bosch.

04.12.2015

In Deutsch Bork stockt die Planung für das neue Feuerwehrhaus. Linthes Bürgermeister Ottheiner Kleinerüschkamp (CDU), fühlt sich vom Amt Brück hingehalten. Unterdessen ist das neue Gerätehaus in Brück-Gömnigk nun fast fertig. Eigentlich sollten laut Beschluss des Amtsausschusses beide Gebäude dieses Jahr parallel entstehen.

07.12.2015

Die Mehrheit aus Werder/Havel hat sich durchgesetzt. Regionale Produkte sollen künftig an allen Sonntagen von März bis Oktober überall in der Blütenstadt verkauft werden können. Vizelandrat Christian Stein (CDU) sieht das als Wirtschaftsförderung. Nicht alle teilen die Auffassung.

07.12.2015
Anzeige