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Libelle lüftet Geheimnis

Naturwacht-Nachwuchs erforscht Moorlandschaft Libelle lüftet Geheimnis

Der Nachwuchs der Naturwacht "Hoher Fläming" erforscht die hierzulande nur noch seltene Moorlandschaft. Im Rahmen des Junior-Ranger-Camps in Neuehütten haben sie sich dem Thema auch am vergangenen Wochenende angenommen. Ihre erarbeiteten Ergebnisse sollen in ein Theaterstück münden.

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Emilia Siebert als Libelle erklärt Lilly – gemimt von Julia Hess – das Moor.

Quelle: T. Potratz

Neuehütten. Viele Sagen und Mythen ranken sich drum. Krimi-Regisseure verwenden es gern als gespenstische und Kulisse. Die Rede ist vom Moor – hierzulande eine nur noch selten anzutreffende Landschaft.

„Sie liegt mir deshalb sehr am Herzen“, sagt Marina Czepl. „Der Lebensraum nimmt stark ab“, so die Mitarbeiterin von der Naturwacht „Hoher Fläming“. Am Wochenende bekam die Problematik die Hauptrolle beim Junior-Ranger-Camp und folgerichtig die Aufmerksamkeit des Nachwuchses.

Um den 20 Kindern und Jugendlichen aus dem Hohen Fläming die Dramatik der Lage näher zu bringen, griff Marina Czepl zunächst auf die berühmte Kuchenansicht zurück. „Wir haben am Anfang eine geschnittene Torte in die Mitte gestellt und dann nach und nach die Stücke entfernt, bis nur noch ein kleines Stück übrig war. So konnte jeder verstehen, dass nur noch ein Bruchteil der ursprünglichen Moorfläche vorhanden ist“, sagt Czepl. Gründe für das Moorschrumpfen seien unter anderem die zu starke Torfnutzung in der Landwirtschaft und die folgende Demineralisierung des Bodens. „Den Menschen fehlt in Bezug auf die Natur leider oft die Weitsicht“, sagt die Expertin.

Gruppenweise und mit Erlebniswert wird versucht, das Wissen weiter zu vermitteln. „Wir haben drauf geachtet, dass jüngere und ältere Kinder gemischt in den Gruppen arbeiten, damit sie sich gegenseitig mitziehen“, erklärt Czepl. Dann kann es losgehen.

Zum zehnten Mal

Die Naturwacht „Hoher Fläming“ hat das Junior-Ranger-Camp zum zehnten Mal veranstaltet.

Auf dem Gelände an der Jagdscheune Neuehütten herrschten beste Bedingungen für das Zelten.

Insgesamt nahmen 20 Kinder- und Jugendliche und zehn Väter und Mütter teil.

Die Nachwuchs-Teilnehmer waren zwischen fünf und 14 Jahren alt.

Die erarbeiteten Ergebnisse wurden in einem Theaterstück verarbeitet und werden im informativen Faltblatt von die Naturwacht veröffentlicht.

Weitere Aktivitäten waren Nachtexkursionen und mikroskopische Probenuntersuchen aus dem Moor, die das Erlebnis abgerundet haben.

Mehr: www.flaeming.net

Die Gruppen rotieren unter anderem zwischen den Stationen. Von der letzteren Station – Fotodokumentation – will sich Julia Hess gar nicht trennen. „Natur zu fotografieren, macht mir großen Spaß. Meine Schwestern haben hier schon mitgemacht und mir das Camp empfohlen“, sagt die Zehnjährige mit strahlendem Lächeln.

Doch auch sie wechselt gemeinsam mit ihren Mitstreitern weiter und spielt später im wahrsten Sinn des Wortes beim Höhepunkt des Programms eine entscheidende Rolle. Denn ein Theaterstück ist geplant. Darin gehe es um ein kleines Mädchen namens Lilly, welches von Julia Hess gemimt wird. Laut Drehbuch wandelt das kleine Mädchen durch den Wald und wird plötzlich verzaubert. Sie schrumpft.

Nun ist sie so klein, dass sie vorübergehend sogar Angst haben muss von Grasfröschen gefressen zu werden. Zum Glück taucht schnell eine Libelle – Emilia Siebert aus Raben – auf, die Lilly rettet . Sie zeigt zum Beispiel die Mooreidechse, die auf den Menschen aufgrund seiner Aktivitäten im Moor gar nicht gut zu sprechen ist.

Die Darstellungen sind diesmal also weniger geheimnisvoll, vielmehr erklärend. „Ich bin fest davon überzeugt, dass es sehr wichtig ist etwas für die Umwelt zu tun. Wir brauchen sie“, sagt die 12-Jährige, die das Insekt spielt und ihre Flügel bestimmt noch häufiger anschnallen wird. Das Stück wird ein Beitrag der Naturwacht Brandenburg für den diesjährigen Jugendumweltpreis sein.

Von Tobias Potratz

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