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Potsdam-Mittelmark Liebe, Intrige und Versöhnung in der Kurstadt
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13:38 11.09.2017
Nahezu 140 Zuschauer lauschten der Musik in Bad Belzig. Quelle: Christiane Sommer
Bad Belzig

Nahezu 140 Menschen waren am Sonntagnachmittag in die Bad Belziger Stadtkirche St. Marien gekommen, um in das Davidoratorium nach den Worten der Heiligen Schrift von Carl Gottlieb Reißiger einzutauchen.

Mit einem „herzlichen Willkommen zu einem besonderen Konzert“, begrüßte Pfarrer Mathias Stephan die Gäste. Weil das Werk einen großen Chor erfordert, steht eine gemeinsame Aufführung des Bachchores aus Köthen und des hiesigen Davidchores bevor. Komplettiert wird sie durch Musiker der Anhaltischen Philharmonie Dessau und den Solisten Friederike Holzhausen (Sopran), Susanne Scheinpflug (Alt), Thomas Kalka (Tenor), Stephan Scherpe (Tenor), Oliver Pitt (Bass) und Stephan Puppe (Bass).

Eine Premiere war es für die Musiker nicht, denn in gleicher Besetzung gab es bereits im Mai in der Schlosskirche zu Wittenberg und im Juni in Köthen eine Aufführung. Nun aber steht die Aufführung unter der Leitung des hiesigen Kantors Winfried Kuntz – im Herzen von Bad Belzig.

Eine Geschichte, die hoffen lässt und tröstet

Über zwei Stunden ist die Kirche von Musik erfüllt. Sie erzählt von Niederlagen und Siegen, von Hass und Liebe, von Intrige und Offenheit und letztlich von einer Versöhnung - mit Gott. Es ist eine Geschichte, die hoffen lässt und tröstet. Die Aufmerksamkeit gebührt den Sängern und Musikern, die die Geschichte mit Leidenschaft und Gefühl erzählen.

Im Mittelpunkt des „David“, der in zwei Teilen aufgeführt wurde, steht das Leben Königs Davids aus dem Alten Testament. Geschrieben wurde das Oratorium um 1850 von Carl Gottlieb Reißiger (1798 bis 1859), einem Belziger Kind, das in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche geboren und aufgewachsen ist. In seinem Geburtshaus lebte später Thea Labes. Die 2011 verstorbene Kantorin verhalf einem Teil des musikalischen Nachlasses von Reißiger, das lange Zeit vergessen in Archiven schlummerte, zu einer Renaissance. Der frühere Kapellmeister am sächsischen Hof in Dresden hatte eine Fülle von weltlichen Liedern, Opern und geistlicher Musik hinterlassen, die in Vergessenheit geraten war - wie den „David“, erinnerte Pfarrer Stephan die Zuschauer.

Sopranistin Friederike Holzhausen musizierte am Sonntag zum wiederholten Male in der Stadtkirche St. Marien mit dem Davidchor. Quelle: Christiane Sommer

Genau 30 Jahre ist es her, dass das Davidoratorium in der Stadt das erste Mal aufgeführt wurde, damals jedoch noch unter Leitung von Leitung von Thea Labes. Die Amtsvorgängerin von Pfarrer Winfried Kuntz, die in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden wäre, hatte damals wie für alle anderen in ihrer Regie stattfindenden Musikveranstaltungen ein Plakat entworfen. Es ziert eine Krone, die symbolisch für den „David“ aus dem Alten Testament steht. Genau diese Krone schmückte sowohl die Ankündigungen für die diesjährige Konzertreihe als auch die für das Publikum bereit liegenden Begleithefte. „Es ist zu unserm Label für den ‚David’ geworden“, bemerkt Barbara Weigel, die Vorsitzende der Reißiger Gesellschaft.

Emotionen im Publikum und unter den Musikern

Als die Musik später verklingt, erfüllt anhaltender Applaus das Kirchenschiff. Emotionen brechen sich Raum – im Publikum, unter den Sängern und unter Musikern. „Mir gehen gerade so viele Sachen durch den Kopf. Das Konzert hier in der Stadt ist für uns mit so vielen Erinnerungen verbunden“, fasst Kantor Winfried Kuntz seine und die Gefühle vieler anderer vor Ort in Worte.

Ein bewegendes, fast inniges Konzert

Sopranistin Friederike Holzhausen spricht über Empfindungen auf der Bühne und das Publikum im Hohen Fläming

Frau Holzhausen, wie waren ihre Empfindungen während der Aufführung?

Es war sehr bewegend, fast innig. Ich hatte das Gefühl, als schwinge der Geist von Thea Labes in diesem Raum noch immer mit.

Wie empfanden Sie das Publikum?

Sehr aufgeschlossen. Ich glaube das Publikum empfand Thea Labes wie ich als allgegenwärtig.

Wie hat Ihnen die Akustik in der Bad Belziger Stadtkirche im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Aufführungen in Wittenberg und Köthen gefallen?

Die Akustik hier in der St. Marienkirche ist sehr schön. So habe ich auch das Konzert in Köthen erlebt. In Wittenberg war es aufgrund der Größe der Schlosskirche etwas problematischer. Allerdings war die Aufführung in Bad Belzig schwungvoller als in Köthen. Das lag an unserem Dirigenten, dem Kantor Winfried Kuntz.

Von Christiane Sommer

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