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Liebhaber werden in Kuhlowitz fündig

Historische Landmaschinen zu verschenken Liebhaber werden in Kuhlowitz fündig

Der Arbeits- und Ausbildungsförderungsverein Potsdam-Mittelmark (AAfV) beherbergt in einer Halle in Kuhlowitz zahlreiche historische Haushalts- und Bauerngeräte. Um Platz zu schaffen, werden diese jetzt an Museen, Dorf- und Heimatvereine verschenkt. Ein besonders Schmuckstück wartet jedoch noch auf seinen neuen Besitzer.

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Holger Haendschke betreut die Verteilaktion.

Quelle: A. Koska

Kuhlowitz. Die Wagenräder waren als erstes weg. Aber auch die Drillmaschinen, Mähwerke, Kornsensen, der Kastenwagen, Schlitten, Pferderechen und andere landwirtschaftliche Geräte haben schnell ihre Liebhaber gefunden. Die riesige Halle auf dem Gelände des Arbeits- und Ausbildungsförderungsverein Potsdam-Mittelmark (AAfV) in Kuhlowitz hat sich inzwischen sichtlich geleert.

Die 84 historischen Haushalts- und Bauerngeräte sind aber nicht etwa von dreisten Dieben geklaut worden. Sie wurden verschenkt. „Die Idee dafür wurde im Team geboren“, sagt Holger Haendschke. Der Sachgebietsleiter für Projektplanung und -organisation beim AAfV betreut die Verteilaktion. Der AAfV hatte von Mitgliedsbetrieben die Maschinen und Geräte erhalten. Mit ABM-Kräften wurden diese dann restauriert und für Volks- und Dorffeste sowie Bauerntage ausgeliehen.

Mit dem Ende der Arbeitsbeschaffungsprogramme endeten allerdings auch die Restaurierungsarbeiten – und es wurde ruhig um den Fundus. „Wir mussten für den Bestand jährlich eine Inventur durchführen – genutzt und bearbeitet wurde nichts mehr“, sagt AAfV-Geschäftsführer Roland Leisegang. „Außerdem brauchten wir den Platz.“ So wurde die Idee geboren, die Sammlung aufzugeben und an Museen sowie Dorf- und Heimatverein zu verschenken.

Unterstützung fand der Verein bei der Kulturreferentin des Landkreises Potsdam-Mittelmark, Doris Patzer. Sie informierte die ihr bekannten Vereine und Einrichtungen. Mit durchschlagendem Erfolg: Innerhalb von zwei Wochen waren 46 Maschinen weg. „Das sind 53 Prozent“, sagt Sachgebietsleiter Haendschke. „Aber auch der Rest kann und soll noch weg – denn zum Wegwerfen sind die Geräte zu schade.“

So wird ein alter Leiterwagen demnächst in Raben stehen. Auch Spritzen, Strohschneider, Jauchepumpe, Wäschemangeln, Waagen, oder Häufelpflüge können noch abgeholt werden. Ein besonderes Schmuckstück ist die Dreschmaschine. „Dafür braucht man Platz“, stellt Haendschke fest. „Außerdem ist der Transport sicher nicht einfach – alles muss abgeholt werden.“ Und so wartet die Landwirtschaftsmaschine noch auf ihren neuen Besitzer.

Der Arbeits- und Ausbildungsförderungsverein verschenkt aber nicht nur historische Geräte, er entwickelt auch Beschäftigungsprojekte für Leistungsempfänger des Jobcenters. Falls sie die Voraussetzungen erfüllen, könnten bald auch Flüchtlinge beschäftigt werden. Die Projekte müssen von öffentlichem Interesse sein und dürfen keine bestehenden Arbeitsplätze gefährden. Ziel ist es, die Teilnehmer für sozialversicherungspflichtige Jobs zu vermitteln.

Von Andreas Koska

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