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Lina Gellert ist Azubi des Monats Februar

Potsdam-Mittelmark Lina Gellert ist Azubi des Monats Februar

Jeden Monat ehrt die Handwerkskammer Potsdam einen „Azubi des Monats“. Im Februar 2018 wurde Malerlehrling Lina Gellert (19) aus Treuenbrietzen mit dem Titel überrascht. Dass sie die Auszeichnung verdient, hat sie schon im ersten Lehrjahr bewiesen: Sie leitete ein Malerprojekt an einer Berliner Grundschule und ist Botschafterin ihres Handwerks.

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Ungewöhnlich viel Aufmerksamkeit für Lina Gellert: Am Donnerstag wurde sie als „Azubi des Monats“ ausgezeichnet.

Quelle: Victoria Barnack

Treuenbrietzen. „Den Beruf würde ich mir wieder aussuchen“, sagt Lina Gellert. Die 19-Jährige ist fast fertig mit ihrer Lehre zur Malerin und Lackiererin. Im Sommer steht die Gesellenprüfung an. Vorher hat ihr Chef, Manuel Schröder von der „Fläming Malerei“ in Treuenbrietzen, sie noch einmal besonders motiviert. Bei der Handwerkskammer Potsdam schlug er Gellert für den Titel „Azubi des Monats“ vor. Weil auch ihre Leistungen in der Berufsschule stimmen, überreichte HWK-Hauptgeschäftsführer Ralph Bührig am Donnerstag die Auszeichnung.

Lina Gellert (19) ist Azubi des Monats Februar der Handwerkskammer HWK Potsdam

Lina Gellert (19) ist Azubi des Monats Februar der Handwerkskammer HWK Potsdam. Mit auf dem Foto ist ihr Chef Manuel Schröder (rechts) und HWK-Geschäftsführer Ralph Bührig

Quelle: Victoria Barnack

Dass sie den Titel für besonderes Engagement in der Ausbildung verdient, hat Lina Gellert schon im ersten Lehrjahr bewiesen: An der Berliner Vineta-Grundschule setzte sie im gemeinsamen Projekt mit den Schülern binnen einer Woche die Geschichte von der versunkenen Stadt, die der Schule ihren Namen gab, gestalterisch im Treppenflur um. Außerdem stellt sie als „Schulpate“ Berliner Kindern ihren Handwerksberuf vor. „Ihre Art, ihre Umgangsweise mit den Kunden und vor allem ihre Arbeit überzeugen“, sagt Malerkollegin Katrin Friedrich.

Das Lob gibt die Auszubildende gern zurück. Nach einem Praktikum entschied sie sich für die Ausbildung in dem Treuenbrietzener Malerbetrieb. „Eigentlich wusste ich gar nicht, was ich nach der Schule machen will“, erinnert sie sich. Vor allem das familiäre Arbeitsklima und die netten Kollegen überzeugten, berichtet Lina Gellert. Denn Geschäftsführer Manuel Schröder hat mit seinen 14 Mitarbeitern ein junges Team zusammengestellt – mit einem Durchschnittsalter von unter 30 Jahren. Als sich der Maler in vierter Generation selbstständig machte, war er selbst gerade 23 Jahre alt.

Geschäftsführer und Malermeister Manuel Schröder würde seine Angestellte sehr gern übernehmen

Geschäftsführer und Malermeister Manuel Schröder würde seine Angestellte sehr gern übernehmen.

Quelle: Victoria Barnack

Die Ausbildung des Malernachwuchses steht für Schröder seit Beginn der Unternehmensgeschichte im Jahr 2009 im Mittelpunkt. „Teilweise ist es schon schwer, neue Mitarbeiter zu finden“, berichtet er und bildet sie deshalb selbst aus. Neben Lina Gellert lernen derzeit noch zwei weitere, junge Menschen aus der Region den Beruf des Malers und Lackierers. Auch für das nächste Ausbildungsjahr gibt es in der „Fläming Malerei“ wieder Lehrstellen. Schröder haben bereits die ersten Bewerbungen erreicht.

Im Februar testet er die neuen Kandidaten beim Pflichtpraktikum. „Das große Ziel ist immer, die Auszubildenden am Ende zu übernehmen“, sagt der Malermeister und Betriebswirt. Und so stehen auch für Lina Gellert die Chancen sehr gut, als Gesellin von ihrem Treuenbrietzener Chef angestellt zu werden.

Ausbildungsplätze im Handwerk

Über 600 freie Lehrstellen gibt es aktuell bei der Handwerkskammer Potsdam. Die rund 17 300 Mitgliedsbetriebe erstrecken sich von der Prignitz bis in den Fläming über ganz Westbrandenburg.

In mehr als 130 Berufen können sich Schulabgänger allein im Handwerk ausbilden lassen. Neben klassischen Jobs wie Maler, Bäcker oder Friseur werden auch inzwischen seltene Handwerke angeboten wie Glaser und Sattler.

Für Unentschlossene hat die Handwerkskammer Potsdam auch Praktikumsplätze und Einstiegsqualifizierungen im Angebot, beispielsweise als Zerspanungsmechaniker in Götz oder als Augenoptiker in Stahnsdorf.

Die Lehrstellenberatung der Handwerkskammer findet jeden Dienstag von 9 bis 18 Uhr in Potsdam statt. Wer sich telefonisch unter 0331/37 03 0 anmeldet, bekommt individuelle Unterstützung auf der Suche nach dem Traumberuf im Handwerk.

So weit hat die 19-Jährige aber noch gar nicht geplant. „Ich mache einen Schritt nach dem anderen“, sagt sie und will zunächst die Abschlussprüfung gut über die Bühne bringen und danach Berufserfahrung sammeln. „An den Meistertitel denke ich jetzt noch nicht“, erklärt sie.

Dafür weiß die 19-Jährige bereits genau, was sie an ihrem Handwerksberuf schätzt. „Am meisten Spaß machen mir Kreativarbeiten“, erzählt sie. Erst kürzlich durfte sie den Flur der Malerei neu gestalten. Mit einer besonderen Spachteltechnik hat sie eine alte Holzverkleidung nachempfunden. An der gegenüberliegenden Wand wurde ein Mauerwerk nachgeahmt.

Ihr Beruf ist mehr als Wände streichen und Tapeten kleben. Deswegen würde sie ihre Wahl jederzeit wieder genauso treffen. „Auch mit Farbe arbeite ich gern. Ich habe kein Problem damit, mich dreckig zu machen“, sagt die Auszubildende.

Von Victoria Barnack

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