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Linke Jugend Fläming am Start

Schüler drängen in die Lokalpolitik Linke Jugend Fläming am Start

Der Kreisverband der Linken in Potsdam-Mittelmark verjüngt sich stark. Schüler drängen in die Politik. Das wurde jetzt beim Kreisparteitag in Rehbrücke deutlich. Dort stellte Hannes Gantzkow aus Brück eine eigene Jugendgruppe mit zwölf Mitstreitern vor.

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Die Nachwuchsriege der Linken in Potsdam-Mittelmark hat sich erstmals öffentlich präsentiert.

Quelle: privat

Bad Belzig. Im Fläming drängen Schüler in die Lokalpolitik. Zumindest kann der Kreisverband Potsdam-Mittelmark der Partei Die Linke erstmals seit Jahren wieder einen Mitgliederzuwachs verzeichnen. Beim Parteitag der Sozialisten in Rehbrücke stellte Hannes Gantzkow jetzt die frisch gegründete Gruppe „Linke Jugend Fläming“ und ihre Ideen vor. Insgesamt 13 Schüler seines Alters um die 16 Jahre hat der Brücker Schüler um sich geschart. Sie kommen aus Bad Belzig, Brück, Treuenbrietzen und Wiesenburg. „Bislang war ich noch nicht politisch aktiv, aber immer politisch denkend“, erzählt Hannes Gantzkow. Er ist nun der Linken beigetreten. „Andere arbeiten bei uns in der Gruppe mit, ohne Mitglied geworden zu sein“, erzählt der Elftklässler vom Fläming-Gymnasium in Bad Belzig.

Neue Gesichter für frische Politik

Ziel der Gruppe sei es „Jugendliche mehr für Politik zu interessieren und sie zu motivieren, sich einzubringen, um ihre Belange selbst zu regeln“, sagt Hannes Gantzkow. Betätigungsfelder sieht er beispielsweise in der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit rund um die Übergangswohnheime in Bad Belzig und Brück. Zudem müsse auch die Mobilität für Jugendliche im ländlichen Raum verbessert werden, erklärt Hannes Gantzkow zu den konkreten Zielen seiner Gruppe. Sie will sich auch bewusst als Alternative gegen zunehmend rechte Strömungen im Fläming positionieren. Auch hier mache sich vor dem Hintergrund von Pegida „zunehmend eine gemäßigte Rechte“ breit, sagt Hannes Gantzkow.

Er und seine Jungen Mitstreiter seien sich jedoch auch bewusst, dass ihr Enthusiasmus für eine politische Arbeit „womöglich oft auch größer sei wird als die Möglichkeiten zur Mitgestaltung innerhalb der Partei“, so Gantzkow. Dennoch wurden er und einige Mitstreiter sogleich mit Verantwortung ausgestattet. So ist Hannes Gantzkow während des Parteitages bereits in den Kreisvorstand nachgewählt worden. Zudem ist er als Delegierter für den Landesparteitag nominierte worden. Richard Heine (18) aus Bad Belzig wird den Fläming beim Bundesparteitag der Linken vertreten. Eine weitere, 17-jährige Genossin ist von Rehbrücke aus in den Landesausschuss entsandt worden.

Einige unter 18-Jährige dabei

„Für viele ergraute Linke waren Hannes und seine junge Truppe die Überraschung des regulären Kreisparteitages“, sagt Thomas Singer. „Jeder Achte dieses Treffens in Rehbrücke war damit unter 18 Jahre alt“, konstatiert der Sprecher der Kreistagsfraktion der Linken. Entsprechend aufgelockert erfolgte sodann die Arbeit in den Workshops unter anderem zu den Themen nachhaltige Mobilität und Pressearbeit.

Jan Eckhoff, Kreisvorsitzender der Linken in Potsdam-Mittelmark

Jan Eckhoff, Kreisvorsitzender der Linken in Potsdam-Mittelmark.

Quelle: privat

INTERVIEW

Jan Eckhoff (29) aus Bad Belzig ist der Kreisvorsitzende der Partei Die Linke im Landkreis Potsdam-Mittelmark.


MAZ:
Herr Eckhoff, wie bewerten Sie die Verjüngung ihrer Partei und die Initiative der Jugendgruppe.

Jan Eckhoff: Es ist natürlich positiv. Zwar haben wir immer mal wieder Jugendliche in unseren Reihen. Das Problem ist aber auch bei uns, sie bei der Stange zu halten und zu motivieren. Das kenne ich noch aus eigener Erfahrung. Ich bin vor elf Jahren auch mit 17 in die Politik eingestiegen.

Wie wollen Sie denn motivieren?

Eckhoff: Ich würde die Initiative beflügeln und ihr dabei Raum für eigene Ideen geben. Da müssen wir uns auch mal was trauen und die Jugend für ihre Projekt auch mit einem eigenen Budget ausstatten.

Welchen Einfluss wird eine junge Gruppe in etablierten Strukturen denn haben können?

Eckhoff: Damit die jungen Mitglieder nicht einzeln in der Alltagsarbeit der Ortsgruppen untergehen, haben wir die eigene Jugendgruppe vorgeschlagen. In der Formation können sie mit Unterstützung der Kreisgeschäftsstelle ihre Projekte angehen.

Die jungen Mitglieder senken den bislang hohen Altersschnitt. Wie entwickeln sich die Mitgliederzahlen?

Eckhoff: In der Tat ist der Altersschnitt bei uns hoch. Auch sterben mehr Mitglieder, als neue nachrücken. Nach Jahren der Stagnation und des Mitgliederschwundes haben wir nun erstmals seit 1990 wieder leichten Zuwachs. Die Mitgliederzahl stieg von 384 auf 389.

Von Thomas Wachs

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