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Linke fordern Ausschreibung des Chefpostens

Amtsdirektorenwahl in Wusterwitz Linke fordern Ausschreibung des Chefpostens

Obwohl sich die Wusterwitzer Amtsdirektorin Gudrun Liebener (parteilos) zur Ruhe setzen wollte, hat die 63-Jährige jetzt ihre Bereitschaft zur Wiederwahl erklärt. Der Amtsausschuss will offenbar auf eine öffentliche Ausschreibung verzichten, dagegen macht die Linksfraktion mobil.

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Amtsdirektorin Gudrun Liebener (l.) vor acht Monaten bei der Verabschiedung der Standesbeamtin Ellen Recknagel-Bremer mit deren Nachfolgerin Stefanie Lippold (r.), die die Verwaltung bereits wieder verlassen hat.

Quelle: C. Nack

Wusterwitz. Eigentlich wollte die Wusterwitzer Amtsdirektorin Gudrun Liebener (parteilos) nach dem Auslaufen ihrer zweiten Amtszeit am 30. September dieses Jahres in den verdienten Ruhestand gehen. Das hatte die 63-jährige Rogäsenerin auch schon bei öffentlichen Veranstaltungen verkündet. Die Stelle sollte ausgeschrieben werden und ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin aus dem Amtsbereich kommen, so ihr Wunsch.

Doch offenbar fehlen ihr noch ein paar Jahre am vollen Pensionsanspruch. Daher soll nun auf eine Ausschreibung verzichtet werden und die Amtsdirektorin auf der Sitzung des Amtsausschusses am kommenden Montag wiedergewählt werden. So sieht es die Tagesordnung vor.

Laut Paragraf 138 der Kommunalverfassung kann von einer öffentlichen Ausschreibung der Stelle abgesehen werden, wenn der Amtsinhaber seine Bereitschaft zur Wiederwahl erklärt. Dies hatte Gudrun Liebener am 18. März gegenüber dem Amtsausschussvorsitzenden Ronald Melchert (CDU) schriftlich getan. Der Beschluss bedarf der Mehrheit der gesetzlichen Anzahl der Mitglieder.

Gegen diese Verfahrensweise gibt es Widerstand. „Wir fordern eine öffentliche Ausschreibung der Amtsdirektorenstelle“, sagt Lothar Ohge aus Wusterwitz, der für die Linken sowohl im Amtsausschuss als auch im Gemeinderat sitzt. Von Bürgern, einzelnen Volksvertretern und selbst von ehemaligen Verwaltungsmitarbeitern habe man Unterstützerunterschriften. „Frau Liebener kann sich ja wieder bewerben. Aber wir sind dagegen, dass die Sache wie vor acht Jahren durchgewunken wird“, erklärt Fraktionschef Norbert Tilegant. Mit zwei Anfragen habe er sich an Ausschusschef Melchert gewandt, um die Gründe für den plötzlichen Sinneswandel zu erfahren, aber nur „lapidare Antworten“ erhalten. Für Gudrun Liebener, die 2000 Nachfolgerin von Bernd Harnisch wurde, wäre es die dritte Amtszeit. Unklar ist, ob über die vollen acht Jahre.

Nach Ansicht der Linken, wäre es Zeit für einen Jüngeren mit höherer fachlicher Qualifikation und menschlichen Qualitäten, um das Amt angesichts der im Land geplanten Reformen für die Zukunft vorzubereiten. „Die Amtsdirektorin hat ihre Verdienste, aber auch negative Seiten wie einen autoritären Führungsstil. Niemand traut sich aufzumucken“, so Tilegant und Ohge, die auf die hohe Fluktuation von Verwaltungsmitarbeitern verweisen. Erst kürzlich hat die neue Standesbeamtin Stefanie Lippold, die auf Amtskosten extra zu einem Lehrgang geschickt wurde, das Handtuch geworfen.

Selbst aus Sicht des ehemaligen Gemeindevertreters Bernd Lachmann, „läuft vieles in alten Bahnen“. Er erinnert an den Müllskandal und die Krise 2006/7, in deren Ergebnis der damalige Bürgermeister Klaus Steffen (FDP) zurücktrat. Lachmann hatte sich damals auf die Seite Liebeners gestellt, weil Steffen die Fakten nicht auf den Tisch gelegt hätte, was ihm, Lachmann, aus heutiger Sicht leid tue.

Ohge hofft am Montag auf ein Patt, was für eine als Chance zu verstehende Ausschreibung reichen würde, bei den politischen Mehrheitsverhältnissen im achtköpfigen Amtsausschuss allerdings schwer sein dürfte.

Sowohl Ausschussvorsitzender Ronald Melchert als auch Amtschefin Gudrun Liebener waren zu einer Stellungnahme nicht bereit.

Von Claudia Nack

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