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Linke kann sich Unterstützung Blasigs vorstellen

Stichwahl um Landratsposten Linke kann sich Unterstützung Blasigs vorstellen

Im bevorstehenden Duell um den Landratsposten in Potsdam-Mittelmark zwischen CDU-Bewerber Franz Herbert Schäfer und Wolfgang Blasig (SPD) kann sich die Linke eine Unterstützung des Amtsinhaber vorstellen – unter bestimmten Bedingungen.

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Die Auszählung der Stimmen am Sonntag ging zügig, sagte Wahlleiterin Kerstin Kümpel.

Quelle: Bernd Gartenschläger

Potsdam-Land. Nach der Wahl ist vor der Wahl: In knapp zwei Wochen, am 9. Oktober, sind 175 000 Mittelmärker erneut aufgerufen, nun in einer Stichwahl den neuen Landrat zu wählen. Amtsinhaber Wolfgang Blasig (SPD) tritt gegen Franz Herbert Schäfer (CDU) an, der mit 21,2 Prozent das zweitbeste Ergebnis am Sonntag erzielt hat. Blasig lag mit 45,6 Prozent der Stimmen klar vorn, verfehlte aber die absolute Mehrheit. Sollte bei der Stichwahl das Quorum nicht erreicht werden, muss der Kreistag entscheiden, wer ab dem 16. Februar kommenden Jahres neuer Landrat in Potsdam-Mittelmark wird. Dies würde Ende Januar, Anfang Februar der Fall sein. Dafür muss nach Angaben von Wahlleiterin Kerstin Kümpel die Stelle des Landrats ausgeschrieben werden. „Alles fängt dann wieder bei Null an“, so Kümpel. Es könnten damit andere Kandidaten antreten als jetzt zur Stichwahl. Kümpel ruft die Brandenburger dazu auf, die Möglichkeiten der Direktwahl zu nutzen.

Die im ersten Wahlgang unterlegenen Bewerber Sven Schröder (AfD) und Andreas Schramm (Piraten) werden zur Stichwahl keine Empfehlung für einen der beiden Kandidaten geben. Die Linke und ihr geschlagener Landratskandidat Klaus-Jürgen Warnick können sich eine Unterstützung von Wolfgang Blasig (SPD) vorstellen, knüpfen dies aber an Bedingungen. Warnick nennt „den Erhalt der Gesundheitsfürsorge in der Fläche des Kreises“ und eine wesentliche Erhöhung des Kreisentwicklungsbudgets, um zwischen starken und schwachen Kommunen in Potsdam-Mittelmark mehr als bisher ausgleichend zu wirken. „Ohne sachlich-inhaltliche Zusagen werden wir keine Empfehlung für die Wahl Wolfgang Blasigs geben“, sagte Warnick.

Damit der Wählerwille nicht auf der Strecke bleibt, rufen auch alle unterlegenen Kandidaten dazu auf, zur Stichwahl zu gehen. Der Sieger des nun anstehenden Duells muss zugleich das Quorum erreichen, sonst war die Wahl umsonst. Er muss also mindestens 15 Prozent der Stimmen aller Wahlberechtigten holen. In Potsdam-Mittelmark liegt diese Hürde bei 26 250 Stimmen. Für Blasig hatten am 25. September 37 263 Wahlberechtigte gestimmt. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass die Wahlbeteiligung bei Stichwahlen in der Regel geringer ist als im ersten Urnengang. Am vergangenen Sonntag waren 286 Wahllokale mit jeweils fünf bis neun Wahlhelfern besetzt. Die meisten Menschen gingen im Heimatort Blasigs zur Wahl. In Kleinmachnow lag die Wahlbeteiligung bei 59,1 Prozent und damit klar über dem Kreisdurchschnitt (46,6 Prozent). Die meisten Anhänger hat der Landrat aber in Dörfern fern der Heimat. Seinen größten Wähleranteil verbuchte er mit 79,2 Prozent im Bad-Belziger Ortsteil Bergholz. In Schäpe (Beelitz) kam er auf 63,9 Prozent. CDU-Kontrahent Schäfer hat seine Hochburg im Heimatort Schenkenberg (Gemeinde Groß Kreutz), wo 53,3 Prozent der Wähler für ihn votierten und im benachbarten Jeserig (47,6 Prozent).

Wahlergebnisse aus Umlandkommunen

Schwielowsee: Wahlbeteiligung 45,1 Prozent, Franz-Herbert Schäfer (CDU) 19,5 Prozent, Wolfgang Blasig (SPD) 46 Prozent, Klaus-Jürgen Warnick (Linke) 16,4 Prozent, Sven Schröder (AfD) 15,6 Prozent, Andreas Schramm (Piraten) 2,5 Prozent.

Werder: Wahlbeteiligung 42,8 Prozent, Schäfer 24,6 Prozent, Blasig 40,1 Prozent, Warnick 14,2 Prozent, Schröder 18,5 Prozent, Schramm 2,6 Prozent.

Groß Kreutz (Havel): Wahlbeteiligung 44,3 Prozent, Schäfer 36,3 Prozent, Blasig 32,8 Prozent, Warnick 11,5 Prozent, Schröder 17,7 Prozent, Schramm 1,8 Prozent.

Teltow: Wahlbeteiligung 44 Prozent, Schäfer 19,9 Prozent, Blasig 47 Prozent, Warnick 14,2 Prozent, Schröder 14,9 Prozent, Schramm 4,1 Prozent.

Stahnsdorf: Wahlbeteiligung 44 Prozent, Schäfer 20 Prozent, Blasig 49,2 Prozent, Warnick 13,8 Prozent, Schröder 13,6 Prozent, Schramm 3,4 Prozent.

Kleinmachnow: Wahlbeteiligung 59,1 Prozent, Schäfer 24,5 Prozent, Blasig 50,1 Prozent, Warnick 13,6 Prozent, Schröder 7,3 Prozent, Schramm 4,5 Prozent.

Nuthetal: Wahlbeteiligung 48,6 Prozent, Schäfer 16,4 Prozent, Blasig 45,7 Prozent, Warnick 19 Prozent, Schröder 16,3 Prozent, Schramm 2,7 Prozent.

Michendorf: Wahlbeteiligung 49,9 Prozent, Schäfer 21,8 Prozent, Blasig 44,2 Prozent, Warnick 13,9 Prozent, Schröder 17,4 Prozent, Schramm 2,7 Prozent.

Beelitz: Wahlbeteiligung 45,5 Prozent, Schäfer 19,8 Prozent, Blasig 43,7 Prozent, Warnick 13,9 Prozent, Schröder 20 Prozent, Schramm 2,7 Prozent.

Seddiner See: Wahlbeteiligung 40,8 Prozent, Schäfer 15,4 Prozent, Blasig 45,6 Prozent, Warnick 16,7 Prozent, Schröder 20,8 Prozent, Schramm 1,5 Prozent.

Gesamtergebnis Landkreis: Wahlbeteiligung 46,6 Prozent, Schäfer 21,2 Prozent, Blasig 45,6 Prozent, Warnick 14,1 Prozent, Schröder 16,3 Prozent, Schramm 2,8 Prozent.

Von Jens Steglich

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