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Literweise Obstwein und neue Rekorde

Baumblütenfest in Werder Literweise Obstwein und neue Rekorde

Die ersten drei Tage des 138. Baumblütenfestes in Werder (Potsdam-Mittelmark) sind vorüber. Vor allem der Sonntag war bei den Besuchern beliebt, die Blütenstadt erlebte einen regelrechten Ansturm. Veranstalter und Polizei sind zufrieden.

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Massenweise Festbesucher drängten sich am Wochenende in Werder.

Quelle: Julian Stähle

Werder. Immer zur „Blüte“ sieht man sich in Werder wieder. Denn dann feiern die Werderaner gemeinsam mit abertausenden Gästen aus ganz Deutschland die Tradition des Obstbaus und der Weinherstellung und tummeln sich auf den Straßen oder in den Gärten der Blütenstadt. So war es auch am ersten Wochenende des 138. Baumblütenfestes, das nach Angaben der Polizei und der Stadt friedlich, angenehm und auch mit einigen Rekorden startete.

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Werder, 1. Mai 2017 – Strahlender Sonnenschein hat dafür gesorgt, dass die Stadt Werder am Sonntag einen wahren Besucheransturm erlebte. Aber auch am Montag war das Volksfest sehr gut besucht. MAZ-Fotograf Julian Stähle war dabei.

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Mit Pauken und Trompeten, angeführt vom Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr in Werder, ging das Volksfest am Sonnabend offiziell los. Viele Vereine, Institutionen und Unternehmen aus Werder haben sich im Jahr des 700. Geburtstags der Stadt für den traditionellen Festumzug etwas Besonderes einfallen lassen und bewiesen eindrucksvoll, wie abwechslungsreich Werder und seine acht Ortsteile sind.

Werderaner zeigen, was in ihnen steckt

Insgesamt 71 Vereine, 49 Autos und 1499 Teilnehmer zogen über knapp anderthalb Stunden von der Moosfennstraße quer durch die Stadt zum Markt auf der Insel. Der Festumzug war dem Organisator Klaus-Dieter Bartsch zufolge mit mehr als 750 Metern so lang wie noch nie zuvor. Erstmals mit dabei waren zum Beispiel neben der aktuellen Baumblütenkönigin auch alle ehemaligen Majestäten von 1990 bis 2017, die Walter Kassin, Vorsitzender vom Werderschen Obst- und Gartenbauverein für den Umzug gewinnen konnte. „Ich bin sprachlos und habe es sehr genossen zu sehen, was die Werderaner hier auf die Beine gestellt haben“, sagte Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) bei ihrer Ansprache.

117 Straftaten und 34 Körperverletzungen

Während der erste Festtag am Sonnabend laut Polizei weitgehend friedlich verlief, war der Sonntag von mehr Einsätzen geprägt, so Polizeiführer Peter Meyritz.

117
Straftaten wurden bis Sonntag 0 Uhr registriert. Darunter waren 41 Drogen-Verstöße.

Ein 18-jähriger Berliner etwa ist beim Rauchen eines Joints erwischt und danach durchsucht worden. Er trug mehrere Tabletten und Tütchen mit Drogen bei sich.

34
Mal rückten die Polizisten wegen Körperverletzungen aus. Weiterhin wurden 14 Beleidigungen und vier Widerstände registriert. Viermal wurden außerdem verfassungswidrige Symbole verwendet oder gezeigt.

Bis Sonntag 0 Uhr gab es 140 Platzverweise. Sieben Festbesucher wurden festgenommen. Zum großen Teil seien die Betroffenen stark alkoholisiert gewesen.

Die Bundespolizei , vor Ort am und um den Bahnhof, sprach am Montagabend insgesamt von einem ruhigen Wochenende, auch was die Anzahl der Straftaten anging. „Es gab keine größeren Vorfälle bei An- und Abreise“, sagte ein Sprecher der MAZ.

Genauere Zahlen wolle man erst nach dem Baumblütenfest bekannt geben.

Über das soziale Netzwerk Twitter hat die Bundespolizei in diesem Jahr erstmals über aktuelle Einsätze informiert. Neben zeitweiligen Sperrungen des Bahngleises nach Berlin wegen Überfüllung, auf den Gleisen spazierenden Festbesuchern und einer Festnahme wurden keine Vorfälle veröffentlicht.

Für einen kurzen Schreckmoment sorgte am Montagvormittag ein 33-Jähriger aus Potsdam. Er fuhr während der Aufbauphase, noch vor Öffnung der meisten Stände und noch vor Sperrung des Festgeländes auf der Straße Unter den Linden und blieb auf der Straßenmitte stehen.

Als er einer Feuerwehr Platz machen sollte , beschleunigte er aus unbekanntem Grund auf etwa 60 Metern bis 50 Stundenkilometer und bremste mit quietschenden Reifen wieder ab. Zehn Passanten standen am Straßenrand, niemand wurde verletzt.

Gemeinsam mit der frisch gekürten Blütenkönigin Christin Schiffner fuhr die Stadtchefin zuvor inmitten des Umzugs in einem goldenen Beatle durch die Straßen. Traktoren zogen mit Blüten geschmückte Wagen hinter sich her, Tanzvereine und die Cheerleader führten kleine Choreographien auf und die Volleyballer brachten sogar Netz und Bälle mit. Auch Hundeliebhaber kamen auf ihre Kosten, denn der Schäferhund- und der Teckelverein zog mit den Vierbeinern an den vielen Zuschauern vorbei. Feuerwehren, Schulen, Kitas, Heimatvereine und etliche Sportvereine, auch aus den Ortsteilen, durften ebenfalls nicht fehlen.

„Lösbare Probleme“ an den Sperrkreisen

Rekorde gab es indes auch beim Baumblütenlauf zu vermelden: 358 Teilnehmer, zwischen 4 und 74 Jahre alt, rannten im Stadtwald um die Wette. Stadtsprecher Henry Klix zufolge sei auch der Besucherandrang auf den Obsthöfen spürbar gestiegen. „Nach den Frösten und den zu erwartenden Ernteverlusten freuen sich die Obstbauern über die Gäste in diesem Jahr ganz besonders“, sagte Walter Kassin. Nach Schätzungen der Bundespolizei kamen bis Montagnachmittag mehr als 24 000 Menschen allein mit dem Zug zum Blütenfest. Besonders am Sonntag war das Baumblütenfest laut Stadtsprecher gut besucht. Bis zum 7. Mai werden etwa eine halbe Million Besucher erwartet. Peter Meyritz, Leiter der Polizeidirektion West und Polizeiführer am Wochenende, sprach von einem weitgehend friedlichen Volksfestauftakt. Rund 300 Einsatzkräfte der Landespolizei Brandenburg waren vor Ort.

Angesichts der jüngsten Terroranschläge hatte die Stadt gemeinsam mit der Polizei die Sicherheitsvorkehrungen verschärft und einen Innen- und Außenring eingerichtet Diese sind an den Hauptfesttagen nur von Anwohnern und teilweise auch nur bis mittags befahrbar. Sicherheitsleute haben diese Regelungen rigoros umgesetzt. „Es gab an den beiden Sperrkreisen alles in allem lösbare Probleme. Die Anwohner waren informiert und zeigten Verständnis“, sagte Werders 1. Beigordnete Christian Große am Montag.

Von Luise Fröhlich

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