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Lobbeser Wehr ist seit Jahren nicht einsatzfähig

Brandschutz nicht gesichert Lobbeser Wehr ist seit Jahren nicht einsatzfähig

Die freiwilligen Feuerwehr im Treuenbrietzener Ortsteil Lobbese steht womöglich vor dem Aus. Seit Jahren ist sie nicht einsatzbereit. Nun wollen Ortsbeirat und Stadtwehrführung einen letzten Rettungsversuch starten. Ortswehrführer Martin Müller bleibt jedoch skeptisch zum Erfolg einer geplanten Briefaktion.

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Bessere Zeiten hinter sich: Die Feuerwehr Lobbese ist aktuell nicht einsatzfähig.

Quelle: Thomas Wachs

Lobbese. Krisenstimmung herrscht beim Thema Feuerwehr in Lobbese. Seit Jahren kann die Löschgruppe des Treuenbrietzener Ortsteiles nicht mehr den Brandschutz für das Dorf sicherstellen. Dieses brenzlige Problem ist während der Sitzung des Ortsbeirates nun in offenen und scharfen Worten kritisiert und diskutiert worden.

Debatte mit persönlichen Schuldzuweisungen

Dominiert war die angeheizte Debatte auch von persönlichen Schuldzuweisungen zwischen Ortsvorsteher Walter Würfel und Feuerwehrchef Martin Müller. „Schon vor zwei Jahren haben wir das Problem angesprochen – passiert ist jedoch überhaupt nichts“, sagte Würfel. Selbst zu einer damals Wochen zuvor angekündigten Übung seien nur einzelne der offiziell noch 14 Kameraden der Wehr erschienen. Dabei offenbarten sich dann auch verheerende technische Probleme. So konnte die Löschwasserpumpe gar nicht anspringen, weil die Zündkerze fehlte. „Und die Reifen des Transportanhängers waren ohne Luft“, so Würfel. Beim abschließenden Grillabend hätten sich damals schon die Kameraden selbst skeptisch zur Zukunft ihrer Wehr gezeigt.

Krisensitzung  im Ortsbeirat mit Jens Heinze (3vl) und Martin Müller (4v

Krisensitzung im Ortsbeirat mit Jens Heinze (3.v.l.) und Martin Müller (4.v. r.)

Quelle: Thomas Wachs

Martin Müller verweist auf aus beruflichen Gründen fehlende Zeit für die Feuerwehrarbeit bei ihm und weiteren Kameraden. „Auch steigert es nicht gerade die Motivation der Leute, wenn 25 Jahre nach der Wende in der maroden Garage mit unserer Pumpe von 1936 noch Vorkriegstechnik steht“, so der Ortswehrführer.

Letzter Rettungsversuch soll unternommen werden

Nach Einschätzung des Treuenbrietzener Stadtbrandmeisters, Jens Heinze, steht die Wehr in Lobbese vor dem Aus, sollte es nicht umgehend gelingen, den vorgeschriebenen Ausbildungstand zu erreichen. Ohne diesen könne die Löschgruppe schon aus juristischen Gründen nicht zu Einsätzen herangezogen werden, erklärte Heinze. Angesichts der größeren Entfernungen zu den Nachbardörfern und erst recht zu den Stützpunktwehren in Marzahna und Treuenbrietzen ist dies fatal. „Wir brauchen in den Bergdörfern jede Wehr, die bei ein Brand zumindest schon die Löschwasserversorgung aufbauen kann“, sagte der Stadtwehrführer.

Er schlug vor, einen letzten Versuch zur Wiederbelebung der Löschgruppe in Lobbese zu starten. Eine Frist bis zum Jahresende wurde gesetzt. Ortsbeirat und Ortwehrführer wollen helfen, eine Lösung zu finden.

Leute aus Nachbarwehren als Schwungmacher

Dazu wird auch eine Kooperation mit den Wehren der zum Ortsteil Lobbese zählenden Gemeindeteile erwogen. Dort arbeiten noch Löschgruppen mit elf Aktiven in Pflügkuff sowie 18 Leuten in Zeuden. Martin Müller kündigte an, seinen Posten als Feuerwehrchef zur Verfügung zu stellen, „wenn es jemand besser machen kann“. Um neuen Schwung in die derzeit schlafende Ortswehr zu bringen, wollen Ortsbeirat und Stadtwehrführung jetzt alle Haushalte in Briefen auf den derzeit nicht garantierten Brandschutz für das Dorf aufmerksam machen. So soll um persönliches Engagement für die Wiederbelebung der Feuerwehr geworben werden.

INTERVIEW

Stadtwehrführer Jens Heinze

Stadtwehrführer Jens Heinze.

Quelle: Thomas Wachs

Jens Heinze ist Stadtwehrführer in Treuenbrietzen. Verantwortlich ist er für 15 Ortswehren mit 450 Mitgliedern und circa 290 aktiven Einsatzkräften.

Herr Heinze, ist die fehlende Einsatzbereitschaft in Lobbese ein Einzelfall?

Jens Heinze : Nein, leider nicht. Aktuell haben wir eine solche Krise auch in Brachwitz. Auch dort läuft die Frist bis Jahresende. Woanders wiederum, wie im kleinen Lühsdorf, hat sich die Ortswehr wieder hervorragend entwickelt.

Die Kameraden auf den Dörfern sehen sich nicht motiviert, weil sie schlechte Bedingungen haben. Wie sehen Sie das?

Heinze : Wo wir Engagement sehen, macht es auch Sinn, für ordentliche Ausrüstung zu sorgen. Doch auch eine alte Pumpe läuft vielerorts bei guter Pflege durchaus noch problemlos.

Was erwarten Sie von einer Ortswehr?

Heinze : Sie muss ausgebildete Leute haben und wenigstens die pro Jahr vorgeschriebenen 40 Übungsstunden absolvieren. Wichtig sind alle Leute auch für die Zusammenarbeit im Notfall mit den anderen Wehren.

Von Thomas Wachs

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