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Locktower restaurieren Denkmal in Eigenregie

Vom Schandfleck zum Schmuckstück Locktower restaurieren Denkmal in Eigenregie

Gemeinsam haben 15 Bürger in Locktow ihr Kriegerdenkmal auf Vordermann gebracht. Eifrig wurde ein Wochenende lang geputzt, gemalert und montiert. Der Subbotnik fand Anklang und machte Lust auf weitere Aktion. Schließlich gibt es gleich neben dem Denkmal ein weiteres Sorgenkind als Schandfleck.

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Beim Arbeitseinsatz am Kriegerdenkmal in Locktow dabei waren unter anderem Erik und Annett Block, Gerlinde Wandel, Michael und Janice von Bothmer, Ursula Henning sowie Erhard Ernicke (v.l.n.r.)

Quelle: Andreas Koska

Locktow. Das Geländer rund um das Kriegerdenkmal in Locktow strahlt nun in Sonnengelb. Die Bank daneben lädt endlich wieder zum Verweilen ein. Noch vor wenigen Wochen sah es dort ganz anders aus.

„Es hat mich schon seit langem gestört, dass hier alles verrostet und vernachlässigt war“, sagt Gerlinde Wandel. „Das Denkmal war ein richtiger Schandfleck im Dorf“, so die Ärztin. Sie zögerte nicht lange, mobilisierte die Nachbarschaft und lud zum „Subbotnik“ ein.

Die Locktowerin traf auf offene Ohren und viel Hilfsbereitschaft bei den Dorfbewohnern. Gemeinsam packten sie an, um das Denkmal im Ortszentrum auf Vordermann zu bringen.

„So ein Subbotnik war immer gut, das könnten wir öfter machen“, sagt Ursula Henning überzeugt. Sie war ebenfalls mit Herz und Hand dabei. Denn schließlich steht das Kriegerdenkmal am zentralen Ort des Dorfes. Rechts die Kirche, dahinter die ehemalige Gaststätte und das immer stärker verfallende ehemalige Kulturhaus flankieren den zentralen Platz.

„Die Einweihung der neuen Glocke und eine in der Kirche bevorstehende Hochzeit war der endgültige Auslöser für den Arbeitseinsatz“, berichtet Gerlinde Wandel. Die Ärztin ging mit einem Farbspektrum im Dorf herum und erfragte, welche Farbe das Geländer denn erhalten sollte. „Ich hätte gern Taubenblau gehabt“, sagt sie. Schließlich fiel die Entscheidung für Sonnengelb. Gerlinde Wandel finanzierte die angemischte Farbe und besorgte Pinsel. An einem Freitagabend begann die Gemeinschaftsarbeit.

Der Sockel wurde gereinigt, das Geländer entrostet. Nötige Schweißarbeiten hatte der örtliche Schmied bereits zuvor erledigt. Für die neue Sitzbank sägte Frank Miklis neue Latten zu und montierte sie gleich. Rund 15 Locktower wirkten das Wochenende über an dem Projekt mit. Auch Neubürger, wie die kürzlich zugezogene Familie von Bothmer, schlossen sich an.

Von der Sanierung in Eigenregie ausgenommen wurde zunächst noch die Gedenktafel. Auf ihr sind vier Locktower verzeichnet, die im 1. Weltkrieg fielen und zehn Bürger, die im 2. Weltkrieg ums Leben kamen. „Wir haben vorher einen Steinmetz konsultiert“, berichtet Gerlinde Wandel. Er habe von einer Säuberung abgeraten, da die Namen der Gefallenen mit einer Speziallegierung überzogen worden seien. „Das Ergebnis kann sich trotzdem sehen lassen“, sagt die Organisatorin. Viele der Mitstreiter stimmen zu.

Jetzt macht ihnen noch der Zustand des Kulturhauses Sorge. „Da konnte man früher auf dem Parkettboden gut tanzen, es war wunderbar“, erinnert sich Ehrhard Ernicke. Heute ist das Parkett hochgekommen, viele Fenster sind schadhaft. Es sieht eher nach Verfall als nach neuem Leben aus. Dabei gibt es seit kurzem eine Line-Dance- Gruppe im Ort, die dringend einen Übungssaal sucht.

Von Andreas Koska

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