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Löschangriff im Dunkeln

Nachtpokallauf in Lütte Löschangriff im Dunkeln

Er gleicht immer mehr einem Volksfest, der Nachtpokallauf der Freiwilligen Feuerwehr Lütte im Stadion an der Hufeiseneiche. Rund 800 Zuschauer wollten das Spektakel und den Wettkampf der 30 Mannschaften am Wochenende sehen und vor allem feiern. Die Wettkämpfe im Dunkel der Nacht waren spannend.

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Auch im Dunkeln muss jeder Handgriff sitzen.

Quelle: Andreas Koska

Lütte. Er gleicht immer mehr einem Volksfest, der Nachtpokallauf der Freiwilligen Feuerwehr Lütte im Stadion an der Hufeiseneiche. Rund 800 Zuschauer wollten das Spektakel und den Wettkampf der 30 Mannschaften am Wochenende sehen und vor allem feiern. Die im Herbst in Ruhestand gehende Bad Belziger Bürgermeisterin Hannelore Klabunde-Quast eröffnete den Lauf. Für sie war die Eröffnung gleichzeitig ein Abschied. Bei elf der jetzt 13 Feuerwehrwettkämpfe war die Stadtchefin dabei. „Unsere Kameraden waren gerade in letzter Zeit besonders gefordert“, erinnerte sie an den Brand in Werbig, das Flugzeugunglück in Lüsse sowie den Starkregeneinsatz. Deshalb sehe sie in dem Wettbewerb auch eine Übung für den Ernstfall. „Wann können sie schon bei völliger Dunkelheit üben, das hier ist schon etwas Besonderes“, sagte Klabunde-Quast.

Feuerwehrleute  beim Nachtpokal

Feuerwehrleute beim Nachtpokal.

Quelle: Dirk Fröhlich

Zum Abschied überreichte ihr Ortsvorsteher und Organisator der Nacht René Zarbock ein Apfelbäumchen. „Der Apfelbaum ist unser Markenzeichen, die Allee unsere Festmeile, wir hoffen, dass Sie beim Hineinbeißen in die Früchte sich immer gern an uns erinnern, wir werden es, denn Sie waren für uns immer da“, sagte Zarbock. Klabunde-Quast freute sich über die Gabe, sah darin aber auch eine Verpflichtung. „Der Baum wird Pflege brauchen, also bedeutet es auch Arbeit, die ich aber gerne tun werde“, sagte das Stadtoberhaupt.

Dann konnte es losgehen. „Bahn eins klar, Bahn zwei klar, Licht aus“, erklangen die Kommandos aus dem Lautsprecher. Jetzt leuchtete nur noch der Halbmond über dem Stadion. Zuerst starteten die drei Frauenmannschaften. Wobei die starken Neschholzerinnen im ersten Durchgang vom Pech verfolgt wurden, als ein Defekt zur Disqualifikation führte. Im zweiten Durchgang machten sie es besser und gewannen doch noch gegen die Konkurrenz.

Die Ergebnisse

Männer: Krummensee 25,11 sec; Wolsier 27,57 sec; Tremsdorf 28,17 sec; Deetz 28,72 sec; Schwanebeck 2: 29, 06 sec

Frauen: Neschholz 34,49 sec; Plötzin 34,57 sec; Schwanebeck 47,21 sec

Keine Chancen hatten die Männer-Teams aus dem Fläming. Den Sieg errang die Mannschaft aus Krummensee (Dahme-Spreewald) mit der Fabelhaften Zeit von 28,78 Sekunden, vor Wolsier (Havelland) und Tremsdorf (Potsdam-Mittelmark). Erst hinter Deetz hatte sich die 2. Schwanebecker Mannschaft auf Platz fünf platziert.

Für die Sieger und die Viertplatzierten war es immerhin die Verpflichtung, wiederzukommen. Beide hielten einen Wanderpokal in der Hand, den es dann zu verteidigen gilt. „Es heißt doch, dass die Vierten immer mit einer Holzmedaille vorlieb nehmen müssen, die nichts wert ist, deshalb haben wir etwas besonderes gestaltet, denn im Dunkel der Nacht sind alle guten Dinge vier“, sagte Zarbock. Dem Namen des Stadions entlehnt, wurde aus einem Eichenstamm ein Holzpokal geschaffen, verziert mit einem Eichenblatt, einem Hufeisen und einer großen Vier. „Auch das ist ein Wanderpokal, ich glaube fast, dass demnächst alle Vierter werden wollen“, sagte der Organisator.

Besonders erfreut waren die Kameraden aus Brück-Gömnigk, die bei ihrer ersten Teilnahme einen respektablen 10. Platz belegten.

Dass das Feiern mindestens genauso wichtig ist wie der Wettkampf zeigte sich nach der Siegerehrung. Erst gegen 3 Uhr morgens verließen die Letzten die Wettkampfstätte an der Hufeiseneiche. Dann konnte die Crew um Zarbock mit den Aufräumarbeiten beginnen. Als die meisten Lütter sich schon an den Sonntagsfrühstückstisch setzten, da war für René Zarbock erst die Nacht zu Ende.

Von Andreas Koska

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