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Lotte, Heiny und die Zeitzeugen von Heilstätten

Beelitzer Förderverein gibt Zeitzeugen-Buch heraus Lotte, Heiny und die Zeitzeugen von Heilstätten

Der Förderverein, der sich um den Erhalt des alten Heizkraftwerkes in Beelitz-Heilstätten kümmert, hat ein Büchlein mit Zeitzeugenberichten über Heilstätten herausgegeben. Schon das Zustandekommen des Buches ist freilich eine Geschichte für sich.

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Fördervereinsvorsitzende Elke Seidel mit dem neuen Buch vor dem altehrwürdigen Heizkraftwerk von Beelitz-Heilstätten.

Quelle: Jens Steglich

Beelitz-Heilstätten. Niemand weiß mehr, wie die beiden Dampfturbinen im Heizkraftwerk von Beelitz-Heilstätten zu ihren Namen kamen. Irgendwann hatte einer den Pinsel genommen, ihn in weiße Farbe gedunkt und auf die schwarze Verkleidung der Turbinen die Namen Lotte und Heiny geschrieben. Nicht einmal Horst Nickel hat je etwas darüber erfahren, obwohl er im Maschinenhaus des Heizwerks sein gesamtes Berufsleben verbrachte.

Nickel, der 1954 als Achtzehnjähriger nach Heilstätten kam und später Leiter des Maschinenhauses wurde, ist einer der Zeitzeugen, die in einem gerade erschienen Buch über Heilstätten von ihren Erlebnissen erzählen. Im Büchlein berichtet er über Lottes und Heinys letzten Lauf, die in den 1980er Jahren endgültig stillgelegt wurden.

Führung am 30. September

Der Förderverein lädt zu Freitag, dem 30. September, ab 14.15 Uhr zur letzten öffentlichen Führung durchs Heizkraftwerk in diesem Jahr ein. Treffpunkt ist am Heizkraftwerk, Straße am Bahnhof 1.

 

Schon das Zustandekommen des Buches ist eine Geschichte für sich. Es ist der 28. Mai 2016: Der Förderverein, der sich 1996 auf die Fahnen schrieb, das Heizwerk zu retten, feiert 20jähriges Bestehen und die Mitstreiter erinnern sich an die Anfänge. Etwa an eine ABM-Kraft, die damals für den Verein Zeitzeugen befragte, die in Heilstätten arbeiteten oder wohnten. Seine Notizen schlummerten Jahre in der Schublade eines Vereinsmitglieds. Als der am 28. Mai 2016 von dem Material erzählt, entsteht noch an dem Tag die Idee, aus den Zeitzeugenberichten ein Buch zu machen. Während die Texte jahrelang auf eine Veröffentlichung warteten, ging dann alles ganz schnell. Kurze Zeit später – zum Tag des offenen Denkmals am 11. September 2016 – lag das Buch vor, erzählt Fördervereinschefin Elke Seidel. „Wir haben nichts an den Zeitzeugenberichten geändert.“ Notiert und geschrieben hatte sie Heerke Hummel, ein gelernter Journalist. Als er am 11. September im Heizwerk vorbeischaut, ist das Erstaunen groß. Hummel ist fast 20 Jahre nach seiner Spurensuche Autor eines Heilstätten-Buches. „Es kamen gleich Leute, die sich das Buch von ihm signieren ließen“, so Elke Seidel. Sie ist selbst Zeitzeugin, arbeitete als Ärztin im Eiermann-Bau. Dort war zu DDR-Zeiten die Bezirksfachklinik für Tuberkulose-Kranke untergebracht – damals die einzige deutsche Klinik auf dem Gelände, auf dem sich ein Militärlazarett der sowjetischen Streitkräfte befand. Seidel weiß, dass sich nach dem Krieg Heizwerk-Mitarbeiter Ziegen hielten, die sie auch Lotte und Heiny nannten. Ungeklärt ist noch, ob die Ziegen nach den Turbinen benannt wurden oder die Tiere den Maschinen den Namen gaben.

Von Jens Steglich

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