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Low-Cost-Häuser als Quartiere

Suche nach Flüchtlingsunterkünften Low-Cost-Häuser als Quartiere

Sicher, sauber, warm und trocken – die für Flüchtlinge erdachten und erbauten Low-Cost-Häuser im Brücker Gewerbegebiet sind einzugsbereit. Nun ziehen die ersten aus Krisengebieten dieser Welt geflohenen Menschen dort ein. Anfragen zum Bau weiterer Leichtbauhäuser dieser Art gibt es zudem bereits aus anderen Bundesländern.

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schnell aufgebaut: Im Steckbaukaustensystem fügen die Arbeiter die Sandwichplatten der Low-Cost-Häuser zusammen.

Quelle: Foto: uwe Klemens

Brück. Das „Turnhallenasyl“ der in einer Michendorfer Schulturnhalle untergebrachten Flüchtlinge hat ein Ende. 72 von ihnen beziehen am Freitag im Brücker Gewerbegebiet die extra für sie errichteten Unterkünfte. In nur elf Tagen waren sie gebaut worden. Buchstäblich bis zur letzten Minute wurde daran gewerkelt.

„Low-Cost-Häuser“ nennt der Brücker Unternehmer Ludwig Feilmeier die von ihm ersonnenen Flachbauten, die aus isolierten Trapezblechen bestehen. 28 Stück davon hat er von seinen Mitarbeitern auf dem eigenen Betriebsgelände aufbauen lassen. Jeweils fünf Menschen finden in jedem der Gebäude nun eine menschenwürdige Unterkunft.

Vorstellung der Low-Cost-Häuser für Asylbewerber in Brück

Vorstellung der Low-Cost-Häuser für Asylbewerber in Brück.

Quelle: U. Klemens

15.000 Euro pro Gebäude

Mit 15.000 Euro pro Stück werden die Gebäude ihrem Namen gerecht. „Dabei verwenden wir keine billigen Werkstoffe“, sagt der Unternehmer, dessen Firma sich seit langem auf die Herstellung von Trapezblechen spezialisiert hat. Die Gebäudekonstruktion hat Feilmeier in ihrer Statik, in ihrem Energieverbrauch und im Hinblick auf die geforderten Brandschutznormen zertifizieren lassen. „Zusammen mit der eigenen Pelletheizung, die Anfang September installiert wird, erfüllen wir sogar die Anforderungen der Energieeinsparungsverordnung“, schwärmt der Bayer, dessen Unternehmen seit drei Jahren in Brück einen Standort betreibt.

Schwierige Quartiersuche

Bereits seit Ende März dieses Jahres leben 79 Flüchtlinge auf dem Gelände der Feilmeier-AG im Brücker Gewerbegebiet. Das Unternehmen vermietete dafür ein zweigeschossiges Bürogebäude.

72 Flüchtlinge kommen heute hinzu. Sie stammen aus Albanien, Kamerun, Pakistan, Kenia, Vietnam, Mazedonien, Bosnien, Afghanistan und Russland und leben seit etwa drei Monaten in Deutschland.

Anfang Juni wurden die ersten 27 Flüchtlinge in der Turnhalle des Michendorfer Wolkenberg-Gymnasiums einquartiert. Bis zu 100 Menschen waren hier zeitweise untergebracht.

Mit der Umsiedlung nach Brück verbessert sich nicht nur die Situation für die Flüchtlinge, sondern auch für die Michendorfer Schüler. Ihnen steht mit Beginn des neuen Schuljahres die Turnhalle des Gymnasiums wieder zur Verfügung steht.

„Eigentlich wollte ich mit den Low-Cost-Häusern gar nicht auf den deutschen Markt, aber die Flüchtlingsproblematik hat uns überholt“, erläutert er das Entstehen der Idee, die von seiner Frau stammt. Ein Fernsehbericht über die dramatische Situation syrischer Kriegsflüchtlinge war der Auslöser.

1000 Euro Miete im Monat

„Der große Vorteil ist, dass die einzelnen Elemente eines solchen Hauses ohne große Logistik transportiert und überall dort aufgebaut werden können, wo sie gebraucht werden. Zur Not reichen ein Eselskarren und drei Leute, die ein solches Haus in zweieinhalb bis drei Stunden aufbauen können“, sagt Feilmeier.

Bereits kurz nach der Idee gab es vom Landkreis eine Anfrage, ob sich die Low-Cost-Häuser nicht auch als Flüchtlingsunterkünfte nutzen ließen. 1000 Euro Monatsmiete je Gebäude wurden in einem über viereinhalb Jahre abgeschlossenen Mietvertrag dabei vereinbart.

„Danach schauen wir mal, ob wir die Unterkünfte noch brauchen und können dann den Mietvertrag auch verlängern“, sagt Landkreissprecherin Andrea Metzler. Wenn nicht, können die Häuser bei Bedarf ebenso rasch wieder ab- wie aufgebaut werden und andernorts zum Einsatz kommen.

Etwa zehn Anfragen über jeweils 20 bis 30 Häuser für Flüchtlinge habe er inzwischen aus anderen Bundesländern erhalten, sagt Ludwig Feilmeier. In Brandenburg sei der Landkreis Potsdam-Mittelmark bislang der einzige Interessent. Sollte hier der Bedarf noch größer werden, wäre auf dem Gelände noch Platz für etwa 30 weitere Häuser.

Von Uwe Klemens

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