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Lückenschluss wird kommen – aber wann?

Internetversorgung Lückenschluss wird kommen – aber wann?

Die Lücken bei der Versorgung mit schnellem Internet sollen geschlossen werden. Im Landkreis Potsdam-Mittelmark ist sogar weitgehend geklärt, wer die Kosten trägt. Aber vor dem Anschluss braucht es noch Analyen und Anträge. Vorerst bleiben die Menschen auf den Dörfern und in kleineren Gemeinden abgehängt.

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Die Antenne auf dem Schlauchturm in Benken.

Quelle: René Gaffron

Benken. Der Hohe Fläming ist ein Tal der Ahnungslosen. Zumindest wenn es um die zeitgemäße Qualität der Internetversorgung geht. Da gibt es insbesondere auf dem Lande noch zahlreiche Lücken. Sie sollen geschlossen werden – und zwar hauptsächlich auf Kosten von Bund und Land Brandenburg. Soweit die gute Nachricht für die Betroffenen.

Die schlechte Botschaft lautet: Es wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis es wirklich soweit ist. Denn wenn der Kreis Potsdam-Mittelmark seinen Anteil aus dem Programm der Bundesregierung in Anspruch nehmen will, muss er erst einmal den Ist-Zustand erfassen und den Bedarf erfragen, den Ausbau planen und die Wirtschaftlichkeit untersuchen. Ein Fachberater soll jetzt mit der Prüfung beauftragt werden.

Die für den Kreis Potsdam-Mittelmark dank jetzt bewilligter Förderung kostenneutrale Machbarkeitsstudie ist die Voraussetzung dafür, dass später Zuschüsse an die Telekommunikationsunternehmen gewährt werden, wenn sie den eigentlich für sie unwirtschaftlichen Netzausbau vornehmen, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamtes Bad Belzig. „Die für die Antragstellung nötigen Daten sollen bis spätestens 31. Januar 2017 vorliegen“, ist dort weiter zu lesen.

„Kaum 10 Megabit liegen in Benken an“, sagt Rita Neumann. „Wenn jemand professionell damit kommunizieren will, ist das gar nicht möglich“, so die Ortsvorsteherin. Im Nachbardorf Schmerwitz, wo sie Betriebsleiterin auf dem Gutshof ist, geht es kaum besser. Dabei waren beide Siedlungen vor guten fünf Jahren ebenfalls schon mit einigen Subventionen per Funk erschlossen werden. Die einst unter der Regie der Firma Complus eingerichtete Lösung tauge nicht mehr, bestätigen die Dorfbewohner. „Schieben sich ein paar Wolken zwischen Satellit im All und Haupt-Empfänger auf dem Schlauchturm, gibt es schon Störungen“, berichten sie und beklagen, dass sie doch Tarife mindestens wie bei den großen Anbietern zahlen. Viel zu viel Geld für zu wenig Leistung, wurde jüngst im Ortsbeirat formuliert.

Vollversorgung bis 2018

Landkreise mit weißen Flecken bei der Internetversorgung erhalten zunächst bis zu 50 000 Euro: Mit dem Geld können sie Ausbauprojekte planen und Antragsunterlagen für eine Bundesförderung erstellen.

In einem zweiten Schritt vergibt das Infrastrukturministerium des Bundes jeweils bis zu 15 Millionen Euro, um die Realisierung zu fördern. Insgesamt werden 2,7 Milliarden Euro investiert, um ganz Deutschland mit schnellem Internet zu versorgen.

Allerorts soll einen Netzzugang von mindestens 50 Mbit pro Sekunde möglich sein. Der Lückenschluss ist bis Ende 2018 vorgesehen.

Wenn es nur das wäre. Inzwischen wurden Verteilerstationen des in den 90er-Jahren installierten Glasfaserleitungsnetzes in Wiesenburg, Schlamau, Neuehütten, Reetz und Reetzerhütten derart aufgerüstet, dass dort – mit Ausnahme von leider ebenfalls gar nicht seltenen Havarien – 50 Megabit pro Sekunde anliegen.

Doch hat Kämmerin Kornelia Feldmann, die in der Gemeindeverwaltung Wiesenburg/Mark für Informationstechnik verantwortlich zeichnet, schon des Öfteren erklärt, dass – unabhängig vom eigentlichen Erfolg- jene Dörfer, in denen bereits einmal Fördergeld für das Breitbandnetz geflossen ist, vor Ablauf der teilweise sehr langfristig geschlossenen Verträge nicht in den Genuss einer erneuten Zuwendung kommen sollen. Doch scheint wohl Licht am Ende des freilich noch längeren Tunnels.

Obendrein gut zu wissen, dass die Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark den Städten und Gemeinden wohl schon signalisiert hat, dass der kommunale 10-Prozent-Anteil von ihr geleistet wird. Keine Selbstverständlichkeit: Im Nachbarlandkreis Teltow-Fläming, der keinen ausgeglichenen Etat hat, ist das nämlich noch nicht gewiss.

Von René Gaffron

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