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Potsdam-Mittelmark Lutherfest in Hohenwerbig gefeiert
Lokales Potsdam-Mittelmark Lutherfest in Hohenwerbig gefeiert
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18:28 31.10.2016
Mehr Traditionshandwerk geht kaum: Werner Rieger (l.) und Uwe Beer schmieden Luther-Rosen Quelle: René Gaffron
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Hohenwerbig

Wir schreiben das Jahr 1537. Martin Luther trifft in der voll besetzten Dorfkirche zu Hohenwerbig ein. Gerade einmal 20 Jahre nachdem er die freilich Welt verändernden 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt hat, wird er bejubelt. Da fragt er sich: „Was soll das nur werden, wenn erst die 100- oder 500-Jahr-Feier ansteht?“ Die Zeit ist nunmehr ins Land gegangen und Daniel Geißler hat sich seine Gedanken dazu gemacht, ob die Botschaft inzwischen von der Marke verdrängt wird. Am Montagnachmittag ist der Niemegker Pfarrer wieder einmal in die Rolle des Reformators geschlüpft und hat mit Frau Käthe – gemimt von Christina Zesche – seine Sicht auf die Dinge preisgegeben.

Frohsinn auf der Festwiese

Der Gottesdienst zum Abschluss des Lutherfestes der Evangelischen Gemeinden St. Marien Bad Belzig/Hoher Fläming, Niemegk und Rädigke war der Anlass. Die sechste Auflage ist nun jene, mit der das Jubiläum tatsächlich beginnt. Gleichwohl der Widerstand gegen den Ablasshandel eigentlich eine ernste Angelegenheit gewesen war, ist auf der Hohenwerbiger Festwiese vor allem Frohsinn verbreitet worden. Historisches Karussell und mittelalterliche Spiele, Musik und Tanz sowie Kaffee und Kuchen boten den Rahmen.

Traditionelles Schmiedehandwerk präsentiert

Vor dieser Kulisse zogen vor allem Uwe Beer und Werner Rieger die Blicke der bestimmt 250 Besucher auf sich. Jene führen nicht nur einen seit 1893 bestehenden Familienbetrieb im Nachbarort Boßdorf fort, indem sie nach wie vor das auf 1200 Grad Celsius erhitzte Eisen schmieden. Sondern es sind seit mehr als zehn Jahren die offiziellen Repräsentanten ihrer Zunft bei den Lutherfest in Wittenberg, wo der Ort politisch administrativ zugehörig ist. Indes lag es nah, dass sie sich nicht minder unter dem Dach ihrer Niemegker Kirchengemeinde ein Stelldichein geben. Die beiden brachten Rohlinge mit der Lutherrose in Form. „Als kostenloses Mitbringsel“, sagt Uwe Beer und lehnt den Kommerz ab. „Uns geht es ja um das Handwerk“, sagt der 60-Jährige

Grenzgänger gibt es hüben wie drüben. Die Kirchenältesten in Garrey reihen sich in zahlreiche Aktivitäten in der Lutherstadt ein, so wird berichtet.

Dorfkirchensommer zu Ende

Dass Niveau der ersten richtigen Saison zu halten, ist der Anspruch für die Kunstkirche Hohenwerbig. Konzerte, Workshops und Ausstellungen haben das eigens sanierte und hergerichtete Gotteshaus und den Ort belebt. Kay Lengner hofft, dass dies nochmals gelingt und obendrein Geld zur Reparatur der Orgel fließt. 35 000 Euro wären nötig. Ein Anfang haben die Gastgeber gemacht, denn die Einnahmen des gestrigen Spektakels. Das war zugleich die Abschlussveranstaltung eines anderen Jubiläums, des 20. Dorfkirchensommers in der Mark.

Von René Gaffron

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