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Potsdam-Mittelmark Lutherjahr soll mehr Touristen anziehen
Lokales Potsdam-Mittelmark Lutherjahr soll mehr Touristen anziehen
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13:07 11.03.2018
Eine Freiluftausstellung befasst sich mit der Reformationszeit in Bad Belzig: Historiker Ralf Gebuhr gibt hier Erläuterungen. Quelle: Thomas Wachs
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Kuhlowitz

Das Jubiläum 500 Jahre Reformation und Reiseregion Fläming passen nicht nur hervorragend zusammen, sondern die 95 Thesen von Martin Luther lassen sich nicht ohne das Wirken des Ablasspredigers Johann Tetzel im nahen Jüterbog erklären. Der hatte mit Sprüchen wie „Sobald der Gülden im Becken klingt im huy die Seel im Himmel springt“ die Wittenberger Bürger angelockt, die hofften, sich bequem mit Geld vom wirklichen Bereuen freikaufen zu können. Deshalb ist sich Daniel Sebastian Menzel, Geschäftsführer des Tourismusverband Fläming e.V., sogar sicher: „Alles begann im Fläming.“

Darüber hinaus bauen die Touristiker hierzulande darauf, dass ihre Region die Hauptorte der Jubiläumsfeiern geografisch miteinander verbindet. Wer zudem Massenveranstaltungen wie den Kirchentag in Berlin oder die Reformationsfeiern in Wittenberg nicht so mag, der kann statt dessen Aktiv- und Kulturtourismus zwischen den Metropolen vielfältig miteinander kombinieren. Doch womöglich muss das Interesse in Bad Belzig und Umgebung noch etwas geweckt werde. Als jüngst die Palette der Angebote zu diesem Anlass im Paulinen Hof vorgestellt wurde, fanden nur einige aus der Branche den Weg zu dem Seminar.

Die geringe Teilnahme der Gastgeber an der Informationsveranstaltung erklärt sich für Chef der Interessenvertretung aber nicht mit Desinteresse: „Viele kommen einfach nicht aus ihren Betrieben raus.“ Sie können sich daher auch so an den Verband wenden und Informationen und Material erhalten.

Ein Hauptort ist dabei natürlich Jüterbog. Bereits seit dem September und noch bis zum 26. November gibt es im dortigen Kulturquartier Mönchenkloster eine sehr sehenswerte Sonderausstellung „Tetzel – Ablass – Fegefeuer“. Am 8. und 9. September gibt es das Jüterboger Altstadtfest mit Festumzug „Tezel kommt“. Ein anderer Veranstaltungsort ist Ziesar. Dort gibt es bereits am 29. April eine geführte Wanderung „Von Quellen und Wunderbrunnen rund um die Burg Ziesar“. Auf einer anderen geführten Tour über Buckau, Schlalach, Wiesenburg und Ziesar kann man am 7. Oktober den ältesten Grabstein der Mark Brandenburg entdecken.

Informationen für jedermann

Die Broschüre „Tetzel Thesen Touren“ und der „Veranstaltungsplan auf den Spuren der Reformation im Fläming“ informieren über die Angebote in der länderübergreifenden Reiseregion. Sie liegen für jedermann in einschlägigen Tourist-Informationen aus.

Die Radfahrerbroschüre ist vielerorts schon vergriffen, in der Tourist-Information Bad Belzig noch nicht. Immerhin kann die Karte aus dem Internet abgerufen werden (Download-Rubrik.

Der Tourismusverband Fläming hat zum Thema auf der eigenen Website www.reiseregion-flaeming.de eine Themenseite angelegt.

Spannend dürften auch die thematischen Vorführungen im Freiluftkino unter Eichen in Frohnsdorf werden, die im nahen Treuenbrietzen längst ein Geheimtipp sind. Am 2. Juni liest Pfarrer Daniel Geißler in der schönen, gerade frisch restaurierten Kirche in Garrey bei Wein und Fladenbrot aus den Tischreden Luthers. Gleich mehrfach kann man sich die Aufführungen „Sagenhafter Dr. Luther – Martin Luthers Leben und Theologie in Reimen“ ansehen. Der Schauspieler Frank Grünert, der als Schnökologe Dr. Büchner überzeugt, wird mit diesem Stück bundesweit gebucht.

Zum Angebot gehören mehrere Rad- und E-Bike-Touren, zum Beispiels von Beelitz nach Trebbin oder von Ziesar nach Wiesenburg. Mit der vierspännigen Postkutsche geht es am 10. Juni auf der alten Poststraße von Bad Belzig nach Wittenberg und am folgenden Tag zurück. Zu Fuß kann mit Wanderführer Andreas Heimberg von Raben nach Bad Belzig wandern. Auf dieser Strecke reiste Luther mit Gefährten am 13. Januar 1530 zur Kirchenvisitation an.

Gestiegenes Interesse an den Angeboten ist laut Daniel Sebastian Menzel längst zu bemerken: „Tetzel wird schon seit Anfang des Jahres intensiv nachgefragt. Die Übernachtungen in Häusern ab zehn Betten sind um 7,5 Prozent gestiegen“, heißt es. Für die kleineren Quartiere liegt keine Statistik vor. „Aber während wir sonst immer aufgefordert werden, mehr zu werben, erreichen uns zur Zeit keine derartigen Bitten.“ Offenbar zahlt sich aus, dass der Toursmusverband frühzeitig mit der Reklame begonnen hat.

So wird das Reformationsjahr möglicherweise nicht nur für Gläubige und geschichtlich wie gesellschaftlich Interessierte ein Gewinn, sondern auch für Hotel- und Gastgewerbe im Hohen Fläming.

Von Andreas Trunschke

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