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Männerstrip in Michendorf

Volksbühne Michendorf präsentiert: „Ladies Night“ Männerstrip in Michendorf

Die Michendorfer Volksbühne präsentiert eine Inszenierung von „Ladies Night – Ganz oder gar nicht“, ein Komödienrenner der Neuseeländer Autoren Steven Sinclair und Andrew McCarten. Beim Finale im Michendorfer Theater kochte der Saal.

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Eine Kumpelbrigade fängt an zu tanzen.

Quelle: Volksbühne

Michendorf. Auch die Vorstellung am Tag nach der erfolgreichen Premiere von „Ladies Night – Ganz oder gar nicht“ in der Volksbühne Michendorf war gut besucht. Der Komödienrenner der Neuseeländer Steven Sinclair und Andrew McCarten ist, seit er vor drei Jahrzehnten seinen Siegeszug um die Welt antrat, nicht mehr aus dem Boulevardtheater-Repertoire wegzudenken. Die Story von der arbeitslosen Männertruppe, die sich aus Verzweiflung als Stripper versucht, wurde seither immer wieder leicht variiert und wahlweise nach England, in die USA oder nach Deutschland verlegt.

Regisseur Steffen Löser widerstand der Versuchung, dem Stück Lokalkolorit zu verpassen. So heißen seine drei nicht nur beruflich gestrandeten Stahlarbeiter Craig (Volker Figge), Barry (Cyrus Rahbar) und Norman. Komplettiert wird dieses in ihrer Stammkneipe abhängende Trio durch den phasenweise aus seinem Vollrausch aufwachenden, meist stummen Graham (Andreas Schirra). Alle sind nicht nur erfolglos, auch die letzte Bastion ihres Selbstwertgefühls, das eigene Männerbild, beginnt bereits zu bröckeln. Aus eskalierender Verzweiflung formt sich im Bierdunst eine Idee und wird zur obsessiven kollektiven Hoffnung dieser Kumpelbrigade. Sie wollen es der erfolgreichen amerikanischen Stripdance-Truppe „Chippendales“ gleichtun, die von kreischenden Frauen vergöttert in Geld und Erfolg baden. Mit einem Casting sollen Mitstreiter gewonnen werden. Der junge Jay (Eric Naumann) erweist sich zwar wegen seiner fehlenden Bereitschaft zur Komplettentblößung als völlig ungeeignet, aber dafür ergänzen zwei andere Bewerber die zu allem entschlossenen Stripdance-Eleven. Der schwule Gavin (Simon David Altmann) und der Wesley gerufene Russe Wassili (Hartmut Kühn) kommen nicht nur bei den Männern auf der Bühne, sondern auch im Zuschauersaal gut an. Das tat auch Not, denn die Vorhersehbarkeit der Handlung ist ein großes Manko dieses Stückes und so hängt der Erfolg der Inszenierung komplett von der Fähigkeit der Akteure auf der Bühne ab, das Publikum mitzureißen.

In Michendorf lösten die ersten noch verklemmt sexualisierten Bewegungen der probenden Herren Begeisterungsstürme aus. Eine gewisse Meisterschaft entwickelte dabei der mit reichlich Bauch gesegnete Jens Ulrich Seffen, als er zur schwülen Sexualhymne „Je T´aime“ laszive Bewegungen machte und dabei verzückt die Schnur des Telefons durch seinen Schritt gleiten ließ. Ansehenswert Altmanns feminin überdrehter Gavin und der von ihm angebaggerte Wassili, die mit ihrer verunglückten Männer-Romanze Bewegung in die Handlung brachten. Spätestens als die Herren zur rauchigen Stimme von Tom Jones‘ Ohrwurm „Sexbomb“ taktweise ihre Feinrippschlüpfer und andere textilerotische Spezialitäten bloßlegten, kochte der Saal. Von nun an hing am Spannungsfaden noch die Frage: Werden die inzwischen emanzipierten Männer tatsächlich blankziehen? Zwei euphorisierte Damen gaben auf dem Heimweg die Antwort: „Det musste echt mal bringen, wenn de kein Stripper bist!“

Karten: 033205/26 81 88 oder unter www.volksbühnemichendorf.de

Von Lothar Krone

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