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„Märchen sprechen das Herzbewusstsein an“

Seminar für Frauen „Märchen sprechen das Herzbewusstsein an“

Durch Geschichten werden Volksweisheiten weitergegeben, die unser Bewusstsein ansprechen. Ein großer Schatz sei das, aus dem wir schöpfen können, sagt die Lebens- und Beziehungsberaterin Olga Schürer. Aktuell bietet die Bad Belzigerin ein Märchenseminar für Frauen an, das sich über drei Abende hinzieht. Darüber spricht sie im MAZ-Interview.

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Bietet speziell ein Märchenseminar für Frauen an: Psychologische Lebens- und Beziehungsberaterin Olga Schürer aus Bad Belzig.

Quelle: Johanna Uminski

Bad Belzig. Durch Geschichten werden Volksweisheiten weitergegeben, die unser Herzbewusstsein ansprechen. Ein großer Schatz sei das, aus dem wir schöpfen können, sagt die psychologische Lebens- und Beziehungsberaterin Olga Schürer. Aktuell bietet die Bad Belzigerin ein Märchenseminar für Frauen an, das sich über drei Abende hinzieht. Im MAZ-Interview spricht sie über das einzigartige Angebot im Hohen Fläming und berichtet über ihre ersten Erfahrungen mit diesem ganz besonderen, weil andersartigen, Seminar, das sie ausschließlich für Frauen anbietet.


MAZ:
Frau Schürer, was ist ein Märchenseminar für Frauen?

Olga Schürer: Märchen begleiten uns von klein auf und vermitteln Bilder, die unser Herzbewusstsein ansprechen. Nicht unbedingt unsere Vernunft. Auf diese Bilder reagieren wir Menschen. Nun hatte ich die Idee, dass Frauen anhand eines Märchens einen Blick auf ihre eigene Entwicklung werfen können.

Was ist ein Herzbewusstsein?

Schürer: Wir Menschen sind ganzheitliche Wesen. Wir haben ein kognitives Bewusstsein, das sind Verstand und Vernunft. Wir haben auch ein Herzbewusstsein, was unser Gefühl, das Psychische ist. Dort spielen sich eben Herzenssachen ab. Dafür ist das Seminar auch gedacht, dass Frauen Dinge, die sie erleben, besser einordnen und verstehen können. Vielleicht gewinnen sie dadurch auch Optionen, es das nächste Mal anders zu machen.

Warum gibt es kein Märchenseminar für Männer?

Schürer: Ich habe wirklich darüber nachgedacht, das zu tun. Allerdings weiß ich nicht, ob Männer das akzeptieren, wenn eine Frau mit ihnen ein Märchenseminar macht. Es gibt auch ein wunderbares Märchen für Männer - der Eisenhans. Da kann man die Entwicklung des Mannes genau beobachten. Allerdings würde ich das aus meiner Sicht der Frau aufarbeiten. Ich möchte es jetzt nicht so verstanden wissen, dass ich Frauen interessanter als Männer finde, als eine Art Abstufung. Das meine ich nicht. Frauen sind gefühlsmäßig einfach komplexer – das hört man ja auch von den Männern.

Wie ist der Ablauf des Seminars?

Schürer: Das Seminar findet an drei Abenden zu je zwei Stunden statt. Am ersten Abend gibt es neben der Vorstellungsrunde die Geschichte, um zu sehen, an welcher Stelle das Märchen einen anspricht. An den anderen Abenden stehen die klassischen Themen im Mittelpunkt, die jede Frau auf dieser Welt mitbringt, wie die Beziehung zum Vater, die Beziehung zur Mutter, die eigene Abnabelung zur Selbstständigkeit.

Was ist das Ziel des Seminars?

Schürer: Ich möchte bewirken, dass die Frauen nach den drei Abenden anders rausgehen, als sie reingekommen sind, und zwar mit einer Option ihr Leben sinnvoller, lebendiger zu gestalten. Kindern liest man Märchen vor, damit sie einschlafen. Erwachsenen, damit sie aufwachen.

Was ist das für ein Buch, das sie vorlesen?

Schürer: Mädchen ohne Hände – eine Geschichte der Gebrüder Grimm. Es geht in der Geschichte um eine junge Frau, die heranwächst. Ein ganz spannendes Märchen. Ich habe es auch ausgesucht, weil es die entscheidenden Stationen einer Frau skizziert.

Wie resümieren Sie über die drei ersten Märchenseminar-Abende?

Schürer: Elf Frauen im Alter von 27 bis knapp 60 waren da. Eine kam sogar aus Cottbus, eine aus Zerbst und eine aus Ziesar. Ihre Beweggründe, mein Seminar zu besuchen, waren Persönlichkeitsentwicklung und das Weiterkommen mit persönlichen Lebensthemen. Eine hat sogar nach dem ersten Abend ein Märchen über ihr eigenes Leben geschrieben – das war sehr bewegend.


Interview: Johanna Uminski

Von Johanna Uminski

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