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Potsdam-Mittelmark Einwohner ignorieren Veranstaltung der Stadt
Lokales Potsdam-Mittelmark Einwohner ignorieren Veranstaltung der Stadt
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19:26 27.02.2018
Fast alle Mitarbeiter der Stadt Treuenbrietzen standen am Montagabend parat, um mit den Einwohnern das Leitbild fortzuschreiben. Die Resonanz war jedoch äußerst bescheiden. Quelle: Thomas Wachs
Treuenbrietzen

Die Ziele des seit 2010 verfolgten Leitbildes und dessen Fortschreibung für die Stadt Treuenbrietzen lassen die Bürger kalt. Zumindest verirrten sich am Montagabend lediglich fünf Männer und Frauen sowie nur drei Stadtverordnete in das Bürgerhaus „Alte Feuerwehr“.

Das war dennoch voller Menschen. Denn erstmals hatte die Stadtverwaltung für die alljährliche Bilanz zum Leitbild einen neuen Rahmen gewählt. „Statt Frontalvortrag und Diskussion wie bisher immer im Ratssaal, sollte es nun eine direktere Einbindung der Bürger geben“, erklärte Sandra Hoedt, die im Rathaus auch mit der Fortschreibung des Leitbildes befasst ist.

Die Debatte zur Fortschreibung des Treuenbrietzener Leitbildes fand diesmal in neuem Rahmen statt. Allerdings fand das kaum Anklang bei den Bürgern.

An zehn Stationen zu verschiedenen Fachbereichen und Themen blieben die zahlreich vertretenen Mitarbeiter aus dem Rathaus sowie aus diversen Einrichtungen der Stadt an dem Abend jedoch weitgehend unter sich.

Erhofft hatten sie sich eigentlich eine direkte Diskussion über Erfolge und Misserfolge sowie Prioritäten zur Fortführung des Leitbildes.

Ohne Finanzen bleiben viele Ideen auf der Strecke

Wie schon im Jahr zuvor fällt die Erfolgsbilanz mager aus. Von den 173 mit konkreten Maßnahmen untersetzten Zielen wurden im Vorjahr 81 nicht realisiert. Das entspricht 47 Prozent. Erledigt wurden 60 Projekte (35 Prozent). Begonnen wurden 32 Projekte, was 18 Prozent entspricht.

Gescheitert seien die meisten der unerledigten Dinge „zumeist wegen fehlender Finanzen“, räumt Bürgermeister Michael Knape (parteilos) ein. Dennoch sieht er es für sinnvoll an, am Leitbild und seiner regelmäßigen Fortschreibung festzuhalten.

Diese langfristig gesetzten Prioritäten seien hilfreich, sich in den politischen Debatte und in der Haushaltsplanung auf die gesetzten Ziele zu konzentrieren. Das sei letztlich auch bei der internen Arbeit der Verwaltung sinnvoll.

Leitbild zunächst bis 2025 abgesteckt

Seit Mai 2010 wurde unter Mitwirkung des Berliner Instituts für Public Management am Leitbild für Treuenbrietzen gearbeitet.

In Versammlungen mit Bürgern wurden Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken zu Themenfeldern zusammengetragen sowie Oberziele, Handlungsfelder, Produktziele und Maßnahmen abgesteckt.

Beschlossen wurde das zunächst bis zum Jahr 2025 ausgelegte Leitbild nach der Diskussion mit Bürgern und Politik dann im Januar 2011.

Seither gibt es einmal im Jahr eine Bilanzkonferenz, in der Bürger und Verwaltung die Umsetzung bewerten und es fortschreiben.

Als eines der großen Ziele erreicht wurde im vorigen Jahr die Einrichtung der Gesamtschule mit Abiturstufe. Zu den mehr oder weniger großen Zielen, die nicht erreicht wurden, zählt indes auch die Idee, die Internetseite der Stadt als Bezugspunkt zur Partnerkommune Chiaravalle auf Italienisch zu gestalten.

Rätselraten um Vorlieben des Bürgers

Zu den begonnenen Projekten zählt das Programm „Kommunen innovativ – Transformbar“ zur Erprobung und Verbreitung kommunaler Beteiligungskonzepte für Bürger. Es wird seit August 2016 durch Franziska Brocksch in Treuenbrietzen begleitet.

Nach einem starken Besuch beim „Marktplatz der Ideen“ zum Auftakt im Mai, ist die Resonanz in den daraus hervorgegangenen vier Arbeitsgruppen zu Schwerpunktthemen sehr unterschiedlich, zumeist aber gering.

Zur Leitbilddebatte hatte die Verwaltung ein neues Konzept präsentiert. Sandra Hoedt (3. v. r). und Bürgermeister Michael Knape begrüßten aber vorwiegend Mitarbeiter der Stadt. Quelle: Thomas Wachs

Warum nun auch der aufwendig angelegte Abend zur Leitbilddebatte am Montag nur so wenige Bürger anlockte, kann sich Bürgermeister Michael Knape (parteilos) nicht erklären.

„Geworben haben wir auf allen Kanälen“, so der Rathauschef. Immerhin kamen in Vorjahren noch um die 20 Bürger und Stadtverordnete zur Leitbilddebatte.Bürgerbeteiligung wird ja allgemein immer groß gefordert. Wie sie aber konkret stattfinden soll, haben wir noch nicht herausgefunden“, sagte Knape der MAZ.

Großer Marktplatz der Beteiligung geplant

Daher ist für den 20. März im Rahmen der Sozialraumkonferenz ein „Marktplatz der Beteiligung“ geplant. „Gestalte Treuenbrietzen!“, heißt dann der Aufruf an alle Bürger.

Auch mit Hilfe einer elektronischen TED-Umfrage unter den Besuchern soll direkt an dem Abend geklärt werden, wie sich die Bürger selbst den Prozess zu ihrer Einbindung in kommunale Prozesse vorstellen.

Direkt einbringen wollte sich am Montagabend unter anderem Jürgen Heinicke aus dem Ortsteil Marzahna. Den 60-jährigen Pensionär beschäftigt die Verkehrslage vor seiner Haustür in der Zeudener Straße. „Dort rollen viel zu viele Lastwagen entlang“, erzählt er an einem Diskussionstisch.

Selbst bringt sich der Senior aktiv in das Dorfleben ein in Reihen der Männerunde. Die packt immer zu, wenn Hilfe im Ort gebraucht wird. „Schade, dass heute Abend so wenige Leute hier sind, der Termin war doch lange genug bekannt“, so Jürgen Heinicke.

Von Thomas Wachs

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