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Maisernte macht Bauern glücklich

Mittelmark Maisernte macht Bauern glücklich

Nach einem teils katastrophalen Erntejahr, bedingt durch Wetterkapriolen, macht die Maisernte in diesem Jahr in Potsdam-Mittelmark einiges wieder wett. Während die Sahara-Hitze im Spätsommer 2016 den Mais auf den Feldern vertrocknen ließ, macht die Ernte in diesem Jahr die Landwirte glücklich.

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Die Brielower Agar GmbH holt den Mais ein. Am Freitag haben die Mitarbeiter den Mais gehäckselt. Er wird anschließend siliert und später an Fleischrinder verfüttert.

Quelle: JACQUELINE STEINER

Mittelmark. Im Landkreis Potsdam-Mittelmark steht auf 18 164 Hektar Mais, dessen Ernte in diesen Tagen beginnt und sich über mehrere Wochen bis in den Oktober hinein erstrecken wird. Im vorigen Jahr war die Maisanbaufläche noch 239 Hektar größer. Das teilte Kai-Uwe Schwinzert, Sprecher des Landratsamtes in Bad Belzig, mit. Auch wenn die Fläche also geringer ist, der Ertrag in diesem Jahr ist höher. Der Kreisbauernverband Potsdam-Mittelmark (KBV) spricht von einer „sehr guten Ernte“, die erwartet werde.

Geschäftsführerin Silvia Wernitz schätzt den Ertrag auf bis zu ein Drittel höher als im vorigen Jahr. 2016 mussten die Landwirte nicht nur mit einer miesen Getreideernte zurecht kommen, auch der Mais litt unter der Extrem-Hitze, insbesondere im September. In diesem Jahr macht der Mais die nicht erfreuliche Getreideernte 2017 wieder etwas gut. Auch der letzte Grünschnitt habe schöne Erträge eingebracht, sagt Silvia Wernitz. „Wenigstens die gute Futterversorgung der Tiere ist gewährleistet“, so die KBV-Geschäftsführerin.

So sah der Mais 2016 im Fiener Bruch aus

So sah der Mais 2016 im Fiener Bruch aus.

Quelle: JACQUELINE STEINER

„Die Ernte wird toll“, heißt es auch seitens der Agargenossenschaft Thomas Müntzer in Krahne. Mit der Maisernte begonnen hat auch die Brielower Agargesellschaft mbH. Geschäftsführer Gerhard Ullrich erwartet von den 260 Hektar, auf denen der Betrieb Mais angepflanzt hat, rund 200 000 Euro bis 250 000 Euro Einnahmen. Die seien auch bitter nötig, weil je 1000 Euro Einnahmen rund 700 bis 800 Euro Ausgaben für Saatgut, Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz, Dünger, Lohn- und Erntekosten zusammen kämen, sagt Ullrich.

Der Mais 2017 kurz vor der Ernte in Brielow

Der Mais 2017 kurz vor der Ernte in Brielow.

Quelle: JACQUELINE STEINER

60 Hektar des angebauten Mais’ wird gehäckselt und anschießend siliert zur späteren Fütterung der 550 Fleischrinder. Der größte Teil der Anbaufläche wird jedoch Körnermais und geht in den Handel. Genauso wie die 32 Hektar mit Sonnenblumen, die an Landhandelsunternehmen verkauft werden und von dort in die Produktion von Speiseöl und Vogelfutter beispielsweise gehen. Andere Landwirte verkaufen ihren gehäckselten Mais auch an die Betreiber von Biogasanlagen.

Die Agargenossenschaft Weseram hat sogar 400 Hektar Mais angebaut in diesem Jahr und damit auf einer ähnlich großen Fläche wie 2016. Die Ernteausfälle durch die Spätsommerhitze 2016 hielten sich dort nach Angaben von Geschäftsführer Marten Woellner in Grenzen. „Die Ernte im vorigen Jahr war auch nicht so schlecht bei uns.“

Starkregen statt Sahara-Hitze

Ganz anders sah das bei der Agrargenossenschaft Fiener Bruch in Rogäsen aus. Der stellvertretende Betriebsleiter Mathias Busse sprach damals von einem Drittel Ernteausfall durch die Sahara-Hitze, die Ende September den Strandbädern noch gute Besucherzahlen beschert hatte. Jetzt sagt Mathias Busse: „Wir können nicht klagen, die Maisernte wird gut.“

Auf 420 Hektar baute der Betrieb in diesem Jahr Mais an, noch 14 Tage werden sechs bis sieben Mitarbeiter mit der Ernte beschäftigt sein. „Wir bauen den Mais ausschließlich für unser Vieh an. Er ist unsere Futtergrundlage für die Milchproduktion und die Mast.“

Gelagert wird das Futter in Mieten. „Den Mais dort unterzubringen, wird etwas problematischer für einige Betriebe“, sagt KBV-Geschäftsführerin Silvia Wernitz. Busse bleibt da gelassen. „Wir werden den Mais in unseren Mieten unterbringen.“

Von Marion von Imhoff

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