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Potsdam-Mittelmark Malen – ein bisschen wie Raffael
Lokales Potsdam-Mittelmark Malen – ein bisschen wie Raffael
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00:19 15.10.2017
Angelika Schneider (vorn), Ramona Reising (hinten) und Malerin Irina Fedorova (Mitte) im Atelier. Quelle: Edith Mende
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Werder

„Nach sechs Stunden Arbeit am Bild habe ich immer Selbstzweifel. Da stellt sich so ein Gefühl ein, als hätte ich nur Pfusch zustande gebracht“, gesteht Angelika Schneider. „Am nächsten Morgen dann entdecke ich verwundert, dass mir doch einiges ganz gut gelungen ist.“ Sie habe schon Irina verdächtigt, nachts Korrekturen vorgenommen zu haben. Die Malerin Irina Fedorova lacht. „Nein, das habt ihr alles selbst gemalt“, versichert sie den beiden Kursteilnehmerinnen, die seit dem vergangenen Sonntag einen siebentägigen Porträt-Malkurs in ihrer Atelier-Galerie belegen. Damit die beiden glauben, dass sie mehr können als sie sich zutrauen, wird nun allabendlich ein Foto vom Zwischenstand ihrer Arbeiten gemacht.

Angelika Schneider, die früher als Schmiedin auch Zäune und Tore künstlerisch gestaltete, hatte schon einige Zeichenkurse an der Volkshochschule in Berlin hinter sich, ehe sie sich im Juni in „Irinas Botschaft“ auf der Insel Werder erstmals an einem Apfelbild in Farbe versuchte. Für ihr erstes mit Ölfarbe gemaltes Porträt suchte sie sich ein Mädchenbildnis von William Adolphe Bouguereau, einem französischen Maler des 19. Jahrhunderts, als Vorlage aus. Die Haare und die Hauttöne seien für sie die Herausforderung sagt die Rentnerin. Aber nirgendwo bekomme man es so gut erklärt wie hier, da spüre man Irinas Leidenschaft für die Malerei, lobt sie.

Hobbykünstler sind manchmal etwa zu ehrgeizig

Kein Lehrbuch über Malerei könne das leisten, was sie in den ersten vier Tagen hier schon gelernt hat, versichert auch Ramona Reising. Die Kunstlehrerin ist mit ihrer halben Familie aus den thüringischen Bad Lobenstein angereist, nutzt die Herbstferien. „Wir haben schon häufig auf dem Weg in den Ostseeurlaub in Werder Halt gemacht. So entdeckte ich die Galerie und auch die Kursangebote“, berichtet sie. Zu Hause malte sie bisher vor allem Stillleben mit Acrylfarben. An Gesichter habe sie sich noch nicht so recht rangewagt. Und auch mit Ölfarben fehlte die Erfahrung. Das Porträt der „La Donna Velada“ des italienischen Renaissance-Malers Raffael möchte die Thüringerin hier so gut wie möglich kopieren. Der Faltenwurf des Tuchs und die Durchsichtigkeit des Kleides seien besonders anspruchsvoll und hätten sie deshalb gereizt, so ihre Begründung. Ramona Reising ist sicher, dass sie allein nie erreicht hätte, was sie in Werder an Techniken und Kniffen kennenlernte. „Das nehme ich dann natürlich auch mit in meinen Unterricht.“

Einmal nur habe sie ihre fleißigen und ehrgeizigen „Kursanten“ mit einem Machtwort zurück auf den Boden der Tatsachen holen müssen, berichtet Irina Fedorova schmunzelnd. Als die beiden allzu selbstkritisch mit ihren Leistungen umgingen, erinnerte sie daran, wie lange sowohl Raffael als auch Bouguereau die Malerei studiert hatten. „Wieso glaubt ihr, das in drei, vier Tagen erreichen zu müssen?“ Dennoch sollen die Arbeiten der beiden Hobbymalerinnen am Ende ihrer Vorbilder würdig werden. „Das Erfolgserlebnis ist um ein Vielfaches größer als das, was man sich zugetraut hat“, weiß auch Angelika Schneider inzwischen. Noch bis zum Samstagnachmittag kann man den Malerinnen in der Werderaner Lindenstraße über die Schulter schauen.

Von Edith Mende

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