Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Malen im Waldparadies – der Künstler Klaus Herrmann
Lokales Potsdam-Mittelmark Malen im Waldparadies – der Künstler Klaus Herrmann
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:18 05.03.2018
Ein Blick ins Waldparadies: Künstler Klaus Herrmann lebt und arbeitet in Borkheide. Und ist umgeben von seinen Werken. Quelle: Andreas Trunschke
Anzeige
Borkheide

Klaus Herrmann ist Biologe, Umweltdesigner, Dozent und Künstler. Entspannt sitzt er in seiner Kunstscheune im Waldparadies Borkheide, das er mit seiner Frau Marlies Langrock betreibt, und erzählt bei einer Tasse Yogi-Tee von seiner Kunst. Angefangen hat er mit der Kunst an der University of Edmonton in Kanada.

Intensive Farben prägen den Stil des Künstlers Klaus Hermann. Mit seinen Werken transportiert er Botschaften, die die Betrachter zum Nachdenken anregen sollen.

Dorthin war er 1982 nach einem Studium an der Freien Universität in Berlin gegangen. Fünf Jahre hat er in Kanada gelebt und studiert, neben der Umwelt auch eineinhalb Jahre Kunst: „Ich war einfach begeistert. Die Kunst löste etwas in mir.“

Ein Jahr lang hatte er sich zunächst mit Zeichnen, figürlicher Malerei und Skulpturen befasst. Dann entdeckte er das Drip-Painting. Die getropfte Malerei „hat etwas Therapeutisches“, findet Herrmann: „Bis dahin ging es mir immer um sehr exaktes Wiedergeben, und plötzlich eröffneten sich neue Möglichkeiten. Ich trat aus der Linearität heraus und wurde freier im Denken“.

Zuhause im Paradies

Das Waldparadies Borkheide von Klaus Herrmann und Marlies Langrock befindet sich im Paradiesweg 1 in 14822 Borkheide (Potsdam-Mittelmark).

Zu erreichen ist der Künstler unter 033845/900052 und per Email unter waldparadies@online.de

Weitere Informationen über das Atelier und seine Angebote unter www.waldparadies-borkheide.de

Demnächst will Klaus Herrmann Kurse in sogenannten Drip-Painting anbieten.

Seminare im Drip-Painting sind am Freitag, 1. Juni, bis Sonntag, 3. Juni sowie am Freitag, 24. August, bis Sonntag, 26. August. Interessierte können sich bei Klaus Herrmann anmelden.

Mit drei Dosen Farbe und einer großen Bahn Papier kreiert er sein erstes Bild mit der neuen Technik. Sein großes Vorbild wurde der amerikanische Künstler Jackson Pollock, der die von Max Ernst erfundene Maltechnik weltweit bekannt machte.

Der Student Herrmann nutzte vor allem preiswerte Fehlfarben, die jemand bestellt, aber dann doch nicht gewollt hatte. Die Beschränkung nutzte er für Experimente. Einmal wollte er wissen, wie die Farbe gelb auf ihn wirkt. Das Bild mit dem Titel „Der Leopard“ steht noch in seinem Atelier.

Eine ganze Weile recht erfolgreich

Auch mit seinem Maluntergrund bliebt Herrmann kreativ. Er bemalte ein T-Shirt. Das Ergebnis kam so gut an, dass er gleich zehn weitere machte und verkaufte. Das kleine Geschäft betrieb er eine ganze Weile recht erfolgreich.

Zurück in Deutschland begann Herrmann mit dem Computer zu experimentieren. Der Computer ist von Anfang an ein selbstverständliches Hilfs- und Ausdrucksmittel für ihn: „Aus Kanada kommend hatte ich mit meinem Apple einen technologischen Vorsprung.“

Der Computer gehört dazu

Anfangs zeichnete er auch am Computer, doch irgendwann war ihm das zu wenig haptisch. Heute setzt er den Computer auf ganz andere Art für seine Kunst ein. Ihn interessiert, wie kleine Dinge stark vergrößert wirken. Selbst scheinbare Kritzeleien aus langweiligen, aber nicht zu umgehenden Veranstaltungen, wie sie wohl viele kennen, verwandelt er so in Kunst.

Am Computer vergrößert er sie und lässt sie dann auf Leinwand ausdrucken. Diese Skizzen gestaltet er dann mit Farben und Stiften. Herauskommen abstrakte, berührende Bilder. Vom Computer inspiriert sind bis heute viele seiner Malereien. Fraktale, selbstähnliche geometrische Muster, werden bei ihm zu einer „Fraktalen Landschaft“.

Offen sein für Überraschungen

Die Perspektiven in seinen Bildern folgen nicht immer den Sehgewohnheiten. Man muss hineingehen in die Bilder, offen sein für Überraschungen.

Immer wieder fasziniert ihn das Spiel zwischen Formen und Farbe. Als er sich einmal mit einer Thailänderin, die weder Deutsch noch Englisch konnte, nur mit Stift und Papier verständigen kann, bat er sie, thailändische Buchstaben aufzumalen. Auch diese verwandelte er in ein farbiges Bild. Es trägt den Titel „Verständigung“.

Selbstreflektion und Selbsttherapie

Andere Bilder tragen ebenfalls poetische Titel wie „Enttäuscht“, „Leere“ oder „Nachtgedanken“. Seine Bilder haben immer etwas mit Selbstreflektion und Selbsttherapie zu tun. „Kunst ist der Mut sich auszudrücken“, formuliert Herrmann sein Credo.

Ein paar Jahre arbeitete Herrmann als selbstständiger Grafikdesigner. 1991 begann er als Dozent für alle grafischen Programme und computergestütztes Projektmanagement zu arbeiten. „Ich musste immer das Neueste an Technik haben, bis ich merkte, dass das keinen Sinn ergibt“, erzählt er von damals. Seit 2000 unterrichtet Herrmann am Oberstufenzentrum in Teltow.

Kunst braucht Zeit

Die heimische Kunstscheune ist sein Refugium. Sie erlaubt ihm die nötige Ruhe und Konzentration. „Kunst braucht Zeit“, formuliert Herrmann. Die Scheune, deren Obergeschoss gerade um Schlafplätze für künftige Teilnehmer an Workshops erweitert wird, steht auch als Übungsraum für Musiker, als Atelier für Maler oder für ‚Besondere Abende’ zur Verfügung. Die Tassen in der zugehörigen Küche sind selbstverständlich selbst gestaltet.

Wenn die Scheune frei ist, hat Herrmann hier sein Atelier und seine Ausstellung. Demnächst will er etwas Neues ausprobieren. Mehrere Schichten Acrylfarbe auftragen und die noch frischen Farbschichten mit einer einzigen Handbewegung formen.

Hilfe zum Glücklichsein

Gegenwärtig gestaltet er einen Pfahl, der später auf die Scheune aufmerksam machen soll. Der Pfahl erinnert ein wenig an einen Totempfahl, eine Reminiszenz an seine kanadischen Wurzeln.

Der Künstler überlegt, ob er diese Kunst, Totemart, auch für Kinder anbietet: „Kunst hat etwas Spielerisches und hilft glücklich zu sein.“ Überhaupt zieht es Herrmann immer wieder in die Öffentlichkeit. Am 5. und 6. Mai wird er sich am Tag des offenen Ateliers beteiligen.

Von Andreas Trunschke

Beim Weltgebetstag der Frauen stand diesmal Surinam im Fokus. Während in Bad Belzig zu dem Anlass die Ökumene gelebt wurde, ist in dem südamerikanischen Land das Miteinander der Religionen in Gefahr. Darum wurde hierzulande gesungen, gebetet und Geld gesammelt, aber auch gekocht wie dort. Was wegen der Zutaten nicht einfach war.

04.03.2018

Die Gruboer Tagesstätte „Sonnenkinder“ muss ausgebaut werden. Erst recht nachdem die Kapazitätserweiterung beantragt und genehmigt worden ist. Die Kosten haben sich daher mehr verdoppelt und die Jugend des Ortes musste ihr Quartier unter dem Dach schon räumen.

04.03.2018

Ihren 104. Geburtstag feierte Elsa Effenberger am Sonntag im Kreise ihrer Familie. Sie ist damit die älteste Einwohnerin in Beelitz. Bürgermeister Bernhard Knuth und Ortvorsteherin Karin Höpfner (beide Bürgerbündnis Beelitz) gratulierten der betagten Seniorin zu diesem hohen Alter.

04.03.2018
Anzeige