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Malen in traumhafter Landschaft

Künstler-Pleinair in Petzow Malen in traumhafter Landschaft

21 Künstler aus fünf Ländern sind derzeit beim dritten internationalen Pleinair der Stadt Werder im Inselparadies in Petzow zu Gast. Sie lassen sich von der Natur am Petzower Haussee oder am Schwielowsee inspirieren und malen unter freiem Himmel – Gewittergüsse gibt es in diesem Jahr inklusive.

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Chang-Ok Han (61) aus Südkorea (l.) mit Sandra Dahlmann (49) aus Glindow malen inmitten der Natur in Petzow.

Werder. Ein Gewitterguss erwischte einige der Freiluftmaler des 3. Internationalen Pleinairs der Stadt Werder am Dienstagnachmittag. Die Glindowerin Sandra Dahlmann grummelte nun drinnen an ihrer Staffelei vor sich hin, denn ein Weitermalen an ihrer Petzower Landschaft war vorläufig nicht möglich. Die Leinwand schien ziemlich durchnässt. Dennoch, so ein Pleinair sei ungeheuer motivierend, ist ihr Resümee der ersten Tage. Sie habe so viel geschafft.

Aus Polen, Litauen, Russland und Spanien sowie aus Oppenheim am Rhein sind in diesem Jahr Künstler an die Havel gekommen, um für eine gute Woche gemeinsam mit ihren Kollegen aus Werder und Umgebung zu arbeiten. Zum ersten Mal haben sie im Inselparadies Petzow Quartier bezogen, da die Stadtgalerie wegen der 700-Jahr-Feier der Stadt belegt ist. Ein geräumiger Seminarraum steht ihnen zum Arbeiten zur Verfügung, wenn sie mit ihren Malutensilien nicht unterwegs sind. Für einige ist es der erste Besuch hier. Andere, wie Widmantas Jazauskas aus Werders Partnerstadt Birzai in Litauen, kennen Werder bereits. Er war vor acht Jahren beim allerersten Pleinair hier, seitdem rissen auch die persönlichen Kontakte nicht ab. Von der Natur und der Geschichte, auf die er überall in Petzow stößt, schwärmt er. Auf seiner Staffelei hat er gerade etwas, das eher technisch anmutet. „Wir haben heute die Glindower Ziegelei besucht“, erklärt Gabriele Karele, die für ihn dolmetscht. „dieses Motiv hat er dort gefunden.“

Jeden Morgen nach dem Aufstehen geht’s schwimmen

Die Oppenheimerinnen Carmen Stahlschmidt und Petra Balbach sind rheinischen Frohnaturen. Auch wenn beide kein Wort Polnisch können, klappt die Verständigung mit Sofia Gasiorowska und Irena Ociepka aus Tczew so gut, dass es immer etwas zu lachen gibt. Besonderer Spaßfaktor: das Üben der polnischen Zischlaute. Den Petzower Park mit dem Haussee und dem Durchblick auf den Schwielowsee findet man sowohl bei Petra Balbach als auch bei Sofia Gasiorowska wieder. Die Polin bevorzugt kleine Formate. Die Oppenheimerin arbeitet in ihre Bilder stets Zeitungsausschnitte vom Tage mit ein. „Damit habe ich vor vier Jahren beim Pleinair in Werder begonnen und es seitdem beibehalten. Das schafft so einen schönen aktuellen Bezug“, erklärt sie und zerpflückt die MAZ. Werder wie auch den Ortsteil Petzow finden die beiden Künstlerinnen aus Rheinland-Pfalz traumhaft. Sie gehe hier jeden Tag nach dem Aufstehen schwimmen, verrät Petra Balbach. Das sei am Rhein nicht möglich.

Wolfgang Blasig (SPD), der Landrat von Potsdam-Mittelmark, kam am frühen Dienstagabend zu einem Besuch, sah einigen der Künstler über die Schulter, sprach mit ihnen und betrachtete erste Ergebnisse. Gemeinsam mit der Stadt Werder finanziert der Landkreis das Pleinair. „Wir investieren doch in Menschen, das kann nicht verkehrt sein. Wenn am Ende dabei Kunst herauskommt, ist das wunderbar“, so der Landrat euphorisch.

Zum Pleinairabschluss am Sonnabend werden im Inselparadies die aktuell entstanden Kunstwerke ab 13 Uhr ausgestellt, können sogar erworben werden. Eine Arbeit jedes Künstlers geht in den Fundus der Stadtgalerie über. Interessierte können schon vorher täglich ab 18 Uhr in Petzow vorbeischauen, die Maler und ihre Bilder kennenlernen.

Freilichtmalerei in Werder

Im Abstand von vier Jahren wird ein Treffen mit Künstlern aus Partnerstädten Werders organisiert. Derzeit findet es zum dritten Mal statt.

Für einige Tage gehören die Künstler zum Stadtbild, malen unter freiem Himmel und entdecken die Blütenstadt mit ihrem besonderen Blick. Am Ende erhalten sie ein Diplom und es gibt eine Ausstellung.

Beim Pleinair im Jahr 2013 waren 15 Künstler dabei. Das Thema war „Der Mensch in seiner Stadt“.

2009 waren ebenfalls Künstler aus Polen und Litauen und auch aus dem rheinischen Oppenheim eingeladen.

Freilichtmalerei war Anfang des 19. Jahrhunderts eine Befreiung vom akademischen Malstil im Atelier.

Die Künstlerkolonien in Ahrenshoop, Worpswede, die Havelländische Malerkolonie oder der Impressionismus sind ohne die „en plein air“-Arbeiten unvorstellbar.

Von Edith Mende

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