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Malerisches Werder in drei Teilen

700. Geburtstag der Blütenstadt Malerisches Werder in drei Teilen

Wilfried Mix (61) fertigt der Stadt Werder zum 700. Geburtstag etwas ganz Besonderes an. Nach Jahren der Überlegung, wie er die Geschichte der Blütenstadt abbilden kann, hat sich der Maler nun für ein Triptychon entschieden. Mit dem ersten der drei Teile ist er bereits fast fertig und arbeitet nun an der Zeichnung für den Part der Gegenwart.

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Wilfried Mix bei der Arbeit an dem ersten Teil des Triptychons zur Stadtgeschichte Werders.

Quelle: André Böhm

Werder. Alles begann mit der Insel im Apfel. Diesen Namen trägt ein bekanntes Bild von Wilfried Mix, das in seinem Inselatelier hängt und mittlerweile zu einer Art Markenzeichen geworden ist. „Insel im Apfel“ erzählt den Ursprung des Obstbaus in Werder und hat Mix gemeinsam mit seinem Werk „Wache auf beim Obsteinkauf“ zu etwas Größerem inspiriert. „Ich habe schon länger überlegt, die Geschichte Werders komplett darzustellen“, erzählt er. Zum 700. Geburtstag der Stadt wird er diese Idee nun auf die Leinwand bringen – besser gesagt auf drei Leinwände, denn es gibt drei Teile: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Insgesamt wird das Triptychon acht Meter lang und fast zwei Meter hoch sein.

Der erste Abschnitt beginnt mit der Eiszeit und hängt schon fast fertig in der ehemaligen Bosch-Werkstatt von Horst Bader auf der Insel. Dort hat der 61-Jährige mehr Platz zum Malen als in seinen etwas beengteren vier Atelier-Wänden. Derzeit arbeitet der Künstler an der Zeichnung für den zweiten Teil. Grundlage für all seine Darstellungen auf dem Triptychon sind die Werder-Chroniken. Der Orts-Chronist Baldur Martin, der diese Bücher mitverfasst hat, ist Mentor des Malers für seine „Geschichte von Werder (Havel)“, wie das Triptychon heißen wird. Mix forschte aber auch selbst im Archäologischen Landesmuseum in Brandenburg/Havel sowie im Obstbaumuseum der Blütenstadt und führte Gespräche mit der Gilde der Stadtführer. Das Ziel: Die Dinge, die er auf das Triptychon bringt, sollen möglichst originalgetreu aussehen und vor allem Wiedererkennungswert für die Werderaner haben. 3D-Effekte sorgen zusätzlich für Hingucker auf dem riesigen Gemälde.

Wichtige Ereignisse und bedeutende Menschen

In der Vergangenheit zeigt Mix zum Beispiel das letzte Mammut, Symbole der slawischen und germanischen Mythologie, die Insel bebaut mit Häusern verschiedener Architekturen, das Kloster Lehnin und er verbildlicht auch die Reformation. Der Teil endet mit dem 30-jährigen Krieg und den Schweden, die in Werder einfallen. Auf dem zweiten Ölgemälde wird es mit der Geschichte um 1700 weiter gehen, als die Pest über die Werderschen kam. Im Mittelpunkt dieses Bildes steht die Brücke zur Inselstadt, so dass man auf dem Triptychon mit dem Ende des dritten Teils die Insel-Silhouette komplett betrachten kann. „Nachdem ich das erste Bild relativ locker gestaltet habe, muss ich auf dem zweiten schon etwas platzsparender arbeiten“, erklärt Mix. Ein bisschen rechnen musste er im Vorfeld auch, um die Jahrhunderte gerecht einzuteilen und die wichtigsten Ereignisse sowie bedeutende Menschen der Blütenstadt wie Karl Hagemeister oder Franz Dümichen unterzukriegen. „Nebenbei muss aber auch alles historisch korrekt sein“, sagt Mix.

An dem zweiten Teil zeichnet Wilfried Mix derzeit

An dem zweiten Teil zeichnet Wilfried Mix derzeit.

Quelle: André Böhm

Bis Ende Februar will er die Zeichnung fertig haben und sie anschließend auf die große Leinwand übertragen. Im Juni soll der letzte Teil fertig sein, denn ab dem 23. Juli wird Wilfried Mix gemeinsam mit Ingo Schiege aus Lübbenau in der Turmgalerie Bismarckhöhe ausstellen. Die Schau beginnt eine Woche nach der Festwoche anlässlich des Jubiläums in Werder. Zum Jahreswechsel hatte Mix mehrere Sponsoren gefunden, die er dringend zur Unterstützung des Projektes brauchte. Die Stadt will das Triptychon nach der Ausstellung auf der Bismarckhöhe übernehmen.

Gebürtiger Insulaner

Wilfried Mix wurde 1955 in der Fischerstraße auf der Inselstadt geboren. Im Alter von 13 Jahren begann er mit dem Zeichnen und auch mit der Plakatmalerei.

Nach der Wende machte er sich selbstständig, erlernte den Siebdruck in Nürnberg und die Airbrush-Technik in Berlin Köpenick. Nebenbei stellte er bis 1997 dauerhaft in den Räumen vom Ruder-Klub Werder aus. 1996 und 2000 hatte er eigene Ausstellungen im Alten Rathaus.

2000
gründete Mix die erste Kunstgalerie auf der Insel, stellte in den folgenden Jahren mit anderen Künstlern aus und präsentierte 2006 seine persönliche Schau „W.Mix – 25 Jahre Malerei“ bei Eon-Edis in Derwitz.

Vor drei Jahren organisierte er den mittlerweile zur Tradition gewordenen ersten Werderschen Kunstmarkt in der Historischen Saftfabrik.

Von Luise Fröhlich

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