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Potsdam-Mittelmark Manege frei für Toleranz
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20:38 06.11.2017
Marko Sperlich und sein Team haben für eine Woche das Zelt ihres 1. Ostdeutschen Projektcircus auf dem Sportplatz in Neuseddin aufgestellt. Quelle: Heinz Helwig
Neuseddin

Am Rande des Sportplatzes des ESV Lok Seddin in Neuseddin hat der 1. Ostdeutsche Projektcircus Sperlich für diese Woche sein Zelt aufgeschlagen. 230 Kinder der Grundschule „Friedrich List“ und 47 künftige Schulanfänger aus den Kitas „Waldsternchen“ in Neuseddin und „Seepferdchen“ in Seddin trainieren mit Zirkusleiter Marko Sperlich und seinen neun Artisten für ein etwa einstündiges Programm. Es soll vom Mittwoch bis zum Samstag vor Eltern, Verwandten und Lehrern aufgeführt werden. Die Vorstellungen werden als Video mitgeschnitten, das die Eltern dann kaufen können.

Eine Steuerungsgruppe aus fünf Lehrern mit der Pädagogin Sybille Bachmann an der Spitze hat das einwöchige Projekt für die Klassen eins bis sechs der Grundschule seit Schuljahresbeginn vorbereitet. Bei einer Eröffnungsvorstellung der Zirkusleute am Montagmorgen stand sie für Messerwerfer Marko Sperlich an der Holzwand. „Das war erträglich. Aber meine rechte Hand hat ganz schön gezittert“, bekannte Bachmann später.

Etwa 30 Betreuer – Lehrer, Horterzieher, Sozialarbeiter und sogar jemand von der Kreisvolkshochschule – begleiten die Kinder durch die Woche. Zuvor hatten sich die Schüler aussuchen dürfen, in welcher der jeweils zehn Projektgruppen sie am Programm mitarbeiten möchten. Wegen der hohen Schülerzahl haben Zirkus und Schule zwei große Blöcke gebildet. Zur Auswahl standen unter anderem Akrobatik, Jonglage Dressur von Tauben, Fakiren, Clownerie, Zauberei oder Seiltanz. Höhepunkt des Programms ist eine sogenannte Schwarzlicht-Schau mit neonfarbenen Tüchern. Trainiert wird unter der Zirkuskuppel, in der Turnhalle der Schule oder auch in den Klassenräumen.

„Neben dem sportlichen Aspekt hat dieses Projekt vor allem einen sozialen Effekt. Die Kinder können ihre Stärken und Schwächen ausloten und lernen zugleich aber auch, Verständnis und Achtung füreinander aufzubringen und Vertrauen aufzubauen“, sagen Schulleiterin Christiane Wladimiroff und Zirkusleiter Sperlich. Bei allen Programmteilen muss sich jeder auf den anderen verlassen können. Darum unterstützt das Projekt sehr gut das Ziel der Grundschule, gewaltfrei zu werden, findet Wladimiroff. Die Zirkuswoche ist außerdem ein Höhepunkt im „kleinen“ Jubiläumsjahr der Grundschule nach der Aufführung des Musicals „Emil und die Detektive“ durch das Polizeiorchester Brandenburg im Oktober und vor dem großen Schulfest am Schuljahresende. Die Grundschule „Friedrich List“ begeht in diesem Jahr ihr 45-jähriges Bestehen.

Die meisten Schulen hätten ihm nach der Projektwoche bestätigt, dass sich das Klima auf den Schulhöfen merklich verbessert habe, ergänzt Marko Sperlich. Seit 2005 hat der 1. Ostdeutsche Projektcircus mit Sperlichs Bruder Andre mehr als 105 Schulen bundesweit besucht. Wegen der starken Nachfrage sind mittlerweile drei Betriebsteile daraus entstanden, die jährlich von Anfang März bis Anfang Dezember mit knapp 40 Projekten unterwegs sind. 2015 stieß der Zirkus Probst zum Projekt hinzu.

Christiane Wladimiroff lernte den Projektzirkus 2005 als Lehrerin an der Grundschule Fichtenwalde kennen und holte ihn später als Schulleiterin an die Grundschule nach Neuseddin. Nach dem nunmehr dritten Zirkusprojekt in Neuseddin steht auch schon der nächste Termin für die neuen Grundschüler fest: Im Juni 2023 werden Marko Sperlich und sein Team wohl wieder ihr Zelt in Neuseddin aufschlagen.

Die Vorstellungen finden am Mittwoch, dem 8. November, am Donnerstag, dem 9. November und am Freitag, dem 10. November, jeweils um 17 Uhr sowie am Samstag um 10 Uhr statt.

Von Heinz Helwig

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