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Manege frei für die Kleinsten

Borkheide Manege frei für die Kleinsten

Der „Projektzirkus Probst“ ist dieser Tage zu Besuch bei den Schülern der Grundschule Borkheide. Gemeinsam mit professionell ausgebildeten Artisten lernen die Kinder allerlei Kunststücke und Zaubertricks – um dann am Wochenende mit ihrem eigenen Zirkusprogramm auf der Bühne zu stehen.

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Trainer Vasile zeigt Niclas Buchholz (9 Jahre), Nina Lau (10 Jahre) und Jantar Jovc (9 Jahre) ein paar Zaubertricks.

Quelle: Johanna Uminski

Borkheide. Egal ob auf dem Trapez, als Fakire, Jongleur, Clown oder Akrobat – beim „Projektzirkus Probst“ können sich die Borkheider Grundschüler ausprobieren und neue Seiten und Talente an sich entdecken. Neben den besonderen Aufgaben und Herausforderungen steht an zwei Tagen vor allem der Spaß im Vordergrund.

Unter Anleitung von professionellen Zirkusleuten erlernen die Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse nicht nur in ihre Zirkusrolle zu schlüpfen, sondern diese auch sicher rüber zu bringen, damit sie an den zwei Vorstellungen ihren Auftritt in der Manage gut meistern. Für das authentische Ambiente sorgen ein Zirkuszelt, Requisiten, Licht, Musik und natürlich auch die passenden Kostüme.

Übungen auf dem Drahtseil und in der Akrobatengruppe

Auf dem Drahtseil fühlen sich die beiden zehnjährigen Schülerinnen Jelscha Sieber und Emilia Dongowski schon ganz sicher. „Es macht vor allem auch ganz viel Spaß mit den Pompons rumzuwedeln“, sagt die Viertklässlerin Jelscha. Aufgeregt vor ihrem großen Auftritt sind die beiden Grundschülerinnern schon, aber sie haben ein Geheimrezept: „Tief durchatmen und mit Freunden sprechen“, sagt Emilia.

Große und farbenintensive Blüten

Große und farbenintensive Blüten: Die Blattkakteen von Inge Krumnow.

Quelle: Johanna Uminski

Bei der Akrobatengruppe kann Ellen Böttcher ihr Talent zeigen. „Radschlag und Spagat machen mir viel Spaß“, sagt die Achtjährige, die in Treuenbrietzen den Turnunterricht besucht. Die Drittklässlerin findet es ziemlich cool beim Zirkusprojekt mitzumachen. „Ich bin gar nicht vor dem Auftritt aufgeregt.“

Viele Kinder wachsen beim Projekt über sich hinaus

Ein wenig aufgeregt ist dagegen Nina Lau, die von Trainer Vasile in die Welt der Zauberei eingeführt wird. „Ich bin begeistert von den Zaubertricks, die er kann – es ist toll, dass wir das lernen und dann wissen, wie es geht“, sagt die Zehnjährige. Zum kleinen Zauberkünstler wird auch Jantar Jovc, der schon immer zaubern lernen wollte. „Das sind ja keine richtigen Zaubereien, sondern nur Illusionen und Tricks“, weiß er Neunjährige.

Seiltänzerinnen (von links)

Seiltänzerinnen (von links): Jelscha Sieber (10 Jahre) und Emilia Dongowski (10 Jahre) üben fleißig auf dem Drahtseil.

Quelle: Johanna Uminski

Zirkusdirektor Andreas Blessmann weiß aus Erfahrung, dass viele Kinder durch das Zirkusprojekt über sich hinauswachsen. „Nach den Projekten kommen manchmal Lehrer zu uns und sagen, dass einige Schüler plötzlich aufgeblüht sind.“ Neben dem Spaßfaktor werde vor allem die soziale Kompetenz gestärkt. „Die Kinder lernen, dass sie nur gemeinsam stark sind.“ Bei der Arbeit mit den Tieren wie Ziegen, Hunden oder Hühnern lernen sie auch, Verantwortung zu übernehmen. Zwischenmenschliche Beziehungen und die Schule als Gemeinschaft erfahren durch das Projekt eine Stärkung, so der Zirkusdirektor.

Zirkusnachwuchs ist voller Elan und Freude

Zu Beginn wurden die Kinder mit verschiedenen Projekten in den einzelnen Klassen auf den Zirkusbesuch eingestimmt. Doch in den zwei Tagen heißt es für die Grundschüler nun selbst aktiv werden. „Das wird morgen noch mal ein richtig anstrengender Arbeitstag für die Grundschüler“, weiß Blessmann. Zweieinhalb Stunden Training, Generalprobe und die erste Aufführung müssen die Kinder bewältigen.

Bevor die Grundschüler mit den Training beginnen, werden sie in einer einstündigen Programmaufführung der Profis in die Zirkuswelt entführt

Bevor die Grundschüler mit den Training beginnen, werden sie in einer einstündigen Programmaufführung der Profis in die Zirkuswelt entführt.

Quelle: Johanna Uminski

Doch bis dahin heißt es für die Erst- bis Sechstklässler schwitzen und üben. „Für manche Kinder ist es am Anfang eine bittere Ernüchterung, denn man muss hart arbeiten, um dann in der Manage glänzen zu können.“ Aber die Stimmung bei den Kindern sei prima. Voller Elan und Freude haben die Grundschüler den Zirkussong geübt und gesungen.

Verantwortung und Mut sind gefragt

Seit 2015 ist das Traditionsunternehmen „Zirkus Probst“ als Projektzirkus unterwegs.

Das Konzept lehnt an die Erfahrungen des 1. Ostdeutschen Projektzirkus „Andre Sperlich“ an und wurde mit pädagogischen Lehrkräften entwickelt.

In dem Projektzirkus arbeiten ausgebildete Artisten der Fachschule für Artistik in Berlin und Bukarest sowie Tierlehrer, die eine Ausbildung als Artist, Pferdewirt oder Tierpfleger abgeschlossen haben.

Laut Pressemitteilung hatte der Projektzirkus 2016 insgesamt 50 Projekte mit über 9000 Kindern.

Im Vordergrund stehen bei allen Übungen Zusammenarbeit, Disziplin, Verantwortung für sich und andere, Körperlichkeit und Mut.

Vorstellungen mit den Borkheider Grundschülern sind am Freitag, 14. Juli, um 17 Uhr und Samstag, 15. Juli, um 10 Uhr. Karten für Familie und Freunde kosten für Erwachsene 10 Euro und Kinder 3 Euro. In das Zelt passen 400 Zuschauer.

Einen Vorgeschmack auf die magische Zirkuswelt haben die richtigen Profis den Grundschülern in einem einstündigen Auftritt gegeben. „In dieser Woche wird der Zirkus zu ihrem Zirkus – wir stehen nur im Hintergrund“, sagt Blessmann.

Von Johanna Uminski

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