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Martin, Günther und Maik kommen gut an

Stepke-Kita in den Havelauen mit vorbildlicher Männerquote Martin, Günther und Maik kommen gut an

Mit drei Erziehern und einem Hausmeister neben 14 Frauen im Team hat die neue Kita in den Werderaner Havelauen die Männerquote mehr als erfüllt. Die männlichen Erzieher kommen nicht nur bei den Kleinkindern und deren Eltern, sondern auch beim weiblichen Personal gut an.

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Der junge Erzieher Maik Görlitz beobachtet das Mittagsschläfchen des kleinen Leon.

Quelle: Regine Greiner

Werder. Maik Görlitz aus Brandenburg ist mit 27 Jahren der Jüngste im Erziehertrio der neuen Stepke-Kita in den Havelauen. Der kleine Leon hält ganz still, wenn der junge Mann ihm zärtlich über das Köpfchen streichelt, bevor für die Kleinen der Mittagsschlaf zu Ende geht.

Vor der Tür der Schlummerstube geht es schon lebendiger zu, denn die Größeren machen sich bereit zum Spielen im Garten. Sie lassen sich gern beim Schuheanziehen von den Erziehern Günther Strauß und Martin Schultz helfen. Mit drei Erziehern und einem Hausmeister neben 14 Frauen im Team, wird die Männerquote in der Stepke-Kita im Vergleich zu vielen anderen Kindereinrichtungen gewiss weit überboten. „77 Kinder werden bei uns betreut. Dass dies auch drei Männer tun, kam bei den Eltern gerade gut an“, sagt Kita-Leiterin Heike Liebau. „Ich schätze vor allem die Ruhe, die meine Kollegen ausstrahlen. Und sie können gut anpacken“, lobt die Chefin. Männer hätten einfach eine andere Ausstrahlung. Doch laut Liebau ging es der Step Kids Education GmbH bei den Einstellungen der Mitarbeiter zur Eröffnung im vergangenen November nicht nur darum, eine Männerquote zu erfüllen, sondern „gute Erzieher“ zu finden.

Der Gesellschaft ist es offenbar gelungen, denn Liebau kann nur Gutes über die männliche Verstärkung sagen. „Wenn eine Gruppe abwechselnd in den Schichten mal von einer Frau und mal von einem Mann umsorgt wird, dann ist das fast wie bei einer Familie“, sagt Martin Schulz aus Werder. Der 31-Jährige hat schon in vielen Kindereinrichtungen gearbeitet. „Ich würde gern später als Leiter arbeiten. Genau dafür will ich noch reichlich Erfahrungen sammeln.“ Er macht Spaß mit den Kindern, und wenn er lustig ist, müssen die Kleinen einfach mitlachen. „Aber ich kann auch konsequent sein. Liebevoll zu sein, ist mir aber genauso wichtig.“ Dass Jungs bei Freud oder Tränen lieber zu ihm kommen, könne er nicht bestätigen. Kinder würden auch oft spontan entscheiden und jede kleine Persönlichkeit für sich. „Das ist auch gut so“, bekräftigt Martin Schultz.

Maik Görlitz ist sein Leben lang mit Lütten aufgewachsen, denn seine Mama kümmerte sich als Tagesmutter ständig um kleine Mädchen und Jungen. „Und ich immer mittendrin. Später habe ich zwar erst eine Bäckerlehrer absolviert, aber das kommt mir beim Backen mit den Kindern sogar zugute“, sagt der Krippenerzieher, der sich vor allem um die Kleinsten in der Kita kümmert, vom Windeln bis zum Füttern. „Vorurteile der Väter und Mütter habe ich hier nie gespürt. Ich werde voll akzeptiert und fühle mich hier im Team ausgesprochen wohl.“ Die schönsten Momente des Tages sind für ihn immer dann, wenn seine Schützlinge große Fortschritte machen, ob beim Krabbeln oder den ersten eigenen Schritten.

Günther Strauß, ist mit 46 Jahren zwar der Älteste im Trio, steckt aber noch mittendrin in der Ausbildung zum Erzieher. Der ehemalige Mediengestalter und Dozent aus Österreich, der durch die Liebe im Brandenburgischen gelandet ist, hat in seinem Beruf keine Zukunft mehr gesehen, war zeitweise auch arbeitslos. „Die Kinder der Freunde und Verwandten haben mich aber immer besonders gemocht. Weil ich wohl ein gutes Händchen beim Umgang mit Kindern bewies, habe ich mich dann für die Ausbildung entschieden und bis heute nicht einen Tag bereut“, sagt Günther Strauß. Er beklagt sich auch nicht über die Bezahlung als Azubi in der Kita. „Und nach dem Abschluss geht es ja auch finanziell wieder bergauf. Die Arbeit mit den Kindern macht mir sehr viel Spaß, das ist mir sehr wichtig“, sagt Strauß, der selbst Vater einer Tochter ist.

Nach seinen Worten liebt er die Lebendigkeit der Kinder, will ihnen viel seiner eigenen Lebenserfahrung weitergeben. „Skeptische Eltern habe ich hier in Werder bisher nicht erlebt, eher besondere Freude darüber, dass sich in der Kita auch Männer um die Kleinen sorgen, mit ihnen spielen, sie ins Bett bringen, sie trösten oder im Waschraum für Ordnung sorgen.“

Von Regine Greiner

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