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Potsdam-Mittelmark Marusha kommt für Soli-Konzert nach Potsdam
Lokales Potsdam-Mittelmark Marusha kommt für Soli-Konzert nach Potsdam
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15:20 14.03.2017
Legendäre Plattenauflegerin und Musikproduzentin: Marusha.
Beelitz/Potsdam

Manchmal setzt eine spontane Idee unglaubliche Dinge in Bewegung. Die Beelitzerin Manuela Liß macht gerade diese Erfahrung. Sie hatte bei Youtube ein Video gesehen und beschlossen, mit 15 Obdachlosen in Potsdam essen zu gehen. Weil so ein Einfall schwerer umzusetzen ist als gedacht, fing sie einfach an, auf andere Weise zu helfen und Kontakte zu knüpfen, um Unterstützung für Bedürftige zu organisieren.

Wenige Wochen später hat ihre Idee eine enorme Eigendynamik entwickelt. Manuela Liß ist jetzt Organisatorin eines Benefizkonzertes und hat an ihrer Seite Marusha, die legendäre Plattenauflegerin und Musikproduzentin, die das Konzert zugunsten von Obdachlosen und Bedürftigen mit auf die Beine stellen und auch dabei sein will. Geplant ist das Konzert am 7. April im Lindenpark in Potsdam. Beginn 20 Uhr, Eintritt an der Abendkasse 15 Euro.

Schnelle Kontaktaufnahme

Sie hatte über Facebook Kontakt mit Marusha aufgenommen und ihr Anliegen geschildert. „Marusha hat innerhalb von fünf Minuten geantwortet und am nächsten Tag haben wir miteinander telefoniert“, erzählt die Beelitzerin. Und Marusha spendete spontan gleich mal 600 Euro. Von dem Geld kaufte Manuela Liß Schlafsäcke, Isomatten und warme Socken, die der gemeinnützigen GmbH „Creative Sozialarbeit“ (Creso) in Potsdam übergeben werden, die sich um Obdachlose kümmert. Die Einnahmen aus dem Benefizkonzert sollen an Creso, die Potsdamer Tafel und die Suppenküche gehen, die am besten wissen, für was Geld benötigt wird.

Weitere Bands haben sich angesagt

Neben Marusha wollen auch die Berliner Bands Krogmann und Ad Ryan auftreten. „Es können sich noch weitere Bands und Nachwuchsgruppen fürs Konzert anmelden“, sagt die Beelitzerin, die alles angestoßen hat. Ihr Credo: „Ich will zeigen, dass Helfen nicht schwer ist.“ Von Marusha, die gerade in London ist, schwärmt sie: „Sie ist so engagiert und mit dem Herzen dabei! Einfach unbeschreiblich. Ich war total überrascht, dass gleich so ein Vertrauen da ist.“ Fürs Benefizkonzert gibt es die Überlegung, nicht nur Geld für Bedürftige zu sammeln. Sie sollen die Chance haben, beim Konzert dabei zu sein. „Sie sollen sehen, dass sie nicht abseits stehen an diesem Abend, dass sie dazugehören“, so Liß.

Die Beelitzeriin Manuela Liß hilft Obdachlosen und Bedürftigen. Quelle: Jens Steglich

Angefangen hat alles mit einem Youtube-Video, in dem ein Mann einem Obdachlosen begegnet, ihn neu einkleidet und spontan zum Essen einlädt. Der Film berührte, die Beelitzerin beschloss danach spontan, mit 15 Obdachlosen essen zu gehen. Das stellte sich freilich als schwierig heraus, weil die Eingeladenen die Einladung schließlich auch annehmen müssen. Das Vorhaben ist deshalb aufgeschoben.

Stattdessen schrieb die Mutter von drei Kindern Unternehmen und Hilfsorganisationen ab, klapperte Bäckereien ab und sammelte so bereits einiges an Spenden ein. Von der berühmten Firma Maggi bekam sie zum Beispiel ein Paket mit Fünf-Minuten-Terrinen, die sie zur Potsdamer Suppenküche brachte. Sie mahnt, bei aller Unterstützung für Flüchtlinge die Obdachlosen und Bedürftigen im Land nicht zu vergessen. „Wer seine Wohnung verloren hat, fällt raus aus dem System. Ohne Wohnadresse bekommt man auch kein ALG-II-Geld mehr“, sagt sie. Für die Lage der Rausgeflogenen will sie auch Politiker sensibilisieren.

Am 29. November hat die Beelitzerin einen Termin mit den Landtagsabgeordneten Hans-Jürgen Scharfenberg und Diana Bader (beide Linke) und am 13. Dezember mit der SPD-Landtagsabgeordneten Elisabeth Alter. Auch ihre Familie hat sie mit dem „Hilfsvirus“ angesteckt. „Mein Mann und ich haben uns geeinigt, nichts zu Weihnachten zu schenken.“ Dafür geben sie 500 Euro für Winterjacken, Thermounterwäsche und Handtücher, die an Obdachlose verteilt werden.

Musikerdaten – DJane Marusha

Die legendäre Plattenauflegerin Marusha (50) gründete 1989 den ersten Techno-Club in ihrer Heimatstadt Nürnberg.

Im November 1990 ging sie in Berlin mit Dancehall bei DT 64 auf Sendung – damals eine der ersten Techno-Musik-Sendungen im deutschen Radio. DT 64 (gestartet zum Deutschland-Treffen der Jugend 1964) war 1990 ein angesagter Sender für junge Leute im Osten. Der DDR-Jugendsender hatte es erstaunlicherweise bereits Ende der 1980er Jahre geschafft, ein junges Publikum anzuziehen. Anfang der 1990er Jahre gingen junge Leute sogar auf die Straße, um gegen die Abschaltung von DT 64 zu protestieren.

Marusha begann 1991 mit der Produktion eigener Stücke. Bekannt wurde sie dem Publikum auch jenseits der Techno-Szene 1994 mit dem Titel „Somewhere over the Rainbow“.

Die Musikproduzentin moderierte auch lange Zeit die Sendung Rave Satellite auf Radio Fritz.

Von Jens Steglich

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