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Max Bahr geht, Aldi will bauen

Stadt muss im Techno Terrain umplanen Max Bahr geht, Aldi will bauen

Im Max Bahr-Baumarkt an der Oderstraße hat der Ausverkauf begonnen. Spätestens Ende des Jahres wird die Filiale schließen. "Alles muss raus" steht auf unzähligen Plakaten.

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Quelle: MAZ

Teltow. "Teltow ist ein einmaliges Einkaufsparadies", freut sich Gabriele Napier, die aus England gekommen ist und erst seit kurzem hier wohnt. Sie hat am Montag im Baumarkt Max Bahr Weihnachtsdekoration gekauft.

Es gab zehn Prozent Rabatt, wie auf alle anderen Produkte auch. "Zehn Prozent sind in Ordnung", findet Gabriele Napier. Grund für den Nachlass: In dem Baumarkt an der Oderstraße hat der Ausverkauf begonnen. Spätestens Ende des Jahres wird die Filiale schließen. "Alles muss raus" steht auf unzähligen Plakaten. Am Montag waren die Regale noch gut gefüllt. Der richtig traurige Anblick auf den leergeräumten Markt wird sich wohl erst in den nächsten Tagen bieten. Das Personal bemüht sich weiter um die gewohnte Freundlichkeit. Mit der Presse wollen die Verkäuferinnen und Verkäufer nicht reden. Gegenüber den Kunden äußern sie sich vereinzelt. Sie sei geschockt, sagt eine Verkäuferin und habe kaum schlafen können in der Nacht.

Auf den Plakaten heißt es auch, "diese Filiale" werde geschlossen. Das heißt: Für einen Großteil der Max-Bahr-Märkte in Deutschland besteht die Chance, von einem Konsortium des Konkurrenten Hellweg übernommen zu werden. Dabei handelt es sich um die Märkte, die schon immer Max Bahr waren. Teltow gehörte aber bis Herbst vergangenen Jahres zur Praktiker-Gruppe.

Im benachbarten Stahnsdorf steht im Green Park schon seit Ende 2009 der ehemalige Obi-Baumarkt leer. Obi hatte den Mietvertrag nicht verlängert und sich mit seinem riesigen Markt in Berlin-Lichterfelde selbst Konkurrenz gemacht.

Unterdessen will der Discounter Aldi im Gewerbegebiet Techno Terrain Teltow (TTT) seinen Markt an der Potsdamer Straße/Saganer Straße erweitern. Da der Markt dadurch im Gewerbegebiet die Grenze zum sogenannten großflächigen Einzelhandel überschreiten würde, muss die Stadt Teltow, wenn sie das Ansinnen unterstützt, den Bebauungsplan erst ändern.

Im Bestandsgebäude gab es bislang ‒ bis zur Insolvenz der Firma ‒ auch einen Schleckermarkt sowie einen Getränkemarkt. Letzterer hatte als Mieter dem gewünschten Abriss und Neubau des Marktes nicht zugestimmt. Jetzt gibt er seinen Betrieb an diesem Standort jedoch offenbar auf. Dadurch eröffnet sich für Aldi die Perspektive, eine ursprünglich favorisierte Variante aufzugreifen: Aldi möchte den Markt abreißen und zwei getrennte Gebäude neu bauen.

Dem Vernehmen nach hat "dm" Interesse angemeldet, dort dann einen Drogeriemarkt zu eröffnen. Aldi wiederum plant in Teltow einen generationengerechten Markt. Das heißt: Verkaufsflächen mit breiten übersichtlichen Gängen, mehr Tageslicht durch bodentiefe Schaufenster und Oberlichter. Auch ökologische Aspekte, eine Photovoltaikanlage und neue Baustoffe könnten in Teltow zum Zuge kommen. Ähnliches plant die Aldi GmbH und Co KG Großbeeren an der Arthur-Scheunert-Allee in Rehbrücke (MAZ berichtete).

Im vorliegenden B-Plan-Entwurf, den die Stadtverordneten jetzt beraten müssen, sind zwei separate Baufelder auf dem Gelände am Hoffbauer-Campus ausgewiesen. Beate Rietz, 1. Beigeordnete der Stadt Teltow, sagte gestern auf Anfrage, dass man auf ein städtebaulich schlüssiges Konzept setze. "Mit der Planänderung wollen wir Baurecht für den Einzelhandel schaffen." Die Geschäftsführung des Teltower Techno Terrain will ihre Ansiedlungspolitik unterdessen nicht ändern. "Auf weiteren freien Flächen im Umfeld von Aldi setzen wir nach wie vor auf Gewerbe, insbesondere aus den Bereichen Auto und Medizintechnik", erklärte Petra Schulze, Geschäftsführerin der TTT Grundstücksverwaltungs GmbH. Man sei mit Interessenten im Gespräch. Weiteren Einzelhandel an dieser Stelle hält Schulze mit Hinweis auf Aldi und Kaufland für nicht nötig: "Lebensmittel ist dort genug."

Von Konstanze Wild und Stephan Laude

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