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Medewitzer Dorfkirche wird saniert

Bis Weihnachten soll alles fertig sein Medewitzer Dorfkirche wird saniert

Die Medewitzer Dorfkirche kann gerettet werden. Das marode Gebälk von Turm und Dachstuhl ist zu erneuern. Dann wird womöglich zu Weihnachten schon das derzeit eingestellte Glockengeläut wieder erklingen. Für das 165.000 Euro teure Vorhaben waren vier Jahre lang Vorbereitungen und Geldakquise, mit prominenten Fürsprecher, notwendig.

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Heinz Kempin (l.) und Matthias Wilke auf dem leer geräumten, aber auch maroden Dachstuhl der Medewitzer Dorfkirche

Quelle: René Gaffron

Medewitz. Vier Jahre lang hat der Advent gedauert. Doch das Warten hat ein Ende. Mitten im Sommer ist Bescherung. Jedenfalls freuen sich Matthias Wilke und Heinz Kempin fast wie zu Weihnachten.

Denn nach der jüngsten Zusammenkunft von Pfarrer Stephan Schönfeld, Gemeindekirchenrat, der Firma Braunschweig und Architekten, Stiftung Denkmalschutz und Aufsichtsbehörde der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark steht fest: Die lang erhoffte Sanierung der Dorfkirche kann endlich beginnen. Holz-Untersuchungen und Statik-Gutachten sind abgeschlossen. Die Ausschreibung der Leistungen läuft. Voraussichtlich noch vor Ende des Monats rücken die Bauleute an. Sie haben viel vor: Dach und Turm müssen erneuert werden, damit die Substanz des Gebäudes gesichert ist.

Das Dach ist undicht

Denn die Konstruktionen sind marode und nicht mehr tragfähig. Das regelmäßige Zeitgeläut mittags und abends ist deshalb schon vor zwei Jahren eingestellt worden. Hohe Feiertage und Beerdigungen bilden die Ausnahme, denn die Glocken schlagen gegen das Gebälk des Turms, der ohnehin schief steht und deshalb bei jedem Sturm bange Blicke auf sich zieht. „Wahrscheinlich wird er gar nicht mehr gerade gerückt, sondern lediglich im jetzigen Zustand gesichert“, ahnt Heinz Kempin. Das Dach über dem im Innern durchaus attraktiven Schiff ist undicht. Die Feuchtigkeit hat ihren Teil dazu beigetragen, dass die Balkenkonstruktion unter den Betonsteinen gelitten hat und mindestens teilweise ausgetauscht werden muss.

Gotteshaus seit 1713

Die Dorfkirche Medewitz ist – flämingtypisch – ein rechteckiger Bau aus Feld- und Mauersteinen. Die Familie Hans Friedrich Brandt von Lindau hat sie 1713 vollständig wieder aufbauen lassen. Es gab freilich früher schon ein Gotteshaus.

Besonders bemerkenswert ist der Altar der Kirche mit einer sehr alten Sanduhr an der Kanzel. Bereits vor einiger Zeit restauriert wurden die Statuen der Heiligen Maria und des Heiligen Sebastian. Die Holzfiguren an der Wand stammen aus dem 14. Jahrhundert. Das Interieur wird jetzt gesichert.

Im Doppeldorf gibt es etwa 150 Gläubige. Zum Gottesdienst etwa alle vier Wochen kommen zwischen 10 und 25 Besucher.

Rund 165 000 Euro wird das alles kosten. Doch nach langem Ringen ist es den Protagonisten gelungen, diesen Betrag aufzubringen. Geld der Stiftungen Maßwerk und Denkmalschutz, aus Fonds der Evangelischen Kirche, des Kreises Potsdam-Mittelmark sowie der Bundesregierung – wofür Frank-Walter Steinmeier (SPD), der hiesige Wahlkreisabgeordnete im Bundestag, seinen Namen gegeben hat – sowie viele Spenden, die vor Ort zusammengetragen wurden, machen es möglich. „Auf diese Weise ist die Kirche gerade im Dorf wieder mehr ins Bewusstsein gerückt“, bestätigt der Vorsitzende des Förderkreises. Er erinnert an die 625-Jahr-Feier, deren Auftakt mit einem Gottesdienst begangen worden ist.

Spenden sei Dank: Gemeinde konnte Grundstück kaufen

Der jüngste Clou ist Matthias Wilke und seinen Mitstreitern jedoch in der Vorbereitung der Arbeiten gelungen. Da stellte sich heraus, dass es keine richtige Baustellenzufahrt geben würde. Die Pforte zum Kirchgarten ist lediglich für Fußgänger passierbar. Doch geriet das einstige Küsterhaus, samt Scheune in den Blick. Beide sind ebenfalls vom Verfall gekennzeichnet. Das Grundstück unmittelbar an der L 831--Ortsdurchfahrt befand sich im Eigentum des Landesstraßenbetriebes. Er hat das Grundstück an die Evangelische Kirchengemeinde Wiesenburg/Mark verkauft, die es sich dank einer Spende von Andre Brückner leisten konnte. Der ansässige Bauunternehmer wird an der Herrichtung der Gebäude mitwirken. Das Dachgeschoss könnte – am Fläming-Radweg zur Elbe gelegen – womöglich als Fremden-Herberge ausgebaut werden. Die ersten Interessierten haben schon beim Behördentermin einen Blick auf das Areal geworfen.

Nach dem rechten wird jetzt Heinz Kempin ebenfalls des öfteren mal sehen. Zwar ist der Maurer nach der ebenso langwierigen wie intensiven Vorbereitung optimistisch, weil jetzt der kürzeste Abschnitt der Arbeit vor allen Beteiligten liegt. Tatsächlich sieht der Plan vor, dass bis Dezember alles geschafft ist. Heiligabend in der Kirche zu feiern, wäre für ihn wohl das schönste Geschenk.

Die Dorfkirche Medewitz ist – flämingtypisch – ein rechteckiger Bau aus Feld- und Mauerrsteinen. Die Familie Hans FriedrichBrandt von Lindau hat sie 1713vollständig wieder aufbauen lassen. Es gab freilich früher schon einGotteshaus.

Besonders bemerkenswert ist der Altar der Kirche mit einer sehr alten Sanduhr an der Kanzel. Bereits vor einiger Zeit restauriert wurden die Statuen der Heiligen Maria und des Heiligen Sebastian. Die Holzfiguren an derWand stammen aus dem 14. Jahrhundert. Das Interieur wird jetzt gesichert.

Im Doppeldorf gibt es etwa 150 Gläubige. Zum Gottesdienst etwa alle vier Wochen kommen zwischen 10 und 25 Besucher.

Von René Gaffron

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