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Potsdam-Mittelmark Mediziner Frank Hofmann geht in Rente
Lokales Potsdam-Mittelmark Mediziner Frank Hofmann geht in Rente
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16:51 25.03.2016
Frank Hofmann legt das tetoskop beiseite. Quelle: Andreas Koska
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Brück

Nach 37 Jahren hat sich der Brücker Allgemeinmediziner Frank Hofmann jetzt in den Ruhestand verabschiedet. Der 71-Jährige wolle sich verstärkt seiner großen Familie und seinen Hobbys widmen, sagt er. Eine Nachfolgerin ist bereits gefunden: Nach einer kleinen Umbaupause wird Nicole Lips in den Räumen praktizieren.

„Ich kenne Nicole Lips seit ihrem vierten Lebensjahr – da war sie meine Patientin“, erinnert sich Hofmann. Im vergangenen Spätsommer habe sie ihre Facharztausbildung erfolgreich abgeschlossen und werde jetzt in Brück als Internistin und Hausärztin tätig sein. Vor einigen Jahren habe Lips bereits ein Praktikum bei Hofmann absolviert, erzählt er. Der Zeitpunkt für den Ruhestand kommt daher nicht von ungefähr: „Ich habe gewartet, bis sie ihre Ausbildung abgeschlossen hat, damit sie in meine Fußstapfen treten kann“, sagt der scheidende Mediziner. „Das habe ich ihr in die Hand versprochen.“

Frank Hofmann hat insgesamt 47 Jahre als Allgemeinmediziner gearbeitet – obwohl er eigentlich Zahnarzt werden wollte. Jedoch stellte im dritten Studienjahr einer seiner Professoren in Jena fest, dass es für Linkshänder in der damaligen Zeit keine zahnärztlichen Behandlungseinheiten gab. Diese Tatsache zwang Hofmann zum Umdenken. So setzte er sein Studium in seiner Geburtsstadt Dresden auf dem Gebiet der Humanmedizin fort.

Die sich anschließende Facharztausbildung zum Allgemeinmediziner absolvierte Hofmann in Riesa. Während dieser Zeit lernte er auch seine Frau Angela kennen, mit der er danach gemeinsam fünf Jahre in der Schorfheide arbeitete. Ein verlockendes Stellenangebot der Stadt Brück überzeugte das Ehepaar schließlich. Und so wechselte die junge Familie 1979 ein letztes Mal ihren Wohn- und Arbeitsort und wurde in dem Planestädtchen sesshaft.

Deutschlandweite Ausschreibung nötig

Auch wenn man selbst eine Nachfolgerin gefunden hat, ist es nicht einfach, eine Praxis an diese zu übergeben.

Die Vorschriften der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) sehen eine Ausschreibung vor.

So musste auch Frank Hofmann die frei werdende Praxis deutschlandweit ausschreiben, Nicole Lips sich darum offiziell bewerben – und erhielt den Zuschlag. Viele Bewerber hatte es ohnehin nicht gegeben.

Im vergangenen Jahr wechselten im Fläming weitere Praxen den Besitzer.

So gab beispielsweise Allgemeinmedizinerin Irmela Minuth aus Altersgründen ihre Praxis in Golzow auf, Nachfolger wurde Dimitrios Sporidis – der bei der Gesundheitszentrum Brandenburg GmbH (GZB) angestellt ist.

Ein ähnliches Modell wurde auch bei der Besetzung der Hals-Nasen-Ohren-Praxis von Annegret Gottschalk in Bad Belzig verfolgt. Nachfolgerin ist hier Sibel Akin-Lattner.

Zuerst arbeiteten die Eheleute im Ambulatorium. Hofmann war für die heutigen Planebruchdörfer, Brück und Trebitz/Gömnigk zuständig, seine Frau ebenfalls für Brück sowie Linthe, Schlalach und Deutsch Bork. Nach der Wende ließen sich beide in einer Gemeinschaftspraxis nieder.

Vor zwölf Jahren verstarb Hofmanns Frau und er musste allein weiter praktizieren. Deshalb berichtet er heute nicht ohne Stolz, dass sich im ersten Quartal 2016 – gleichzeitig seinem letzten – über 1 600 Patienten von ihm behandeln ließen. „Mehr geht kaum“, sagt Hofmann. Er liebte seinen Beruf und war immer bemüht, sich für jeden Patienten die nötige Zeit zu nehmen.

Eine ganz neue Herausforderung seit dem vergangenen Jahr seien die Flüchtlinge. „Die Sprachbarrieren erschwerten die Abläufe und erforderten noch mehr Geduld“, sagt der Mediziner. Aber auch diese Aufgabe schulterte Hofmann gern. Er betont, dass er die Arbeit nur mit Hilfe seiner „äußerst engagierten und zuverlässigen“ drei Mitarbeiterinnen habe bewältigen können. Ihnen wolle Hofmann seinen Dank aussprechen und er sei froh, dass sie nun auch Nicole Lips zur Seite stehen werden.

Nun hoffe der Mediziner, vielleicht wieder intensiver einem seiner alten Hobbys – der Malerei – nachgehen zu können. Außerdem wolle er weiterhin regelmäßig nach Andalusien fahren, allerdings ab jetzt wesentlich entspannter. Hofmann und seine jetzige Frau lieben die südspanischen Gefilde – das wohltuende Klima, das Meer und das Wandern in der Sierra Nevada haben es ihnen angetan.

Erst mal wolle sich Hofmann aber langsam an den Ruhestand gewöhnen. „Auf jeden Fall bin ich froh und dankbar, dass meine Patienten weiter betreut werden“, sagt er. „Ich möchte mich bei ihnen für die jahrelange Treue und das mir entgegengebrachte Vertrauen bedanken.“ Frank Hofmann kann sich ruhigen Gewissens verabschieden – eine Nachfolge zu finden ist heutzutage in den ländlichen Gebieten Brandenburgs nicht selbstverständlich.

Von Andreas Koska

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