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Potsdam-Mittelmark Mehr Freiheiten in den Nuthetaler Gärten
Lokales Potsdam-Mittelmark Mehr Freiheiten in den Nuthetaler Gärten
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22:05 25.03.2016
Dicke Bäume bleiben in der Gemeinde Nuthetal auch weiterhin geschützt. Quelle: Oliver Fischer
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Nuthetal

Die Nuthetaler Gemeindevertreter haben diese Woche eine neue Baumschutzsatzung beschlossen, die Garten- und Grundstückseigentümern in der Kommune künftig mehr Freiheiten lässt. Geschützt bleiben Laubbäume, Walnuss und alle Nadelbäume mit einem Stammumfang von mindestens 50 Zentimetern. In der alten Satzung lag die Marke deutlich darunter: Bäume durften da ab einem Umfang von 30 Zentimetern ohne Genehmigung nicht mehr gefällt werden. Neu ist auch, dass Hecken und Sträucher nicht mehr wie bisher unter Schutz stehen. Den Schutzstatus behalten nur noch einheimische Hecken und Sträucher, die als Ersatz für Fällungen gepflanzt wurden. Die Regelungen treten mit Veröffentlichung der Satzung im Amtsblatt in Kraft, was am 9. April geschehen soll.

Um die neue Baumschutzsatzung war lange gerungen worden. Alle Fraktionen konnten sich am Ende auf einen Kompromiss einigen. Die SPD wollte zum Beispiel den Schutzstatus für Bäume erst ab einem Stammumfang von 60 Zentimetern beginnen lassen, die Bürger für Nuthetal (BFN) bereits ab 40 Zentimetern.

Baumschutzsatzung

In der Baumschutzsatzung ist auch geregelt, was an Ersatz für eine genehmigte Fällung zu leisten ist. Je gefällten Baum ist ein Gehölz nachzupflanzen. Für Bäume mit einem Stammumfang über 100 Zentimetern sind mindestens zwei neue Bäume zu pflanzen.

Der Schutzstatus beginnt ab 50 Zentimetern Stammumfang. Für langsam wachsende Arten wie Eibe, Rotdorn, Weißdorn und Stechpalme gilt eine Sonderreglung. Sie sind ab 25 Zentimetern geschützt. Der Stammumfang wird in einer Höhe von 1,30 Metern gemessen.

Wer geschützte Bäume ohne Genehmigung fällt, muss je nach Größe der Bäume ein Bußgeld zwischen 2500 und 65 000 Euro zahlen.

Der Kompromiss ist in einer Arbeitsgruppe entstanden, in die jede Fraktion einen Vertreter entsandte. Die Arbeit der AG wurde allgemein gelobt. Die neue Baumschutzsatzung ist denn auch einstimmig angenommen worden. Einige Gemeindevertreter hatten dennoch ihre Bauchschmerzen beim Votum. „Man muss Kompromisse eingehen, den Schutz erst ab einem Umfang von 50 Zentimetern beginnen zu lassen, halte ich aber schon für eine sehr lasche Auslegung“, sagte Elvira Schmidt (BFN/BON/FFW), Chefin der Gemeindevertretung. Sie hätte sich mehr Einsatz für die Bäume gewünscht. Gut findet sie, dass in der Satzung bei Ersatzpflanzungen vor allem einheimische Laubbäume auf der Liste stehen. Rehbrückes Ortsvorsteherin Annerose Hamisch-Fischer (Linke/Grüne) hätte die alte Satzung lieber in Kraft gelassen. „Die neue Satzung ist trotzdem noch baumfreundlich“, sagte sie. Elvira Schmidt sprach von einer Gratwanderung: „Der grüne Ortscharakter kann schnell verloren gehen, wenn man zu viel ans Bauen und zu wenig an Bäume denkt.“

Von Jens Steglich

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