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Mehr Platz für junge Flüchtlinge

Lehnin Mehr Platz für junge Flüchtlinge

Ab dem 1. Mai kann das Lehniner Heim für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge 46 Schützlinge aufnehmen. Bisher war dort Platz für 32 Jugendliche. Anfragen erreichen Heimleiter Mario Gose sogar aus anderen Bundesländern.

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Besuch auch am Schulcampus: Schulleiter Lenius, SPD-Bundestagskandidat Rautenberg, Landrat Blasig und Minister Baaske (von links).

Quelle: Maloszyk

Lehnin. Das Lehniner Heim für minderjährige Flüchtlinge, die ohne Angehörige nach Deutschland gekommen sind, wird deutlich erweitert. Derzeit leben in dem Heim 24 Jugendliche und Heranwachsende aus Krisenländern. Raum ist dort bisher für 32 Minderjährige.

Ab dem 1. Mai wird sich die Platzzahl auf 46 erhöhen. Am Freitag wird dazu die Betriebserlaubnis erteilt. Das sagte der Sozialpädagoge Mario Gose, der das Heim leitet, am Rande des Besuches von Günter Baaske (SPD), Minister für Jugend, Bildung und Sport. „Wir haben Anfragen auch aus anderen Landkreisen und Bundesländern, Jugendliche aufzunehmen“, sagte Gose. Möglich wird die Erweiterung durch die Einbeziehung eines weiteren Gebäudeteils in dem Objekt, das die Arbeiterwohlfahrt (Awo) für zehn Jahre angemietet hat.

In der Einrichtung arbeiten 21 Männer und Frauen. Einer von ihnen ist Stefan Semjank, der die Flüchtlinge in Deutsch unterrichtet. „Wir suchen weitere Mitarbeiter“, sagte Gose.

Potsdam-Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig nannte das Engagement der Awo groß: „Wir sind froh über diese sehr gute Einrichtung.“ Mit dem langfristigen Mietvertrag sei der Betreiber auch ein Risiko eingegangen. „Das Team ist hoch engagiert und hoch qualifiziert.“ Die Zusammenarbeit mit dem Jugendamt des Landkreises funktioniere gut: „Ein Fingerzeig genügt und der Kontakt ist da.“ Das Besondere an der Einrichtung ist, dass die Jugendlichen an dem gleichen Standort auch die Intensiv-Sprachkurse in Deutsch besuchen können.

Sie haben teils unglaubliche Gräuel selbst erlebt oder mit ansehen müssen, die jungen Menschen, die in dem Heim nun von Sozialpädagogen betreut werden. „75 Prozent von ihnen sind traumatisiert“, sagte Gose. „Viele jedoch nicht so massiv, dass sie sofort behandelt werden müssen.“ Die Awo arbeitet dafür mit psychotherapeutischen Einrichtungen zusammen.

Nach Angaben Baaskes leben im Land Brandenburg derzeit rund 1500 minderjährige Flüchtlinge, die ohne ihre Eltern oder andere Verwandte dem Krieg entkommen sind. In jedem Landkreis gibt es eine so genannte Clearingstelle, bei der die individuelle Situation der Jugendlichen geklärt wird. Einige von ihnen leben schon in Wohngruppen mit deutschen Kindern und Jugendlichen zusammen, die ebenfalls ohne Eltern aufwachsen. Wie Bodo Rudolph, Leiter des Kreis-Jugendamtes, sagte, sind im Landkreis rund 99 minderjährige Flüchtlinge in Einrichtungen wie der Lehniner in Obhut. Einer von ihnen ist der mittlerweile 18-jährige Kadiv aus Äthiopien. Er lebt seit acht Monaten in dem Awo-Heim. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass er abgeschoben wird.

„Wir hoffen aber, dass das nicht passiert“, so Gose. Das Jugendamt klärt mit jedem der Heimbewohner, der erwachsen wird, ob er zunächst dort bleiben möchte.

Von Marion von Imhoff

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