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Mehr Platz im Spatzennest

Niemegk Mehr Platz im Spatzennest

Das Niemegker Spatzennest soll wachsen. Bis zu 130 Jungen und Mädchen könnten in der Kita künftig betreut werden. Das wären 24 mehr als heute. Die Stadt plant eine Sanierung und Erweiterung des von der Johanniter-Unfallhilfe betriebenen Hauses. Um einen Förderantrag für das rund eine Million Euro teure Projekt stellen zu können, muss jetzt die Planung beauftragt werden.

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Im Kindergarten Niemegk soll bald Platz für mehr Kinder sein. Derzeit ist die Kapazität ausgeschöpft.

Quelle: Thomas Wachs

Niemegk. Das Spatzennest platzt aus allen Nähten. Daher soll der Niemegker Kindergarten erweitert werden. Das beschlossen der Finanz- und Sozialausschuss sowie des Bau- und Wirtschaftsausschuss am Dienstagabend bei ihrer gemeinsamen Sitzung als Empfehlung an die Stadtverordnetenversammlung. „Hier herrscht dringender Handlungsbedarf, weil wir ohne eine Erweiterung der Kapazität auch Zuzug von jungen Familien verhindern, die auf Kita-Plätze angewiesen sind“, sagte Hartwig Matthäs (parteilos).

Elternanfragen müssen abgelehnt werden

Zuvor hatte die Kita-Leiterin und Stadtverordnete Ines Maager (parteilos) deutlich gemacht, wie groß der Bedarf ist. Derzeit hat das seit 2006 in Regie der Johanniter-Unfallhilfe betriebene Haus seine Kapazitätsgrenze erreicht. 106 Kinder werden betreut. „Bei einer nächsten Prüfung der Platzverhältnisse würde die Kapazität wohl auf 95 Plätze begrenzt werden“, sagte die Kita-Chefin. Sie musste bereits sechs Kinder abweisen, die keinen Platz finden. Zudem gebe es abzulehnende Anfragen von Zuzüglern, die nach Niemegk ziehen wollen, so Maager. Immer wieder konnte Eltern nach Ablauf der Elternzeit nicht rechtzeitig oder erst nach Abgängen zum Schulanfang ein Betreuungsplatz für ihre Kinder angeboten werden. Angesichts steigender Geburtenzahlen fällt es der Kommune somit immer schwerer, dem inzwischen gesetzlich garantierten Anspruch auf Kindertagesbetreuung ab dem ersten Lebensjahr zu entsprechen.

Neue Qualität angestrebt

Seit 2006 wird die zuvor kommunale Kindertagesstätte „Spatzennest“ in Niemegk von der Johanniter-Unfallhilfe betrieben.

Das Haus wurde konzeptionell zur „Bewegungskita“ entwickelt und ist „Kita mit gesundheitlichen Aspekten“.

Nach der Evaluierung der Qualitätsstandards des Landkreises wird nun eine Zertifizierung im Qualitätsmanagementsystem (QMS) durch den TÜV-Süd angestrebt.

Durch Umbau, Erweiterung und Sanierung sollen in dem Haus an der Straße der Jugend 24 zusätzliche Betreuungsplätze entstehen. Die angestrebte Kapazität von 130 Plätzen ergibt sich aus einer Hochrechnung der jüngsten Geburtenzahlen im Einzugsgebiet der Stadt Niemegk und der Gemeinde Rabenstein/Fläming. Demnach wurden seit 2006 jährlich im Schnitt 22 Kinder geboren. Die einst von der Kreisverwaltung als Planungsrundlage erstellte Prognose zu Entwicklung von Tagesstätten in Potsdam-Mittelmark, „ist für uns längst nicht mehr zutreffend und weit übertroffen“, sagte Ines Maager.

Der Komplex des Kindergartens  in  Niemegk soll saniert und um einen Anbau ergänzt werden

Der Komplex des Kindergartens in Niemegk soll saniert und um einen Anbau ergänzt werden.

Quelle: Thomas Wachs

Für das Bauprojekt in der kommunalen Immobilie möchte die Stadt mit dem Träger ein Förderprogramm des Landes Brandenburg nutzen, erklärte Thomas Griesbach, Leiter der Stabsstelle Gemeindeentwicklung im Amt Niemegk, in der Sitzung der Ausschüsse. Konkret soll das Geld aus dem zu erwartenden vierten Investitionsprogramm „Kinderbetreuungsfinanzierung 2017 - 2020“ des Landes fließen. „Dafür wird wohl ein Eigenanteil der Kommune von 75 bis 80 Prozent fällig“, schätzt Griesbach.

250 00 Euro allein für die Planung fällig

Für den bis Jahresende geplanten Förderantrag ist es jetzt nötig, eine Planung zu beauftragen. Bei zunächst kalkulierten Baukosten von circa einer Million Euro werden allein dafür 250 000 Euro fällig. Sie sollen aus dem Haushalt der finanziell angeschlagenen Kommune fließen. Das Amt Niemegk soll beauftragt werden, eine Planung durchzuführen und ein Konzept mit einer Wirtschaftlichkeitsbetrachtung vorzulegen. Die weiteren Entscheidungen behält sich die Stadtverordnetenversammlung vor. In ihrer Sitzung am 21. März müsste sie zunächst der Empfehlung der Ausschussmitglieder folgen und den Grundsatzbeschluss für das Investitionsprojekt im Kindergarten „Spatzennest“ fassen.

Von Thomas Wachs

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