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Mehr Rettungseinsätze in Potsdam-Mittelmark

Werder Mehr Rettungseinsätze in Potsdam-Mittelmark

Mit über 30 000 Einsätzen im Jahr sind die 14 Rettungswachen im Landkreis Potsdam-Mittelmark wachsenden Anforderungen ausgesetzt. In der vergangenen Zeit ist die Zahl der Einsätze jährlich um annähernd 500 gestiegen. Um den Nachwuchs in den Wachen zu sichern, lernen erstmals sechs Azubis im Kreis den Beruf des Notfallsanitäters.

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Rettungssanitäter haben beim alljährlichen Blütenfest in Werder besonders viel zu tun.

Quelle: Julian Stähle

Werder. Mit über 30 000 Einsätzen im Jahr sind die 14 Rettungswachen im Landkreis Potsdam-Mittelmark wachsenden Anforderungen ausgesetzt. In der vergangenen Zeit ist die Zahl der Einsätze jährlich um annähernd 500 gestiegen. „Die Bürger sind bewusster geworden. Und das ist gut so. Bei einem Herzinfarkt zählt jede Minute“, sagt Klaus-Dieter Hallex, Leiter des Rettungswesens in der Kreisverwaltung.

„Auch die Ausstattung der 31 Einsatzfahrzeuge hat sich gravierend verändert, zum Teil fahren kleine Kliniken zum Einsatz und dementsprechend kann vor Ort dem Patienten umfassender als früher geholfen werden.“ Doch die moderne Ausstattung hat ihren Preis, darum liegt der Preis für einen Rettungswagen inzwischen bei bis zu 150 000 Euro. Kein Vergleich mit den Krankenwagen von früher, die insbesondere für Krankentransporte genutzt wurden.

Damit der Nachwuchs in den Rettungswachen auch künftig gesichert ist, werden seit dem vergangenen Jahr erstmals sechs Notfallsanitäter in Rettungswachen des Kreises ausgebildet. Zuvor war der Job eine berufliche Anerkennung oder Funktion. „Aber wir hatten keine Probleme bei der Besetzung der neuen Ausbildungsstellen“, sagt Hallex. Der Beruf sei zwar schwer, nicht für jeden geeignet, aber abwechslungsreich und interessant. Auch in Werder, wo die neue Wache 2013 eröffnet wurde, begann 2016 für drei Azubis ein neuer Lebensabschnitt.

„Wir haben zwar fünf Lehrwachen im Kreis, aber um die Bedingungen am Standort in Werder zu verbessern, wollen wir die Einrichtung dort ausbauen“, bestätigt Hallex auf Nachfrage der MAZ. Gemeinsam mit der Haus- und Grundstücksgesellschaft Werder, die im Auftrag des Landkreises Potsdam-Mittelmark die Wache in Werder errichtete, soll in einem Anbau auf annähernd 100 Quadratmeter ein Schulungs- und ein Aufenthaltsraum entstehen. Schließlich müssen die Azubis in der dreijährigen Ausbildungszeit nicht nur 720 Stunden in einem Krankenhaus leisten, sondern auch 1960 Stunden in einer Rettungswache bewältigen. Wenn der Kreis die Baugenehmigung erteilt, sollen die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen.

Die Wache in Werder ist eine von vier, die mit annähernd 50 Mitarbeitern von Promedica Brandenburg geführt wird. Die Verträge mit dem Unternehmen laufen noch bis 2018, dann muss der Kreistag neu entscheiden. Während die Rettungswagen in Teltow und Umgebung bei einer Bevölkerungsdichte von 1000 Einwohner pro Quadratmeter oft sehr schnell vor Ort sein können, müssen von Werder aus manchmal längere Anfahrtszeiten in Kauf genommen werden. Hinzu kommt die Bahnschranke in Werder, die auf dem Weg über die Autobahn nach Töplitz oft kostbare Zeit kostet. Nicht zu vergessen das jährliche Blütenfest mit viel Obstwein und bis zu 400 000 Gästen, die in Werder einen gut funktionierenden Rettungsdienst erwarten.

„Im Landkreis Potsdam-Mittelmark ist der Rettungsdienst mit einer Fläche von annähernd 2600 Quadratkilometern, also etwas kleiner als das Saarland, insgesamt gut aufgestellt“, sagt Klaus-Dieter Hallex. Wichtig sei auch die gute Zusammenarbeit mit den Notärzten und den fünf Krankenhäusern in Potsdam, Zehlendorf, Lehnin, Belzig und Treuenbrietzen.

Von Regine Greiner

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