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Mehr Sicherheit für Radfahrer

Teltow Mehr Sicherheit für Radfahrer

Der Bauausschuss der Teltower Stadtverordneten will am Mittwoch darüber debattieren, ob es in der Oderstraße mit vielen Geschäften, Betrieben und Bürohäusern einen Schutzstreifen für Radfahrer geben soll. Die Unfallrate ist dort hoch.

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Wenn Autos oder gar Kleintransporter auf die Oderstraße auffahren, kann es für Radler sehr gefährlich werden.

Quelle: Stephan Laude

Teltow. Im Teltower Bauausschuss steht am Mittwochabend ein Beschlussvorschlag zur Oderstraße auf der Tagesordnung. Er bedurfte einer aufwendigen Vorarbeit, die man ihm nicht ansieht. Der Vorschlag heißt: „Die Oderstraße wird im Abschnitt zwischen Warthestraße und der Einmündung der Boberstraße am südlichen Fahrbahnrand mit einem Schutzstreifen versehen.“ Eingebracht hat das Papier die Verwaltung. Einige Stadtverordnete hatten so eine Regelung schon lange gefordert, konnten sich aber sehr zu ihrem Ärger nicht durchsetzen. Die Abstimmung in der Stadtverordnetenversammlung ist für den 15. März geplant.

Dass etwas getan werden muss, um an der Oderstraße ein gefahrloses Nebeneinander von Kraftfahrzeugen, Radfahrern und Fußgängern zu ermöglichen, liegt auf der Hand. Wer mit seinem Auto von einem der großen Parkplätze an den Einkaufsmärkten herausfahren will, muss auf Fußgänger, Autos und Radfahrer achten. Bis auf die Stellen, an denen nur das Rechtsabbiegen erlaubt ist, kreuzen alle die Ausfahrten von links und von rechts, denn der Radweg ist als sogenannter Zweirichtungsradweg eingerichtet. Solche Wege sind innerhalb geschlossener Ortschaften grundsätzlich gefährlich. Beim Einbiegen auf die Parkplätze ist die Situation nicht viel einfacher als beim Rausfahren. Auch versierte Autofahrer sind leicht überfordert. Oft ist der Verkehr so dicht, dass schon kleinste Lücken genutzt werden, um sportlich Parkplatz oder Straße zu erreichen – oft auf Kosten der Radfahrer. „Es kommt zu Konfliktsituationen zwischen ein- und ausfahrenden Fahrzeugen und kreuzenden Radfahrern“ heißt es in der Begründung des vorgelegten Beschlussvorschlags.

Solche Konfliktsituationen lassen sich – außer vielleicht sonntags, wenn die Läden zu sind – jeden Tag beobachten. Nach einer von Stefan Overkamp, Teltower Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), nach Polizeiangaben erstellten Statistik kam es zwischen 2010 und 2015 auf der Oderstraße zu 52 Unfällen mit Radfahrerbeteiligung. Drei Menschen erlitten schwere Verletzungen. Keine Straße in der Region Teltow ist für Radfahrer gefährlicher als die Oderstraße.

Um die Situation zu entschärfen wurden im Juni vergangenen Jahres im Bauausschuss vier Varianten der Radwegausführung und -gestaltung diskutiert. Bei den Varianten eins bis drei sollte der Radverkehr vom motorisierten Verkehr getrennt werden. Dazu müssten bei Variante eins aber 1400 Quadratmeter Grundstücksfläche erworben, auf 440 Metern Grundstückseinfriedungen versetzt und zehn Bäume gefällt werden – technisch eine gute Lösung, aber zeitaufwendig und teuer. Bei der zweiten Variante käme man mit 330 Quadratmetern Grunderwerb aus, dafür müssten aber 65 Bäume gefällt werden. Variante drei wäre mit 1100 Quadratmetern Grunderwerb und dem Verlust von 25 Bäumen verbunden. Bei Variante vier ginge es nur um 165 Quadratmeter Fläche und sieben Bäume, der Fahrradstreifen käme auf die Straße. Dadurch würde aber der zweite Fahrstreifen für Linksabbieger entfallen. An den Parkplatzzufahrten müsste mit gefährlichen Überholmanövern gerechnet werden. Aus dem Ergebnis der Diskussion entstand die Variante Nummer fünf, die nun zur Abstimmung steht: Auf dem Radweg an der Nordseite – also dort, wo die Parkplätze sind – darf künftig nur noch in eine Richtung geradelt werden. In der Gegenrichtung wird die Benutzung des Schutzstreifens auf dem südlichen Fahrbahnrand Pflicht. Grunderwerb ist nicht nötig, es müssten nur zwei Bäume gefällt und Markierungsarbeiten durchgeführt werden. So blieben auch die Kosten mit 9500 Euro überschaubar.

Der ADFC sieht diese Variante als Kompromiss und Übergangslösung. Mittelfristig, heißt es in der Stellungnahme, sei der Umbau der Oderstraße für die verschiedenen Nutzungsanforderungen und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer erforderlich.

Von Stephan Laude

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