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Lieber Schwimmhalle als Hafen

Teltow Lieber Schwimmhalle als Hafen

Mehr als die Hälfte der Teilnehmer einer Bürgerumfrage der Teltower Linken zur Zukunft des Marina-Projektes sprechen sich gegen dessen Weiterführung aus. An der Umfrage beteiligten sich bisher 224 Einwohner. 113 von ihnen fordern den sofortigen Stopp des Hafenbaus. Nur 28 Einwohner sind für seine Fertigstellung unter professioneller Überwachung.

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Die Stadtverordneten Reinhard Frank (l.) und Kay Kudell werten die eingegangenen Antworten der Bürgerumfrage der Linken zur Zukunft des Marina-Projektes in Teltow aus.

Quelle: H. Helwig

Teltow. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer einer Bürgerumfrage des Stadtverbandes Teltow der Linken zur Zukunft des Marina-Projektes sprechen sich gegen dessen Weiterführung aus. An der Umfrage beteiligten sich bislang 224 Einwohner. 113 von ihnen fordern den sofortigen Stopp des Hafenbaus. Nur 28 Einwohner sind für seine Fertigstellung unter professioneller Überwachung, darunter zwölf mit der Forderung nach einer finanziellen Obergrenze.

Die Umfrage war Mitte Juni gestartet worden. Das Ergebnis verkündete jetzt Stadtverbandsvorsitzender Reinhard Frank. Die Linken hatten rund 10 000 Handzettel drucken und etwa 6700 Flyer von zehn Helfern in den Haushalten verteilen lassen. Bis zur Stadtverordnetenversammlung am 13. Juli können die Teltower noch ihren „blauen Brief“ im Stadtbüro in der Potsdamer Straße 74 abgeben oder per Post sowie per Mail an der Umfrage teilnehmen. Die Linke selbst lehnt einen Weiterbau des Stadthafens um jeden Preis ab

„Wir haben uns schon immer dafür eingesetzt, dass die Bürger in besondere Prozesse der Stadt einbezogen werden“, begründet Frank die Aktion. Er erinnert an eine Bürgerversammlung zum Thema Stadthafen, die von den Linken mitorganisiert worden war, in der die Teltower ihre Politiker ermahnten, auf die Kosten zu achten.

In der Teltower Bürgerschaft schwanken die Meinungen von begeisterter Zustimmung („wird Teltow bereichern“, „Projekt ist super“, „Große Chance für Teltow“ über Hinweise an die Stadtverwaltung („Bund an Entsorgungskosten beteiligen“) bis zu Kritik und Empörung („Verschwendung von Steuergeldern“, „Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen“, Staatsanwaltschaft muss klären“). Die meisten Anmerkungen der Teltower seien Fragen nach drohenden Schadensersatzforderungen an die Stadt und nach der Verantwortlichkeit, sagt Frank.

An Alternativvorschlägen zur Marina mangelt es bei den Teltowern nicht. Park, Sportplatz, und Grünanlage können sie sich ebenso vorstellen, wie Spielplatz, Freilichtbühne oder Hundeauslaufplatz. Einige Teltower würden das Geld auch in andere Projekte, wie den Straßenausbau, eine öffentliche Toilette am S-Bahnhof oder bezahlbare barrierefreie Wohnungen investieren. Am häufigsten (35-mal) wurde allerdings der Wunsch nach einer Schwimmhalle (mit Sauna) geäußert.

Die Fraktion Linke/Umweltaktive/BFB/Piraten will am Montag die Umfrage auswerten und über ihr Votum in der Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch beraten, in der mit dem Nachtragshaushalt auch um zusätzliche vier Millionen Euro für den Hafenausbau geht.

Teltower wollen bei wichtigen Entscheidungen mitreden können

An einer Umfrage zur Lebensqualität in Teltow hatten im Frühjahr 2013 insgesamt 543 Einwohner teilgenommen. 31 Prozent von ihnen hielten die Einbeziehung der Bürger in wichtige Entscheidungen der Stadt für sehr bedeutsam.

Zum Bürgerhaushalt äußersten sich 2014 insgesamt 1231 Teltower. 399 von ihnen sprachen sich für eine Schwimmhalle aus. Eine Prüfung, das Schwimmbecken des Freibades Kiebitzberge in Kleinmachnow für eine Winternutzung zu überdachen erwies sich als zu aufwendig und zu kostspielig im Verhältnis zur vorauszusehenden Nutzung. Das Projekt wurde verworfen.

Von Heinz Helwig

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