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Menschenkette gegen Windräder im Wald

100 Leute protestieren gegen geplante Anlagen bei Fichtenwalde Menschenkette gegen Windräder im Wald

Mit einer 200 Meter langen Menschenkette haben Demonstranten am Sonntag gegen die geplante Aufstellung von Windrädern in einem Wald zwischen Borkheide, Borkwalde und Fichtenwalde demonstriert. Anlass ist ein für den 26. August anberaumter Anhörungstermin in Beelitz, bei dem es um den Antrag einer Firma geht, die sieben Windräder im Wald aufstellen will.

Borkheide/Fichtenwalde 52.2820843 12.8843726
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Menschenkette gegen Windräder im Wald bei Fichtenwalde.

Quelle: JST

Borkheide/Fichtenwalde. Gut 100 Menschen haben am Sonntag bei einer Sternwanderung gegen die geplante Aufstellung von Windrädern im Wald protestiert. Aus drei Richtungen – aus Borkheide, Borkwalde und Fichtenwalde – machten sich die Demonstranten auf den Weg, um am „Dreiländereck“ zu einer gemeinsamen Kundgebung zusammenzutreffen. An dem Punkt, an dem auch die drei Gemarkungen aufeinandertreffen, bildeten die Windradgegner eine 200 Meter lange Menschenkette.

200 Meter hoch sind die geplanten Windräder, die in dem Waldareal aufgestellt werden sollen – in 1000 Metern Entfernung zur nächsten Wohnbebauung in Fichtenwalde und Borkheide. Anlass des Aktionswandertages, zu dem die Bürgerinitiative „Waldkleeblatt“ aufgerufen hatte, ist das für den 26. August ab 10 Uhr im Beelitzer Tiedemann-Saal anberaumte Anhörungsverfahren zu den Anträgen der Forst Reesdorf Projekt GbR, die sieben Windräder in dem Wald platzieren will. Gegen das Vorhaben brachten Betroffene im Verfahren 437 Einwendungen vor. Im gleichen Forstareal hat zudem die Firma Juwi 15 Windkraftanlagen beantragt.

Bürgerinitiative „Waldkleeblatt“

Die Initiative „Waldkleeblatt“ ist auch Gegenstand eines Forschungsprojekts, bei dem die Kieler Christian-Albrechts-Universität und das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung Energiekonflikte untersuchen.

In der Studie ist die Initiative ein Fallbeispiel. „Wir versuchen, die ’Fingerabdrücke’ der Initiativen herauszuarbeiten: Welche Argumente haben sie, wie treten sie auf“, so Florian Braun von der Uni Kiel. Er hält das Argument, dass mit Windrädern die Waldbrandgefahr wächst, für das stärkste: „Es gibt ein paar Dinge, die darauf hinweisen, dass es berechtigte Ängste sind.“

„Wir wehren uns dagegen, unsere Wälder für eine äußerst fragwürdige Energiepolitik zu opfern“, sagte Winfried Ludwig, Vorsitzender der Bürgerinitiative, die aus vier lokalen Einzel-Initiativen entstanden ist. Er rechnete vor: „Für ein Windrad müssen bis zu 500 Kiefern sterben. Damit werden pro Windrad 1500 bis 2000 Tonnen Kohlendioxid weniger gespeichert. Das wollen wir verhindern.“ Unter den Demonstranten war auch Waldbesitzer Karl Tempel. Er hält es für einen Frevel, im Namen des Klimaschutzes „Wald für subventionierte Stromerzeugung zu vernichten“. Für ihn sind Baumfällungen für Windräder nicht besser wie Regenwaldabholzungen für den Zuckerrohranbau oder für die Biospritherstellung in Brasilien. „Schlimm ist, dass die Politiker unsere Wälder schlecht reden“, sagte er der MAZ. „Kiefernwälder gibt es seit der Eiszeit, die gehören hierher.“

Während Landespolitiker trotz Einladung nicht auftauchten, erhob der Beelitzer Ex-Bürgermeister Thomas Wardin (SPD) das Wort gegen Windräder im Wald. „Unsere Heimat wird in einer Weise geschunden, die nicht hinnehmbar ist“, sagte er.

Von Jens Steglich

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