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Potsdam-Mittelmark Menschenrechtler sammeln Unterschriften
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18:50 05.08.2016
Marlies Vogel und Jochen Dreetz sammelten Unterschriften in Treuenbrietzen. Quelle: Saskia Kirf
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Treuenbrietzen

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat auf ihrer Fahrradtour vom polnischen Szczecin nach Dessau am Freitag in Treuenbrietzen Halt gemacht. Begleitet von einem knallgelben Doppeldeckerbus wollen die rund 20 Radfahrer auf ihren Kampf gegen Rassismus in Deutschland aufmerksam machen.

„Es ist ein Novum, dass wir eine Kampagne über unser eigenes Land starten“, sagt Mitfahrer Jochen Dreetz. Bislang habe Amnesty sich in der Bundesrepublik stets mit anderen Ländern befasst. Die 1961 in London gegründete nichtstaatliche Non-Profit-Organisation setzt sich weltweit gegen Folter und Todesstrafe ein. Sie hat nach eigenen Angaben mehr als sieben millionen Mitglieder und Unterstützer in mehr als 150 Ländern.

Amnesty will 100000 Unterschriften sammeln

Die jährlichen Berichte über die Menschenrechtslage in fast allen Nationen der Welt prangern Hinrichtungen, die Ausnutzung von Kindern als Soldaten und andere Missstände an. „Die Zeit ist reif, auch hier den Finger in die Wunde zu legen,“ findet Jochen Dreetz. „Rassistische Gewalt in Deutschland stoppen“ lautet der Titel der Petition, den Dreetz und seine Mitstreiter im Gepäck haben. „Der NSU-Skandal, Brände in Flüchtlingsheimen, die nie aufgeklärt werden, ein institutioneller Rassismus“, zählt der 60-Jährige die Baustellen auf, welche Amnesty hierzulande ausgemacht hat. 100 000 Unterschriften wollen die Radler bis zur nächsten Innenministerkonferenz im November sammeln– etwas mehr als 20 000 sind es bisher.

Hingucker: Der ausrangierte BVG_Bus wurde zum Doppeldecker-Cabrio mit Café im Oberdeck umfunktioniert und ist ein echter Hingucker. Quelle: Saskia Kirf

Zur aktuellen Tour ist die Gruppe am Sonnabend in der polnischen Oderstadt Szczecin aufgebrochen. „Wir fahren am Tag um die 50 Kilometer“ sagt Marlies Vogel, „in eher gemächlichem Tempo.“ Über Schwedt (Oder), Bad Freienwalde, Bernau, Berlin und Beelitz führte der Weg nach Treuenbrietzen. Vor dem Sabinchendenkmal und der Stadtverwaltung haben Marlies Vogel, Jochen Dreetz und ihre Mitstreiter einen Informationsstand aufgebaut – der gelbe Bus steht als Blickfänger direkt daneben. Ihn hat die Organisation aus dem ausgemusterten Bestand der Berliner Verkehrsbetriebe übernommen und passend umgebaut.

Die untere Etage enthält eine Ausstellung zu prominenten Fällen, in denen Amnesty aktiv war. Dazu gehört beispielsweise der jahrelang im US-Gefangenenlager internierte Murat Kurnaz, dessen Freilassung die Organisation lange gefordert hatte. „Der Bus ist unglaublich“, schwärmt Dreetz. Er biete den Reisenden Schutz vor Regen, Rückzugsmöglichkeiten und nicht zuletzt einen angenehmen Ort für Gespräche mit interessierten Bürgern an den einzelnen Stationen.

Mäßiger Erfolg in Treuenbrietzen

Die lassen sich in Treuenbrietzen jedoch nur vereinzelt sehen. Eine Passantin vermutet, den Amnesty-Leuten in den weithin sichtbaren gelben Westen ginge es um mehr Sicherheit für Radfahrer im Hohen Fläming. Als sie den wahren Grund für die Tour erfährt, möchte sie nicht mehr unterschreiben. Auch Kerstin Höhne möchte sich das Informationsmaterial lieber erst einmal in Ruhe zu Hause durchlesen. „Ich unterschreibe doch hier nicht blind auf der Straße“, sagt die Treuenbrietzenerin.

Von Saskia Kirf

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