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Der Rasenmähermann

Seddin Der Rasenmähermann

Für Gartenfreunde in Berlin und Brandenburg ist Michael Bloch der Rasenmähermann. Der Seddiner hilft seinen Kunden bei der Auswahl der passenden Gartentechnik und repariert, wenn Rasenmäher und Rasentraktor, Motorsensen und -sägen oder der Laubbläser nicht mehr wollen. Bloch ist ein Meister seines Fachs. Das hat er seit nunmehr 30 Jahren schriftlich.

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In seiner kleinen Firma in Seddin bringt Michael Bloch sogar alte Kreiselpumpen wieder zum Laufen.

Quelle: H. Helwig

Seddin. Für viele Gartenfreunde in Berlin und Brandenburg ist Michael Bloch der Rasenmähermann. Der Seddiner hilft seinen Kunden nicht nur bei der Auswahl der passenden Gartentechnik für das Grundstück, er besorgt sie ihnen auch und repariert, wenn Rasenmäher und Rasentraktor, Motorsensen und -sägen oder der Laubbläser nicht mehr wollen. Regelmäßig klettert er selbst auf den Rasentraktor und kürzt das Grün im Findlingsgarten im benachbarten Kähnsdorf, damit die Steinesammlung im gepflegten Umfeld präsentiert werden kann. Bloch ist ein Meister seines Fachs. Das hat er seit 30 Jahren schriftlich.

Erlernt hat der 56-jährige gebürtige Potsdamer den Beruf des Werkzeugmachers. „Der Metallarbeiter lag gerade bei den Berufen gut im Trend, und der Werkzeugmacher galt als König der Metallarbeiter“, erinnert sich Bloch. Die Arbeit im damaligen Volkseigenen Betrieb (VEB) Medizinische Geräte Potsdam-Babelsberg war sehr anspruchsvoll, sagt er. In seinem Bereich wurden Werkzeuge für die Produktion der Dentaltechnik hergestellt. „Da mussten wir mitunter viele Teile selbst entwickeln.“ Am Tage an der Drehbank in seinem Betrieb und abends auf der Schulbank im benachbarten Karl-Marx-Werk absolvierte Bloch von 1985 bis 1987 ein Meisterstudium im Metallbau.

Wie viele DDR-Betriebe hatte auch der VEB Medizinische Geräte im Wendejahr 1989 keine Zukunftschancen. Michael Bloch musste sich ein anderes Arbeitsfeld suchen. So meldete er im Herbst des Jahres ein Gewerbe in Seddin zur Reparatur von Kreiselpumpen für die Hauswasserversorgung an. Dort hatte Bloch das Grundstück seiner Großeltern übernommen. Bevor er seinen Betrieb jedoch im Januar 1990 eröffnen konnte, zog ihn die DDR noch für drei Monate zum Reservedienst in der NVA ein.

„Ich hatte gleich zu Beginn einen solchen Ansturm, dass ich mich vor kaputten Pumpen kaum retten konnte“, beschreibt Bloch seinen Neustart. Auf dem Land habe es damals keinen zentralen Wasseranschluss gegeben, so dass die Kreiselpumpen die Versorgung übernehmen mussten. Aber meist fehlten Ersatzteile, das betreffende Werk in Oranienburg konnte nicht so viel wie benötigt bereitstellen und Bloch musste bei anderen Kollegen nachfragen oder die benötigten Teile selbst herstellen.

Der Ausbau des Kanalnetzes und der verordnete Anschlusszwang führten etwa Mitte der 1990-er Jahre zu einem dramatischen Rückgang der Aufträge. Wieder bangte Bloch um seine Existenz. „Zu jener Zeit gab es einen Run auf die Gartentechnik. Mit der Beratung und dem Handel dieser Technik wollte ich mir ein zweites Standbein sichern.“ Doch das war leichter gesagt, als getan. Der Unternehmer hatte noch immer keinen Telefonanschluss. Mit den Bestellungen seiner Kunden eilte er zu den Telefonzellen am ehemaligen Gemeindehaus oder in der Siedlung in Seddin, um die Aufträge weiterzuleiten.

Jetzt sind nicht etwa gleiche Anbieter seiner Branche, sondern die Baumärkte und das Internet die schlimmste Konkurrenz für den Ein-Mann-Betrieb. „Manche Leute kommen mit konkreten Produktvorstellungen und Preiserwartungen zu mir, die einfach nicht realistisch sind.“ Oft schauen sie sich nur bei ihm um und holen sich dann das Billigprodukt aus dem Baumarkt oder dem Onlineshop, sagt Bloch. Manchmal kommen sie dann bei einer Störung wieder zu ihm und bitten ihn um Hilfe. „Doch für die Geräte, die meist aus Asien stammen, gibt es oft keine Ersatzteile und keine Möglichkeit, ein neues Ersatzteil herzustellen, das zu dem übrigen System passen würde.“

Neben den Reparaturen einiger Kreiselpumpen sind die klassischen Rasenmäher noch immer Blochs Hauptgeschäft, auch wenn jetzt Roboter mehr und mehr den Garten erobern. „Das ist eher was für sterile Flächen.“ Bei den Gartengeräten gehe der Trend immer mehr zu den akkubetriebenen Produkten, die leistungsfähiger geworden seien. Bloch selbst mag den „Benziner“ am liebsten, auch wenn dessen Wartung und Pflege erheblich aufwendiger sind.

Durch den Vater viele Handwerksbetriebe kennen gelernt

Michael Bloch wurde 1961 in Potsdam geboren und besuchte dort von 1968 bis 1978 eine polytechnische Oberschule.

In die Lehre ging Bloch von 1978 bis 1981. Sein Ausbildungsbetrieb war der VEB Medizinische Geräte Potsdam-Babelsberg.

Seine Meisterprüfung legte Bloch am 19. Juni 1987 ab.

Durch seinen Vater, der in der DDR als sogenannter Kooperateur arbeitete, lernte Bloch viele Handwerksbetriebe kennen, die er später als Selbstständiger zu seinem ersten Kundenstamm aufbaute.

In Berlin und Brandenburg betreut der Metallbaumeister und Gartentechnikfachmann derzeit bis zu 300 Kunden.

Ursprünglich arbeitete Bloch mit einem Geschäftspartner in Brandenburg an der Havel unter dem Firmennamen „GardenTec“ zusammen. Ein finanzielles Zerwürfnis beendete 1994 die Geschäftspartnerschaft.

Im selben Jahr trat Bloch der HBO SystemCenter GmbH & Co. KG bei. Durch die Mitgliedschaft in diesem zentralen Einkaufsverband konnte er seine Geschäftsbeziehungen verbessern, sagt er.

Durch den Preisverfall durch Billigprodukte ist Blochs Jahresumsatz nach eigenen Angaben auf ein Sechstel der früheren Höhe geschrumpft.

Die erste Geschäftsanzeige veröffentlichte Bloch in der Märkischen Allgemeinen.

Von Heinz Helwig

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