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Potsdam-Mittelmark Michael Jungclaus auf „Schleuderkurs“
Lokales Potsdam-Mittelmark Michael Jungclaus auf „Schleuderkurs“
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02:18 20.07.2015
Michael Jungclaus beim Fahrtraining in Linthe Quelle: Andreas Koska
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Linthe

Dem Hindernis auf der rechten Seite auszuweichen, fällt Michael Jungclaus in seinem 15 Jahre alten Opel-Zafira wesentlich einfacher, als einem von links. Bei dieser Prüfung hat er schon auf glatter Fahrbahn die Bahn verlassen. Das sind neue Erfahrungen, die der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im brandenburgischen Landtag am Freitag auf dem Gelände des ADAC-Fahrsicherheitszentrums Berlin/Brandenburg in Linthe macht.

Jungclaus auf Sommertour

Eine Stunde absolviert der Abgeordnete unter der Anleitung von Henry Hilbert ein Kurztraining und ist begeistert. „Ich werde mit meinen Kindern, die gerade den Führerschein machen, hierherkommen“, sagt Jungclaus. „Meiner Mutter werde ich ein Seniorentraining schenken“, nimmt er sich vor. Auch für seine politische Arbeit im Landtag nimmt er eine Inspiration mit. Nach Erfahrungen von Fahrtrainer Henry Hilbert sind die Rettungskräfte in Brandenburg am schlechtesten geschult. „Ich werde nachfragen, denn gerade die Rettungskräfte fahren ständig am Limit, ein Fahrsicherheitstraining wäre absolut sinnvoll“, schlug Jungclaus vor.

Gesprächsrunde beim ADAC in Linthe: Michael Jungclaus mit Andreas Sägner, Gökhan Teke und Jörg Becker (v. l.) Quelle: Andreas Koska

Er besuchte den ADAC in Linthe im Rahmen seiner Sommertour. „Ich nutze die sitzungsfreie Zeit, um Kontakte mit Bürgern aber auch Organisationen zu knüpfen und Themen anzusprechen“, sagte der in Neuenhagen lebende Politiker. In Linthe ging es um Verkehrspolitik. Der Erhalt von Alleen liegt dem Grünen besonders am Herzen. In Jörg Becker fand er einen Verbündeten. Er hält die Alleen in Brandenburg für ein erhaltenswertes Kulturgut. „Allerdings sind durchaus Einzelfallprüfungen notwendig“, sagte der Leiter der Abteilung Verkehr und Technik beim ADAC Berlin/Brandenburg.

Schnittpunkte sind da

„Wo nötig müsste man die neue Straße neben der Allee anlegen und auf der Allee zum Beispiel einen Fahrradweg bauen“, so Beckers Idee. Den Alleenerlass mit der flächendeckenden Temporeduzierung auf 70 Stundenkilometer hält der ADAC-Chef für falsch. „Das hat nur Sinn, wenn dies überwacht wird und hilfreich ist es nur, wenn es sich um Unfallschwerpunkte handelt“, so Becker. Jungclaus und Becker wollen auch in Zukunft im Gespräch bleiben. „Vor allem bei der Entwicklung einer Mobilitätsstrategie für dünn besiedelte Regionen haben wir Schnittpunkte“, so der Politiker.

Er war erstaunt, dass der ADAC nicht nur als Autofahrerlobby auftritt. Ein weiterer Punkt, den beide forcieren wollen, sind die länderübergreifende Zusammenarbeit und der Umgang mit den zunehmenden E-Bikes, den Fahrrädern mit unterstützendem Elektromotor.

Von Andreas Koska

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