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Michendorf bekommt unverhofftes Angebot

Investor will Kita bauen und vermieten Michendorf bekommt unverhofftes Angebot

Die Gemeinde Michendorf hat ein unverhofftes Angebot eines Berliner Investors bekommen. Er will an der Bahnstraße unter einem Dach eine Kita und ein Pflegeheim bauen. Der Gemeinde bietet er an, die Kita mit 100 Plätzen für 15 Jahre zu mieten. In der boomenden Kommune werden weitere Kindergartenplätze dringend gebraucht.

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Auf dem Areal an der Bahnstraße zwischen Finken- und Schwalbenweg soll der Neubau für eine Kita und ein Pflegeheim entstehen.

Quelle: Jens Steglich

Michendorf. Mitten im Tauziehen um eine Lösung für die Kita-Engpässe in Michendorf bekommt die Gemeinde ein unverhofftes Angebot, das sich als Glücksfall erweisen könnte. Der Berliner Investor Jörg Kuttig will mit seiner Firma, der JKT Real Estate Development GmbH, an der Michendorfer Bahnstraße eine Kita und ein Pflegeheim bauen – beides unter einem Dach. Der Kommune bietet er an, die Kita mit 100 Betreuungsplätzen für 15 Jahre zu mieten. Mit der Offerte trifft er ziemlich genau den Nagel auf den Kopf: Die Gemeinde Michendorf braucht zusätzlich zu den 75 bis 80 Kindergartenplätzen, die in der Ex-Gaststätte in der Potsdamer Straße entstehen, perspektivisch weitere 100 Kita-Plätze, wenn die geplanten Wohngebiete, etwa auf dem früheren Teltomat-Gelände, an der Bahnstraße oder in Stücken (Wohnpark Naeve) gebaut und von jungen Familien bezogen werden.

Das Grundstück im Bahnstraßenviertel zwischen Finken- und Schwalbenweg, auf dem der Neubau für Kita und Pflegeheim errichtet werden soll, hat der Investor bereits im April erworben. „Wenn die Gemeinde uns unterstützt, kann die Kindertagesstätte ab 2019 gemietet werden“, sagte Jörg Kuttig. Für das Vorhaben ist eine Änderung des Bebauungsplanes notwendig. Es besteht sowohl die Möglichkeit, dass die Gemeinde als auch ein privater oder freier Träger die Kita mietet, sagte er. Favorisieren würde der Investor eine Zusammenarbeit mit der Kommune.

Michendorfs Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) kann sich beide Modelle vorstellen. Er verweist darauf, dass die Nachfrage nach alternativen Angeboten durch freie Kita-Träger hoch ist. „Man kann davon abgehen, alles selbst zu machen“, sagte er. In der Gemeinde gibt es mit der evangelischen Kita „Tausendfüßler“ derzeit nur einen Kindergarten, der nicht in kommunaler Regie geführt wird.

Unabhängig von der Träger-Frage zeigte sich Mirbach „hocherfreut, dass wir einen privaten Investor haben, der zur richtigen Zeit so ein Angebot unterbreitet“. Charme hat auch die zeitliche Befristung einer möglichen Anmietung durch die Gemeinde. „Wir könnten dann über diese 15 Jahre sehen, ob der Bedarf an Kita-Plätzen hoch bleibt oder der Höhepunkt überschritten ist, ohne uns Nachnutzungskonzepte ausdenken zu müssen“, sagte Mirbach. Über die Kita-Offerte entscheidet die Gemeindevertretung. Die Verwaltung will möglicherweise noch im Juni einen Beschlussantrag zu einer Wirtschaftlichkeitsuntersuchung einbringen, bei der drei Varianten miteinander verglichen werden sollen. Neben dem unverhofften Angebot des Investors sollen noch Optionen für einen Kita-Neubau auf dem ehemaligen Teltomat-Gelände und auf einem kommunalen Grundstück am Pappelplatz in Wildenbruch untersucht werden. Die beiden letzten Varianten standen schon auf dem Papier, bevor die Miet-Offerte auf den Tisch kam. „Wenn die Ergebnisse der Untersuchung vorliegen, muss die Gemeindevertretung entscheiden, welche Variante verfolgt werden soll“, sagte Mirbach.

Eine entscheidende Frage wird sein, zu welchen Preis die Kita angemietet werden kann. Der Investor spricht von einer marktüblichen Miete. „Wie hoch sie genau sein wird, ist Ermittlungs- und Verhandlungssache“, sagte Kuttig. Die Baukosten seien aber auch im Umland deutlich gestiegen. „Wir sind keine Profitgeier, aber wir müssen wirtschaftlich arbeiten.“ Der Geschäftsführer der JKT Real Estate Development GmbH, die ihren Sitz am Kurfürstendamm in Berlin hat, wohnt mit seiner Familie im Südwesten der Hauptstadt. „Wir haben einen Bezug zu der Region und zu Michendorf“, sagte er. Kita und Pflegeheim unter einem Dach unterzubringen, „finde ich aus sozialen und psychologischen Gründen gut“. Teil des Konzeptes sei es auch, den Kita-Bereich nach 15 Jahren im Zweifel umbauen und umnutzen zu können, falls der demografische Wandel dazu führt, dass auch in Michendorf die Zahl der Kinder ab- und die ältere Generation zahlenmäßig deutlich zunehmen sollte.

Das Pflegeheim auf dem Grundstück am Schwalbenweg 2 plant der Investor zunächst mit 100 Betreuungsplätzen. Wie viel davon vollstationäre oder etwa Tagespflege-Plätze sein werden, werde je nach Bedarf noch entschieden. „Wir sind da flexibel“, sagte er.

Von Jens Steglich

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