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Michendorf geht gegen Nachwuchsmangel vor

Feuerwehr Michendorf geht gegen Nachwuchsmangel vor

Die Gemeinde Michendorf will etwas gegen den Nachwuchsmangel bei den Freiwilligen Feuerwehren tun. Auf dem Tisch liegt dafür der Vorschlag, Sparbücher für junge Feuerwehrleute ab dem 8. Lebensjahr einzurichten. Das angesparte Geld soll dann mit dem 18. Geburtstag ausgezahlt werden – für die Finanzierung des Führerscheines.

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Quelle: Dieter Herrmann

Michendorf. Die Gemeinde Michendorf will etwas gegen Nachwuchsmangel und Mitgliederschwund im aktiven Dienst der Freiwilligen Feuerwehren tun. Auf dem Tisch liegt dazu ein Beschlussantrag der FBL-UWG-Fraktion. Er sieht vor, dass die Kommune zur langfristigen Sicherung des Feuerwehrnachwuchses für Mitglieder der Jugendwehren ab dem 8. Lebensjahr ein personalisiertes Sparbuch einrichtet. Geführt werden soll es bis zum 18. Lebensjahr, wobei die Kommune in der Zeit monatlich jeweils zehn Euro auf die Sparbücher einzahlt.

Mit 18 Jahren soll das angesparte Geld dann ausgezahlt werden. Das Sparguthaben soll zweckgebunden sein und der Finanzierung der Fahrerlaubnis dienen. Voraussetzung für den Führerschein-Zuschuss ist außerdem auch eine regelmäßige Teilnahme an den Ausbildungen. Zusätzliches Geld für die Sparbücher könnte als Anschubfinanzierung von der Sparkasse kommen.

Die Sparkasse hat signalisiert, dass sie 30 Euro pro Feuerwehr-Kind als Grundstock für die Sparbücher spenden würde, sagte Bettina Sommerlatte-Hennig, die Ideengeberin für den FBL-UWG-Vorschlag ist und dabei inspiriert wurde von einem ähnlichen Projekt in der Prignitz. „Es geht darum, dass die jungen Leute eine weitere Motivation haben, zur Feuerwehr zu kommen und zu bleiben und dass sie für ihren Einsatz, den sie zeigen, etwas zurückbekommen“, so Sommerlatte-Hennig, die auch Mitglied des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Wilhelmshorst ist. „Denkbar wäre ein Leuchtturmprojekt für das gesamte Land Brandenburg“, sagte sie.

Aktuell gibt es in den Jugendwehren in der Gemeinde Michendorf 54 Mitglieder, in den Kinderabteilungen 22 Mitglieder. Die FBL-UWG-Fraktion geht derzeit von Kosten für die Kommune in Höhe von etwa 7000 Euro jährlich aus.

Die Fraktion verweist auf die momentane Lage: Immer weniger Feuerwehrmitglieder stehen für den aktiven Dienst zur Verfügung, die Tageseinsatzbereitschaft ist schwerer zu gewährleisten und der Altersdurchschnitt bei den Löschtrupps steigt. „Durch die aktive Förderung und finanzielle Anreize für die Ausbildung in der Kinder- und Jugendfeuerwehr sind wesentlich mehr Nachwuchskräfte für die spätere Übernahme in die aktive Wehr zu gewinnen“, heißt in dem Beschlussvorschlag.

Im Hauptausschuss ist das Anliegen begrüßt worden. Nur die Umsetzung über Sparbücher ist noch umstritten. Michendorfs Bürgermeister Reinhard Mirbach (CDU) sieht rechtliche Probleme, wenn die Kommune Sparbücher für junge Menschen verwaltet. Es gebe auch noch offene Fragen: „Was passiert mit dem Sparbuch, wenn jemand schon mit 16 Jahren aufhört oder aus der Gemeinde wegzieht?“ Mirbach schlägt als Alternative ein Bonusheft vor, in dem mit Stempeln das Engagement gewürdigt wird. Mit 18 Jahren soll das Bonusheft dann eingelöst werden – mit Geld aus dem Gemeindeetat für den Führerschein. Über das Ziel sei man sich einig, „wir müssen nur noch das Wie klären“, sagte der Bürgermeister.

Aufwandsentschädigungen sollen steigen

Die Gemeinde Michendorf will auch die Aufwandsentschädigungen für aktive Feuerwehrleute erhöhen.

Der neue Entwurf der Satzung sieht etwa vor, erstmals eine Ausbildungspauschale von fünf Euro zu zahlen. Die Ausbildung muss dafür Bestandteil des Dienstplanes sein, eine Mindestdauer von zwei Stunden umfassen und dokumentiert sein. Bereits gezahlt wird eine Pauschale von zehn Euro je Einsatz.

 

Von Jens Steglich

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